Diese Szene stösst Experten sauer auf – das lief in Woche 5 der NFL
Lions trauern trotz Goff in Hochform
Der fünfte Auftritt der Detroit Lions in dieser Saison war der bislang überzeugendste. Beim 45:21-Auswärtssieg gegen die Arizona Cardinals warf Quarterback Jared Goff drei Touchdowns und Runningback Jahmyr Gibbs lief 151 Yards und skorte ebenfalls zwei Mal. Goff hat damit nach fünf Spielen bereits 1485 Yards, zwölf Touchdowns und keine einzige Interception geworfen.
Jared Goff is UNCONSCIOUS this season 1,485 Pass Yards (most in NFL) 12 Pass TD (t-2nd in NFL) 0 INT (t-fewest in NFL) https://t.co/UHLdpQhQOM
— PFF (@PFF) October 11, 2026
Trotzdem war die Saison für Detroit bislang schwierig. Bis zum gestrigen Auftritt in Arizona standen zwei Siegen auch zwei Niederlagen gegenüber. Für einmal überzeugte aber auch die Defensive. Erst zum zweiten Mal in dieser Saison liess sie weniger als 30 gegnerische Punkte zu und sorgte so für den Unterschied.
Und trotzdem herrschte in den Reihen der Lions nach dem Spiel bedrückte Stimmung. Detroits Radio-Kommentator Dan Miller verpasste das Spiel, nachdem seine Frau Cynthia im Alter von 63 Jahren an Krebs starb. «Wir denken heute an Dan und seine Familie», sagte Goff nach dem Spiel mit bedrückter Stimme. Lions-Coach Dan Campbell kündigte in der Pressekonferenz nach der Partie unter Tränen an, dass einer der Spielbälle zu Miller und dessen Familie gehe.
Herbert und Co. machen Coach ratlos
Vor der Saison wagte Coach Jim Harbaugh eine mutige Prognose: «Wenn alles vorbei ist, wird Justin Herbert als der beste Quarterback der Geschichte eingehen.» Nachdem die Los Angeles Chargers nun auch das fünfte Spiel in dieser Saison verloren haben, schlägt Harbaugh deutlich leisere Töne an. Auf die Frage, mit welcher Message er dieses Team überhaupt noch erreichen könnte, antwortete er: «Ich weiss es nicht.»
Die Probleme der Chargers sind offensichtlich: Die Offensive funktioniert überhaupt nicht. Justin Herbert wird den Vorschusslorbeeren seines Trainers überhaupt nicht gerecht. Der 28-Jährige ist der einzige Quarterback der Liga, der es in den ersten fünf Spielen der Saison nie geschafft hat, mehr Touchdowns als Interceptions zu werfen.
Chargers last 3 drives: Justin Herbert INT Justin Herbert fumble Turnover on downs https://t.co/nWO55R27A5
— Underdog NFL (@UnderdogNFL) October 11, 2026
Auch diese Woche wurde das nicht besser. Herbert erhielt mal wieder kaum Unterstützung seiner O-Line. Nur 14 seiner 21 Pässe kamen an – 121 Passing Yards waren der tiefste Wert in dieser Saison. Neben einem Touchdown warf er auch eine Interception und fumbelte einen Ball.
Fatale Interception
Die Baltimore Ravens surfen auch ohne Star-Quarterback Lamar Jackson auf der Erfolgswelle. Tyler Huntley ersetzte Jackson perfekt und sorgte mit seinem variablen Spiel für Verwirrung in der Abwehr der Atlanta Falcons. Eigentlich als beste Rush-Defense in das Spiel gestartet, fanden die Falcons kein Mittel gegen Ravens-Runningback Derrick Henry.
Michael Penix Jr. is hurt after this hit #NFL #Ravens #RavensFlock #Falcons #DirtyBirds #BALvsATL https://t.co/KZjuRBlthW
— Dom (@ZeroChillSports) October 12, 2026
Die Probleme von Atlanta wurden noch grösser, als Quarterback Michael Penix Jr. nach einem harten Hit kurz vor dem Ende des vierten Viertels verletzt ausgewechselt werden musste. An seiner Stelle kam Tua Tagovailoa aufs Feld. In der Verlängerung war es Ravens-Quarterback Huntley, der einen 1-Yard-Sneak über die Linie drückte und sein Team in Führung brachte. Auf der anderen Seite versuchte Tagovailoa für die Falcons wieder auszugleichen, doch eine Interception rund zwei Minuten vor dem Ende der Overtime sorgte für den Schlussstrich unter dieses Vorhaben.
TUA CALLS GAME! Ravens beat the Falcons 30-23 in OT https://t.co/iR9KacTX1d
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Tagovailoa ist allerdings nicht der einzige Spieler, der einen gebrauchten Abend einzieht. Ravens-Tight-End Mark Andrews liess sowohl einen Touchdown als auch eine Two-Point-Conversion fallen und leistete sich auch noch einen Fumble, der in einem Touchdown für die Falcons endete. Immerhin gewann sein Team auch so.
TRENDING: A video compilation of #Ravens TE Mark Andrews’ historically bad Week 5 performance has gone viral on social media. • Dropped touchdown • Fumble returned for a touchdown • Dropped 2-point conversion • Dropped pass on third down All-timers https://t.co/dihYvWObaR
— MLFootball (@MLFootball) October 12, 2026
Commanders werfen Overtime-Sieg weg
Noch selten endete ein NFL-Spiel kurioser als dieses 27:27 zwischen den Washington Commanders und den New York Giants. Unentschieden sind in der NFL schon selten genug, doch wie die Commanders das Heimspiel gegen die Giants beendeten, machte NFL-Experten fassungslos.
Ballbesitz Washington, 55 Sekunden noch auf der Uhr, 26 Yards vor der Endzone. Commanders-Quarterback Jayden Daniels hatte genügend Zeit, um seinem Team mit einem Touchdown oder auch mit einem Field Goal für den Sieg zu sorgen. Auch weil sich Giants-Runningback Cam Skattebo kurz zuvor in der Verlängerung einen unerklärlichen Fumble geleistet hatte. Nach dem ersten missglückten Versuch von Daniels blieben immer noch 50 Sekunden. Die Commanders besprachen sich noch einmal und dann geschah das Unerklärliche.
Cam Skattebo fumbles as the Giants were going in to win the game https://t.co/LCBh3GoM59
— Talkin’ Giants (@TalkinGiants) October 11, 2026
Daniels versuchte erneut einen Lauf und wurde wieder gestoppt. Nun blieben allerdings weniger als zehn Sekunden auf der Uhr, und weil die Commanders kein Timeout mehr hatten, lief die Zeit aus, bevor Daniels den Ball hätte spiken und so einen letzten Field-Goal-Versuch erzwingen können. Während Daniels Selbstkritik übte, räumte auch Coach Dan Quinn danach Fehler ein: «Wir dürfen gar nicht erst in diese Situation kommen. Es ist meine Verantwortung.»
Deutlicher wurde der frühere Steelers-Coach und heutige TV-Experte Mike Tomlin. «Ich würde dieses Ende als ekelhaft bezeichnen», sagte er im Studio von NBC. «Bereits der Fumble von Skattebo hat mich angewidert, doch nach diesem Ende hätte ich beinahe in meinen eigenen Mund erbrochen», fuhr Tomlin weiter. Siege innerhalb der Division seien zu wertvoll, um sie einfach so wegzuwerfen.
"I'd describe it as disgusting... I was disgusted by the Skattebo fumble. I threw up in my mouth a little bit at the end of the game." - Mike Tomlin weighs in on the Giants-Commanders finish https://t.co/C0cS3T3Y7N
— Awful Announcing (@awfulannouncing) October 12, 2026
Prügel, zu früher Jubel und ein unerwarteter Diss
Das Gastspiel der Philadelphia Eagles und der Jacksonville Jaguars in London begann mit einem Knall. Nach wenigen Sekunden lieferten sich Eagles-Linebacker Jeremiah Trotter und Jaguars-Defensive-End Bryan Thomas einen Kampf auf dem Feld, der eine Massenrangelei auslöste. Beide Spieler wurden so nach nur 13 Sekunden unter die Dusche geschickt.
THIRD ANGLE OF THE MASSIVE FIGHT: Another fan in the stands has released NEW FOOTAGE of the wild fight between #Eagles LB Jeremiah Trotter Jr. and #Jaguars DE Bryan Thomas Jr. Both players were EJECTED just 13 seconds into the game. London was crazy: https://t.co/R2vc3QawxE
— MLFootball (@MLFootball) October 12, 2026
Danach ging es nicht minder spektakulär weiter – immer wieder ging es hin und her. Wenige Minuten vor dem Ende warf Trevor Lawrence einen wunderbaren Touchdown auf Parker Washington, der die Jaguars mit 16:14 wieder in Führung brachte. Doch Kicker Cam Little vergab den Extrapunkt, was den Eagles die Tür wieder einen Spalt breit öffnete.
Und tatsächlich: Die Eagles bekamen mit 95 Sekunden auf der Uhr den Ball zurück und brachten Kicker Jake Elliott für ein 48-Yard-Field-Goal in Position – mit Erfolg. Elliott versenkte den Ball und Philly jubelte bereits über den sicher geglaubten Sieg.
JAKE ELLIOTT WINS IT FOR THE EAGLES https://t.co/VUlkEgPmvB
— Ballsack Sports (@BallsackSports) October 11, 2026
Doch die Eagles hatten die Rechnung ohne Ameer Abdullah gemacht. Der Jaguars-Runningback legte mit acht Sekunden auf der Uhr einen bärenstarken Return hin und ermöglichte so seinem Team eine Sekunde vor dem Ende ein Field Goal aus 57 Yards. Cam Little trat an, versenkte und jubelte bereits, bevor der Ball tatsächlich die Torpfosten passierte.
Die Jaguars bleiben damit mit vier Siegen aus fünf Spielen auf Playoff-Kurs. Die Eagles müssen dagegen eine nächste Enttäuschung hinnehmen – und werden Opfer von unerwartetem Spott aus einer anderen Liga. Die Carolina Hurricanes haben in der Nacht auf Montag in der NHL die Philadelphia Flyers bereits zum zweiten Mal geschlagen und scherzten danach auf Twitter: «Wir haben in den letzten neun Tagen mehr Siege in Philadelphia eingefahren als die Flyers, Eagles und die Phillies zusammen in diesem Monat.»
Vikings bleiben perfekt
Die Defensive bleibt weiterhin der Schlüssel zum Erfolg bei den Minnesota Vikings. Auch beim fünften Sieg in Folge, einem 23:13-Erfolg gegen die New Orleans Saints, hielten sie den Gegner zum vierten Mal in Serie unter 20 Punkten.
Erstmals hat in dieser Saison aber auch die Offensive von Minnesota zu überzeugen gewusst. Quarterback Kyler Murray brachte 24 von 30 Pässen an den Mann und warf einen sehenswerten Touchdown auf Wide Receiver Justin Jefferson. Sehenswert war vor allem, wie sich Jefferson den Ball krallte, obwohl er eigentlich von drei Saints-Verteidigern umringt war.
Enge Kiste in Seattle
Neben den Vikings bleiben auch die San Francisco 49ers perfekt. Sie setzen sich auswärts bei den Seattle Seahawks auf dramatische Art und Weise durch.
Die Schlussphase im Lumen Field verkam zu einem Krimi. Eddy Pineiro hatte den 49ers mit einem 44-Yard-Field-Goal eine 32:29-Führung ermöglicht. Doch Seattle hatte noch eine Antwort parat. Zunächst warf Quarterback Sam Darnold auf Star-Receiver Jaxon Smith-Njigba, der den Ball allerdings unerklärlicherweise fallen liess.
WOW: JAXON SMITH NJIGBA DROPPED A BALL TO PUT SEATTLE IN POSITION TO KICK A FIELD GOAL TO THE GAME OR WIN IT ON A TOUCHDOWN. STUNNER. 😬😬😬 https://t.co/5D7ySaaDDw
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Beim Fourth Down fand Darnold dann Cooper Kupp. Der Receiver warf sich in Richtung First Down, doch es reichte nicht ganz. Nach einer Überprüfung der Bilder wurde bestätigt, dass Kupp nur rund 15 Zentimeter gefehlt haben – damit war das Spiel besiegelt. Seahwaks-Fans sahen sich vom Entscheid betrogen. Sie behaupten, Kupps Füsse hätten sich noch innerhalb des Spielfelds befunden, als er sich Richtung First Down ausstreckte. Die NFL-Regeln besagen allerdings, dass der Ball dort gemessen wird, wo er die Seitenlinie überquert.
Und die Seahawks haben die Niederlage auch selbst verschuldet. Im zweiten Viertel fumbelten sie in der eigenen End Zone und schenkten den 49ers sechs Punkte, die am Ende den Unterschied ausmachten.
