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DOHA, QATAR - JANUARY 28:  fans of Qatar celebrate prior to the quarter final match between Qatar and Germany at Lusail Multipurpose Hall on January 28, 2015 in Doha, Qatar.  (Photo by Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)

Lautstarke Wüstensöhne: Katarische Fans feuern die Spieler an, die den selben Pass wie sie besitzen. Bild: Bongarts

Geld = Erfolg. So einfach ist das

Katars Handballer stehen im WM-Halbfinal – so wenig Katar steckt in dieser International-Mannschaft

100'000 Dollar für jeden Sieg! Eine lebenslange Rente für das Erreichen des Halbfinals! Paläste, Luxusschlitten, Jungfrauen! Eine Multikulti-Truppe in katarischen Trikots ist dieser Tage DER Aufreger der Sportwelt.



Erfolg kann man eben doch kaufen. Diese Erkenntnis musste als bislang jüngstes Opfer die deutsche Handball-Nationalmannschaft machen. An der WM scheiterte sie im Viertelfinal an Gastgeber Katar, Deutschland verlor mit 24:26.

Eine Sensation ist das. Eigentlich. Denn wer genau hinschaut, den überrascht der Erfolg der Araber nicht unbedingt. Schliesslich sind die Araber grösstenteils gar keine echten Araber, sondern eingekaufte. Sehr viel Geld lockte sie nach Katar, das ölreiche Emirat mit rund zwei Millionen Einwohnern.

Katars Handball-Nationalmannschaft

Geld gibt's in Katar so viel wie Sand

Die Spieler stehen im Herbst ihrer Karriere und waren früher teils Nationalspieler im Balkan, für Frankreich oder Kuba. Sie wurden mit einem sechsstelligen Grundgehalt auf die arabische Halbinsel gelockt. Dazu soll jeder von ihnen für jeden Sieg an der WM 100'000 Dollar kassieren. Katar hat nun bereits sechs Spiele gewonnen … Und für den Vorstoss in die Halbfinals soll dem Vernehmen nach jedem Akteur eine lebenslange Rente versprochen worden sein.

Es ist im Jahr 2015 längst normal, dass Schweizer Nationalspieler nicht mehr Hügi oder Zwicker heissen, dass der berühmteste Schwede Ibrahimovic heisst und dass dunkelhäutige Deutsche Fussballweltmeister werden. Was diese Beispiele von der Handball-Nati in Katar unterscheidet, ist ihr Hintergrund. Xherdan Shaqiri wuchs in Basel auf, Zlatan Ibrahimovic kam in Malmö auf die Welt, Jérôme Boateng in Berlin.

epa04573849 Goalkeepers Danijel Saric and Goran Stojanovic (L) of Qatar before the Qatar 2015 24th Men's Handball World Championship match between Qatar and Spain at the Lusail Multipurpose Hall outside Doha, Qatar, 21 January 2015. Qatar 2015 via epa/Diego Azubel Editorial Use Only/No Commercial Sales

Katars Goalies vom Balkan: Goran Stojanovic (links) und Danijel Saric. Bild: epa

2011 Weltmeister als Franzose, jetzt als Katarer im Halbfinal

Die meisten katarischen Handballer hatten mit ihrer neuen Heimat nie auch nur das Geringste zu tun. Ja, sie spielten vorher gar in grosser Zahl für ihre wahre Heimat. Bertrand Roiné wurde 2011 mit Frankreich Weltmeister. Die Scheichs hätten ihm das Angebot seines Lebens offeriert, gibt der spanische Trainer Valero Rivera zu. So wechselte er, der Spanien zum Weltmeister gemacht hatte, nach Katar.

Sicher ist: Rivera ist sein Geld wert. Denn es ist eine Sache, eine Multikulti-Truppe zusammenzukaufen. Chelsea oder Manchester City brauchten Jahre, um aus viel Geld ein erfolgreiches Team zu schustern. Rivera hingegen ist es gelungen, seine katarischen Handballer 2014 zum Asienmeister zu coachen.

Und 2015? Der Halbfinal gegen Polen muss nicht die Endstation sein. Für Katar wäre der Titel ein Märchen aus Tausend und einer Nacht. Für den Rest der Sportwelt wäre es ein WM-Ende mit Schrecken.

epa04583790 Qatar's coach Valero Rivera (L) speaks to players during a time out in the Qatar 2015 24th Men's Handball World Championship Round of 16 match between Austria and Qatar at the Lusail Multipurpose Hall outside Doha, Qatar, 25 January 2015. Qatar 2015 via epa/Srdjan Suki Editorial Use Only/No Commercial Sales

Trainer Valero Rivera weist seinen Spielern den Weg zum Sieg. Bild: epa

Auch diese Sportarten tragen ihre WM in Katar aus

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