Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Beat Feuz of Switzerland, 2nd place, celebrates with fans during the prize giving ceremony after the men's downhill race of the FIS Alpine Ski World Cup season at the Lauberhorn, in Wengen, Switzerland, Sunday, January 18, 2015. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Liebling der Massen und Schweizer Nummer 1: Abfahrer Feuz. Bild: KEYSTONE

Analyse

So gross sind die Schweizer Chancen, tatsächlich die Nationenwertung zu gewinnen



Darum geht es

🇨🇭 3260 Punkte : 3247 Punkte 🇦🇹

Schier unglaubliche 30 Saisons in Folge hat Österreich die Nationenwertung des Ski-Weltcups gewonnen. Doch nach dem Rücktritt von Überflieger Marcel Hirscher könnte sich das Blatt wenden. Nach dem ersten Drittel des Winters liegt die Schweiz hauchdünn vorne.

Die Entwicklung der letzten 20 Jahre:

Bild

Der flüchtige Blick täuscht: Die Schweiz war Österreich nie nah, auch in den besten Jahren fehlten 2000 Punkte. Und selbst in ihrer schlechtesten Saison waren die Österreicher besser als die Schweizer in ihrer besten.

Situation bei den Frauen

🇨🇭 1192 Punkte : 1634 Punkte 🇦🇹

Drei Fahrerinnen haben mehr als zwei Drittel aller Schweizer Punkte geholt: Michelle Gisin (301 Punkte), Wendy Holdener (287) und Corinne Suter (225). Keine besonders breite Basis. Diese drei Trümpfe müssen weiterhin stechen, damit das Schweizer Frauenteam nicht abgehängt wird.

Silver medal winner Mikaela Shiffrin, left, of the United States, poses with gold medal winner Michelle Gisin, center, of Switzerland, and bronze medalist Wendy Holdener, also of Switzerland, during the flower ceremony for the women's combined slalom at the 2018 Winter Olympics in Jeongseon, South Korea, Thursday, Feb. 22, 2018.(AP Photo/Christophe Ena)

Schweizer Aushängeschilder: Die Olympiasiegerinnen Gisin und Holdener. Bild: AP

Österreich hat mit Katharina Liensberger (269) und Nicole Schmidhofer (218) nur zwei Fahrerinnen, die mit dem Schweizer Top-Trio mithalten können. Der grosse Unterschied ist, dass die Österreicherinnen als Team besser aufgestellt sind. Fällt eine aus, punktet halt eine andere. 18 Fahrerinnen aus Österreich haben es in diesem Winter schon in die Weltcup-Punkte geschafft, nur 12 aus der Schweiz.

So wurden die Punkte geholt:

Bild

Die Abhängigkeit von Gisin, Holdener und Suter ist gross. Lara Gut-Behrami ist unkonstant – allerdings ist sie in den Speedrennen besser als in den Riesenslaloms, die meisten «ihrer» Rennen kommen noch. Zudem gibt Aline Danioth Anlass zur Hoffnung: In den letzten beiden Slaloms glänzte die 21-Jährige mit den Rängen 7 und 8. Ergänzt man das Top-Trio mit Gut-Behrami (158) und Danioth (118) dann sind fünf Schweizerinnen für fast alle Punkte verantwortlich (1089 von 1192).

epa08017538 Aline Danioth of Switzerland reacts during the draw ceremony for the Women's Slalom race at the FIS Alpine Skiing World Cup in Levi, Finland, 22 November 2019 .  EPA/KIMMO BRANDT

Schweizer Aufsteigerin der Saison: Team-Weltmeisterin Danioth. Bild: EPA

Holdener hat noch Luft nach oben, obwohl sie schon zwei Mal aufs Podest fuhr. Und für Suter gilt das gleiche wie für Gut-Behrami: Erst je zwei Abfahrten und Super-G wurden gefahren, zwölf Speed-Bewerbe sind noch ausstehend. In den bisherigen Rennen war Suter nie schlechter als Sechste.

Alles schön und gut, wäre da nicht die Tatsache, dass die Österreicherinnen vor allem im Speed-Bereich mehr Anwärterinnen auf einen Spitzenplatz haben. Im letzten Winter gewann Schmidhofer den Abfahrts-Weltcup vor Stephanie Venier und Ramona Siebenhofer. Und weil im Slalom Mikaela Shiffrin (USA) und Petra Vlhova (Slowakei) die «fetten» Punkte abstauben, entscheidet sich das Duell zwischen den Schweizerinnen und den Österreicherinnen in den schnellen Disziplinen.

Die Besten im Gesamtweltcup:

Bild

Situation bei den Männern

🇨🇭 2068 Punkte : 1634 Punkte 🇦🇹

Bei den Männern ist das «Klumpenrisiko» kleiner, das Team ist breiter abgestützt. Rund die Hälfte der Punkte holte ein Quintett: Beat Feuz (361), Marco Odermatt (222), Mauro Caviezel (217), Daniel Yule (190) und Loic Meillard (188). Nicht weniger als 20 Schweizer haben in diesem Winter bereits gepunktet – gegenüber sogar 21 Österreichern.

So wurden die Punkte geholt:

Bild

Dass die Schweiz viele Athleten hat, die für einen Spitzenplatz gut sind, ist im Moment enorm wichtig. Denn Odermatt (Knie) und Cavieziel (Unterschenkel) fielen zuletzt verletzt aus. Wobei auch die Österreicher nicht von Verletzungen verschont geblieben sind: Für Hannes Reichelt, mit 155 Punkten die Nummer 3 des Teams, ist die Saison nach einem Kreuzbandriss zu Ende.

Austria's Matthias Mayer, center, winner of a men's downhill, poses with second placed Austria's Vincent Kriechmayr, left, and third placed Switzerland's Beat Feuz at the alpine ski World Cup finals in Are, Sweden, Wednesday, March 14, 2018. (AP Photo/Marco Trovati)

Feuz (rechts) soll Mayer (links) und Kriechmayr einheizen. Bild: AP

Dass 155 Punkte intern zu Rang 3 reichen, zeigt: Österreichs Abhängigkeit von seinem Top-Duo ist gross. Die Speed-Asse Matthias Mayer (362) und Vincent Kriechmayr (360) müssen liefern, sonst ist Rot-Weiss-Rot auf verlorenem Posten. In den technischen Bewerben wird der achtfache Gesamtweltcupsieger Hirscher schmerzlich vermisst.

Besonders der Schweizer Aufschwung in der ehemals «ewigen» Sorgendisziplin Slalom ist bemerkenswert. Yule und Ramon Zenhäusern sind Weltklasse, Loic Meillard nicht weit davon entfernt und plötzlich verblüfft auch einer wie Tanguy Nef mit Rang 6. Vielleicht war auch der zweite Platz von Urs Kryenbühl in Bormio kein Exploit, sondern der Startschuss zu einer grossen Karriere.

epa08092574 (L-R) Second placed Urs Kryenbuehl of Switzerland, winner Dominik Paris of Italy and third placed Beat Feuz of Switzerland celebrate on the podium after the Men's Downhill race at the FIS Alpine Skiing World Cup in Bormio, Italy, 28 December 2018.  EPA/ANDREA SOLERO

Feuz und Dominik Paris begrüssen Podestneuling Kryenbühl. Bild: EPA

Nicht von dieser Welt ist die Konstanz von Abfahrts-Champ Feuz: In allen vier Abfahrten des Winters fuhr er aufs Podest, in den letzten 21 Abfahrten war er nie schlechter als Achter, fünf davon gewann er und in 17 der 21 Abfahrten stand er auf dem Siegerpodest.

Die Besten im Gesamtweltcup:

Bild

Der Ausblick

Bei den Frauen sind noch insgesamt zwölf Abfahrten und Super-Gs zu absolvieren, gegenüber total zehn Slaloms und Riesenslaloms – das spricht für Österreich. Allerdings sind auch noch drei Kombinationen und zwei Parallelbewerbe angesetzt, wo Holdener und Gisin diejenigen sind, die es zu schlagen gilt. Trotzdem ist es illusorisch, anzunehmen, dass die Schweizer Frauen die Österreicherinnen einholen.

Bei den Männern sieht das Restprogramm in der einzigen Disziplin, in der Österreich besser ist, die wenigsten noch ausstehenden Rennen vor: Fünf Super-Gs. Demgegenüber stehen je sechs Abfahrten und Riesenslaloms sowie acht Slaloms. Und im «Zick-Zack» ist die Schweiz dem Nachbarn in diesem Winter überlegen. Ausserdem gibt es noch zwei Kombinationen und einen Parallel-Event.

Gold medals, Daniel Yule, and Ramon Zenhaeusern of Switzerland, from left to right, poses after the Alpine Team Event at the 2019 FIS Alpine Skiing World Championships in Are, Sweden Tuesday, February 12, 2019. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Yule (links) und Zenhäusern sind in jedem Slalom für einen Podestplatz gut. Bild: KEYSTONE

Man muss sich nichts vormachen: Der Zweikampf um den Sieg in der Nationenwertung dürfte bis zum Weltcup-Final in Cortina d'Ampezzo Mitte März eine enge Kiste bleiben. Zu einem wesentlichen Teil hängt die Entscheidung davon ab, ob die Athleten, die besonders viele Punkte beisteuern, gesund bleiben. Bei den Verfolgern Norwegen (409 Punkte hinter der Schweiz), Italien (-781) und Frankreich (-915) ist nur je ein Geschlecht top: Bei Norwegen und Frankreich sind es die Männer, bei Italien die Frauen.

Eine Prognose über den Ausgang zu wagen, wäre zum jetzigen Zeitpunkt der Saison kühn. Aber nur schon die Tatsache, dass sich Swiss-Ski ernsthaft mit dem Gewinn der Nationenwertung auseinandersetzen darf, spricht für sich. Die Hoffnung lebt, dass Österreichs Dominanz nach 30 langen Jahren des Wartens durchbrochen wird.

Die meisten Siege im Ski-Weltcup

Unsere Ski-Stars sind in die Fragenlawine geraten

Play Icon

Abonniere unseren Newsletter

13
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hans_Olo 10.01.2020 16:45
    Highlight Highlight Bei italien nur die frauen? Ich denke dominic paris ist der grösste konkurent von feuz wenns um die kugel in der abfahrt geht.
    • Ralf Meile 10.01.2020 17:13
      Highlight Highlight Das schon. Aber es geht ja um das Team und nicht um einen einzelnen Fahrer.

      Italiens Frauen liegen auf Rang 2 hinter Österreich und vor der Schweiz. Die italienischen Männer haben nur halb so viele Punkte wie die Schweiz geholt (1117 zu 2068) und liegen auf Rang 5.
  • fools garden 10.01.2020 16:03
    Highlight Highlight Österreich ist ne unglaubliche Skination. Sie wurden auch in den Jahren der Schweizer Dominanz immer mindestens zweite. Itmem 46:0 - 4000er
  • DerLauch 10.01.2020 12:25
    Highlight Highlight Eine Tabelle währe cool wo man die Punkt sehen könnte, welche die aktuellen Fahrer von jetzt bis Ende Saison geholt haben. Das ganze hochrechnen und sehen wo man etwa steht.
    Logisch ist das nicht sehr Aussagekräftig da im Sport immer alles passieren kann. Aber interessant währe es auf jedenfall😉
  • derlöwe 10.01.2020 11:11
    Highlight Highlight chunt guet👍🏼
  • Wiesler 10.01.2020 11:09
    Highlight Highlight Hopp 🇨🇭
  • Raddadui 10.01.2020 10:41
    Highlight Highlight Und wie gross sind jetzt die Chancen tatsächlich?
    • Illuminati 10.01.2020 10:55
      Highlight Highlight 53.72167 Prozent ;)
    • chnobli1896 10.01.2020 10:55
      Highlight Highlight Die Chance ist (wie so oft) 50%, entweder man gewinnt oder man gewinnt nicht.

      Die Wahrscheinlichkeit würde ich momentan bei 30% einschätzen. Je länger die Schweiz aber den Status Quo halten können, desto eher sehe ich sie als Sieganwärter.
  • Bratansauce 10.01.2020 10:29
    Highlight Highlight Einfach geniessen!
    Es könnte morgen schon wieder anders aussehen!
  • Bert der Geologe 10.01.2020 10:07
    Highlight Highlight Man darf es nicht verschreien und vor allem hättet ihr das den Oesterreichern nicht mitteilen sollen. Vielleicht hätten sie es gar nicht gemerkt.
    • Billy Meier 10.01.2020 10:23
      Highlight Highlight 😂😂😂
    • Mia_san_mia 10.01.2020 12:00
      Highlight Highlight 😂👍🏻

Lara Gut fährt in Sestriere aufs Podest – auch Wild und Meillard in den Top 10

Was für ein starkes Schweizer Resultat in Sestriere: Lara Gut fährt als Dritte auf das Podest und die jungen Simone Wild (7.) und Melanie Meillard (10.) fahren ebenfalls in die Top 10! 

Tessa Worley holt sich in Sestriere den Sieg. Die Französin springt im 2. Lauf von Rang 3 auf Platz 1. Allerdings betrug ihr Rückstand nach dem ersten Durchgang nur fünf Hundertstel auf die Führende Mikaela Shiffrin, welche im zweiten Durchgang zurückfiel.

Worley hatte schon zuletzt in Killington gesiegt und sicherte sich ihren 10. Weltcupsieg, den zehnten im Riesenslalom.

Lara Gut verteidigt ihren 3. Rang aus Lauf 1, muss aber Sofia Goggia vorbeiziehen lassen. Für Gut ist es der vierte …

Artikel lesen
Link zum Artikel