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Warum der SCB der FCB des Hockeys werden könnte

CAPTION CORRECTION - CORRECTS BYLINE --- Der Berner Captain Martin Pluess stemmt den Meisterpokal und feiert mit seiner Mannschaft als Eishockey Schweizermeister nach dem sechsten Eishockey Playoff-Fi ...
Zum ersten Mal seit 2001 hat wieder ein Team den Schweizer Meistertitel verteidigt.Bild: KEYSTONE
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Auch in Zukunft das Mass aller Dinge? Warum der SCB der FCB des Hockeys werden könnte

Der SC Bern ist zum 15. Mal Schweizer Meister. Die Berner haben nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich alles richtig gemacht. Ist der SCB auch in Zukunft der unumstrittene Liga-Krösus? Gut möglich.
18.04.2017, 12:5018.04.2017, 16:41
Marcel Kuchta / Nordwestschweiz

Der SC Bern musste sich in der Ära Marc Lüthi, die 1998 begann, stets den leisen Vorwurf gefallen lassen, dass das finanzielle Ergebnis wichtiger ist als das sportliche Abschneiden. Jahr für Jahr wurden erkleckliche Summen erwirtschaftet. Der Erfolg auf dem Eis hinkte dieser monetären Erfolgsgeschichte aber immer mehr oder weniger hinterher. Klar: Fünf Meistertitel (und zwei weitere Finalteilnahmen) während der Ära Lüthi lesen sich keineswegs schlecht.

SCB CEO Marc Luethi bedankt sich bei den rund 5000 Zuschauer waehrend den Feierlichkeiten ueber den 15. Schweizermeistertitel fuer den SCB nach dem sechsten Playoff-Final Spiel der National League A z ...
Marc Lüthi musste sich trotz der fünf Meistertitel, die der SCB unter seiner Führung geholt hat, oft kritisieren lassen.Bild: KEYSTONE

Trotzdem existierte da immer der Vorbehalt, dass ein Klub mit den finanziellen Möglichkeiten der Berner eigentlich jedes Jahr um den Titel mitspielen müsste. Oder anders ausgedrückt: Der SC Bern müsste im Eishockey schon längst das sein, was der FC Basel seit Jahren im Schweizer Fussball ist – das Mass aller Dinge.

Nun sind Meistertitel im Eishockey ungleich schwieriger planbar und noch schwieriger zu gewinnen als im Fussball. Das Playoff-Format bringt es mit sich, dass die Karten vor der entscheidenden Phase der Meisterschaft immer wieder neu gemischt werden. In den sechs Wochen, in denen es um das sportliche Sein oder Nichtsein geht, muss alles zusammenpassen, damit es am Ende für den Titelgewinn reicht.

Wird der SCB der FCB des Hockeys?
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Selbst die nominell am besten besetzten Teams können scheitern, wenn sie auf einen «heissen» Gegner treffen, der im Zenit seines Könnens steht und sein Potenzial voll ausschöpft. Ausgerechnet die Berner machten diese Erfahrung im vergangenen Jahr, als sie die Meisterschaft nach einer völlig verkorksten Qualifikation auf sensationelle Art und Weise doch noch gewannen.

Die rauschende SCB-Partynacht

Die Dominanz ist kaum zu stoppen

Der SC Bern Jahrgang 2016/2017 macht allerdings einen derart gefestigten Eindruck, dass man sich nur mit Mühe vorstellen kann, wie diese Mannschaft – unter normalen Umständen – auch in Zukunft an ihrer sportlichen Dominanz gehindert werden kann. Dass es dem SCB als erstes Team seit den ZSC Lions im Jahr 2001 gelungen ist, den Meistertitel zu verteidigen, ist kein Zufall. Sportchef Alex Chatelain (und sein Vorgänger Sven Leuenberger) haben diese Mannschaft perfekt zusammengestellt.

Der Schlüsseltransfer war natürlich Goalie Leonardo Genoni, mit dem sich die Berner nach dem verletzungsbedingten Rücktritt von Marco Bührer auf einen Schlag ihres grössten Problems entledigten. Wer einen Mann wie Genoni hinten drin stehen hat, der geht mit einem derartigen Urvertrauen in jedes Spiel, dass Niederlagen zur Ausnahme werden. Bezeichnend ist etwa, dass der SCB in der zu Ende gegangenen Saison inklusive Playoffs nie mehr als zwei Spiele in Serie verloren hat.

Alex Chatelain, General Manager des SC Bern, spricht waehrend einer Vorsaison-Medienkonferenz des SC Bern, am Montag, 5. September 2016, in der Postfinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)
Sportchef Alex Chatelain hat einen sehr guten Job gemacht.Bild: KEYSTONE

Wie wichtig gute Ausländer im Schweizer Eishockey sind, ist hinlänglich bekannt. Auch hier erledigte Chatelain seinen Job sehr gut. Andrew Ebbett wurde mit den Bernern zum zweiten Mal Meister. Er ist der Prototyp des Playoff-Spielers. Des Leaders, der dann am besten ist, wenn es wirklich zählt.

Mark Arcobello war der beste Söldner-Transfer der ganzen Liga. Und als sich die eigentliche «Transfer-Bombe» Kris Versteeg kurz vor Saisonstart auf mysteriöse Art und Weise wieder in Richtung NHL verabschiedete, zauberte der SCB-Sportchef mit Ryan Lasch eine valable Alternative aus dem Hut.

Diese fünf Spieler ragten aus dem SCB-Meisterkollektiv heraus

Zudem überliess Alex Chatelain – im Gegensatz etwa zu seinem ZSC-Lions-Konterpart Edgar Salis – im Hinblick auf die Playoffs nichts dem Zufall und sicherte sich auf den Ausländerpositionen mit den nötigen Ersatzteilen ab – für den Fall aller schlechten Fälle.

Womit wir bei der Trainerfrage angelangt wären. Unvergessen ist die Saga um den letztjährigen Meistertrainer Lars Leuenberger, dem bereits vor den Playoffs mitgeteilt wurde, dass man – ungeachtet des Ausgangs der Meisterschaft – in Zukunft auf seine Dienste verzichten werde. Mit dem sensationellen Gewinn des Meistertitels brachte Leuenberger die SCB-Führungsetage in Argumentationsnot. Und bescherte seinem Nachfolger Kari Jalonen eine ungemütliche Ausgangslage.

Doch der routinierte Finne liess sich von diesen Nebengeräuschen nie beeindrucken und führte seine Mannschaft in aller Ruhe erneut auf den Thron. Marc Lüthi, der Leuenbergers Abgang letztlich durchsetzte, erlebte aus seiner Sicht punkto Trainer eine unglaublich langweilige Saison. Es waren keine Garderobenbesuche und Kabinenpredigten nötig. Das ist meist ein untrüglicher Indikator dafür, dass alles rund läuft im Staate SCB.

Der Berner Thomas Ruefenacht, links, feiert in der Garderobe mit SC Bern Cheftrainer Kari Jalonen als Eishockey Schweizermeister nach dem sechsten Eishockey Playoff-Finalspiel der National League A zw ...
Kari Jalonen gönnt sich nach dem gewonnen Titel ein Bierchen mit Thomas Rüfenacht.Bild: KEYSTONE

Wirft man einen Blick in die Zukunft, dann bleiben die Perspektiven des SC Bern mehr als rosig. Zwar wird der Abgang von Routinier und Musterprofi Martin Plüss (40) eine Lücke hinterlassen, doch die Berner haben mit der Verpflichtung von Biels Gaetan Haas (25), einer der vielversprechendsten Schweizer Center, bereits wieder den nächsten Transfernagel eingeschlagen.

Jetzt auf

Sollte Mark Arcobello von seiner NHL-Ausstiegsklausel Gebrauch machen, steht mit dem Finnen Mika Pyörälä (35) offenbar bereits jetzt ein würdiger Ersatz bereit. Und dann ist da noch die (momentan vage) Aussicht, dass Mega-Talent Nico Hischier (18), der im Sommer möglicherweise als erster Schweizer an erster Stelle in einem NHL-Draft ausgewählt wird, für eine Saison nach Bern zurückkehrt. Man kann es also drehen und wenden wie man will: Der SCB wird aller Voraussicht nach auch in der kommenden Saison das Mass aller Dinge bleiben.

Alle Schweizer Eishockey-Meister seit Einführung der Playoffs 1985/86

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quelle: keystone / urs flueeler
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