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Chris Löwe von Dynamo Dresden über DFL: «Denen ist alles scheissegal!»

Chris Löwe verwirft die Hände: Dynamo Dresden taumelt nach dem 0:2 in Kiel dem Abstieg entgegen.
Chris Löwe verwirft die Hände: Dynamo Dresden taumelt nach dem 0:2 in Kiel dem Abstieg entgegen.Bild: www.imago-images.de

«Wir sind am Ende die, die den verfickten Preis bezahlen für den ganzen Scheiss!»

19.06.2020, 07:5919.06.2020, 14:17

Dynamo Dresden steht vor dem Abstieg aus der 2. Bundesliga. Nach dem 0:2 bei Holstein Kiel haben die Ostdeutschen zwei Spiele vor Schluss fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Das ist die Ausgangslage, als Dresdens Chris Löwe zum Interview mit dem TV-Sender Sky muss. Überwältigt von den Emotionen teilt der 31-Jährige so richtig aus:

«Wir reissen uns alle drei Tage den Arsch auf und baden das aus», beklagt sich Löwe. «Die Frage, die die ganze Zeit noch nicht gestellt worden ist: Wäre dasselbe mit München oder Dortmund passiert, oder nur mit uns?» Nach der Corona-Pause und einer Zwangs-Quarantäne für das Team konnte Dynamo Dresden erst zwei Wochen nach den anderen Zweitligisten wieder loslegen. Deshalb musste es zwischen dem 31. Mai und dem 18. Juni sieben Spiele absolvieren, die Partie in Kiel war die dritte in sieben Tagen.

«Diese Leute sitzen in ihren 5000 Euro teuren Bürostühlen»

Der Verteidiger spart gegenüber der Liga nicht an Kritik für diesen Spielplan: «Glauben Sie ehrlich, dass einer von denen in der DFL, [Geschäftsführer] Christian Seifert oder wer auch immer, sich eine einzige Sekunde Gedanken macht, was bei uns in den Köpfen vorgeht? Das ist denen alles scheissegal! Wir sind am Ende die, die den verfickten Preis bezahlen für den ganzen Scheiss. Diese Leute sitzen in ihren 5000 Euro teuren Bürostühlen und entscheiden über unsere Köpfe hinweg und wir sind die Idioten, die das Ganze ausbaden.»

Trainer Markus Kauczinski nimmt Löwe in Schutz. «Wir sind durchgespielt und durchgenudelt. Dass mit den Jungs dann die Emotionen durchgehen, ist nicht ungewöhnlich», so Dresdens Coach gegenüber dem «Kicker». Er habe auch keine Idee, wie das gehen soll. «Man sieht, dass wir nicht mehr können.»

Foto : am Boden zerst
Das war's wohl: der enttäuschte Verteidiger Niklas Kreuzer, der Sohn des ehemaligen Basel- und Bayern-Spielers Oliver Kreuzer.Bild: www.imago-images.de

Dreikampf um den Aufstieg

Dresden (28 Punkte) benötigt nun ein grosses Fussballwunder, will es den Abstieg noch verhindern. In den Abstiegskampf verwickelt sind auch noch St.Pauli (38), Osnabrück (36), Nürnberg (36), Karlsruhe (33) auf dem Relegationsplatz und Wehen Wiesbaden (31).

Bereits als Zweitliga-Meister steht Arminia Bielefeld fest. Spannend bleibt das Rennen um den zweiten direkten Aufstiegsplatz und Rang 3, der für die Teilnahme an der Relegation berechtigt. Stuttgart (55), der Hamburger SV (54) und Heidenheim (52) liefern sich einen Dreikampf um die Plätze. Eine Vorentscheidung kann am Sonntag fallen, wenn Heidenheim auf den HSV trifft. (ram)

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