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Challenge League: Der FC Aarau kann es wie 2019 in die Barrage schaffen

Aanonymer Fussballklub will in die Super League aufsteigen. Möglich, dass es sich dabei um den FC Aarau handelt, man weiss es nicht genau.
Sisyphos war mit seinem Stein schon oben, da rollte er doch noch den Berg hinunter.Bild: keystone/watson

Das verbotene B-Wort: Der FC Aanonym will wieder nach oben

Aus Rücksicht auf immer noch verletzte Gefühle kommt diese Geschichte ohne konkrete Nennungen aus. Tief hat sich ein traumatisches Erlebnis vor vier Jahren in die Seelen einiger Fussballfans auf der Redaktion eingebrannt. Nun winkt eine Neuauflage dieser epischen Spiele.
22.05.2023, 14:4618.12.2023, 16:29

Es war einmal ein Fussballklub, dem irgendwann jemand das Prädikat «unabsteigbar» verliehen hatte. Das hatte sich als Trugschluss erwiesen. Nun war dieser Fussballklub gefangen in der zweithöchsten Liga, der er zu entfliehen versuchte.

Im Frühsommer vor vier Jahren war der aanonyme Schweizer Klub dem Aufstieg sehr nah. Ja, eigentlich stand er schon mit mehr als einem Bein wieder in der höchsten Liga. Da nahm ein Drama seinen Lauf.

Relegationsspiele, die über Auf- und Abstieg entscheiden, sind im Schweizer Fussball unter dem französischen Ausdruck «Barrage» bekannt. Wer dieses Wort bei watson ausspricht und dabei an den Falschen gerät, erntet einen Blick, der finsterer ist als das Ende des Höllochs in einer Leermondnacht. Stattdessen ist bloss vom «verbotenen B-Wort» die Rede.

Die Geschaeftsstelle des SC Schaffhausens verkauft Barrage-T-Shirts vor dem im Fussball Barrage-Hinspiel der Super / Challenge League zwischen dem FC Schaffhausen und dem FC Luzern in der wefox Arena, ...
In Schaffhausen wurde das bei watson verbotene Wort vorige Saison auf T-Shirts verewigt.Bild: keystone

Unser aanonymer Fussballklub trat in dieser «B-Wort» gegen den Zweitletzten der Super League an, Neuchâtel Xamax. Das Hinspiel fand in dessen Stadion in Neuenburg statt und unser Fussballklub gewann es nicht bloss. Nein, er nahm Xamax nach allen Regeln der Kunst auseinander. Am Ende zeigte die Anzeigetafel das Resultat von 0:4 an.

Reine Formsache

Null. Zu. Vier. Wer sich mit Fussball auch nur ein bisschen auskennt, wird sagen: Na gut, das war's dann also.

Natürlich arbeiten auch bei watson Leute, die sich mit Fussball ein kleines bisschen auskennen. Das Hinspiel war an einem Donnerstag, und am Freitag war ihre Freude über den Wiederaufstieg das grosse Thema im Redaktionsbüro.

So kam es, dass sich 7526 Zuschauerinnen und Zuschauer frohgemut aufmachten, um im Rückspiel Zeuge des Aufstiegs zu werden. Das marode, aber charmante Stadion, angesichts der fehlenden sportlichen Erfolge des Klubs längst zu dessen Star geworden, war rappelvoll. Strahlender Sonnenschein rundete einen Nachmittag ab, wie er perfekter nicht hätte sein können.

Aanonymer Fussballklub will in die Super League aufsteigen. Möglich, dass es sich dabei um den FC Aarau handelt, man weiss es nicht genau.
Die Klubfarben wurden verfremdet, gegen den übermässigen Gebrauch von E statt I ist auch das beste Grafik-Tool machtlos.Bild: keystone/watson

7526 ist – Zufall oder nicht – die Postleitzahl des kleinen Engadiner Nests Chapella. Der Besuch einer Kapelle hätte vielleicht manch einem euphorisierten Fan dabei geholfen, demütig zu bleiben, bevor die Rückkehr ins Oberhaus wirklich unter Dach und Fach ist.

Das grosse Zittern

Es heisst oft, der Mensch speichere schöne Erinnerungen länger ab als schlechte. Ausnahmen bestätigen jede Regel und dieser Nachmittag wird zu so einer Ausnahme. Keiner der 7526 Anwesenden wird wohl je vergessen, dass er damals dabei war, als Fussballgeschichte geschrieben wurde.

Wir können weder bestätigen noch dementieren, dass auch Mitarbeiter von watson im Stadion anwesend waren. Versuche, das Ereignis zu thematisieren, führen regelmässig ins Leere.

Die Spieler des aanonymen Fussballklubs schaffen es tatsächlich, das 4:0 noch zu verspielen. Schon zur Pause führt Xamax mit 2:0, das Zittern wird gross und grösser, und nach 72 Minuten lautet das Gesamtskore 4:4. Ein Penaltyschiessen entscheidet am Ende über den Ausgang des Duells.

Aanonymer Fussballklub will in die Super League aufsteigen. Möglich, dass es sich dabei um den FC Aarau handelt, man weiss es nicht genau. Denkbar, dass Elsad Zverotic im Penaltyschiessen verschoss.
Der Captain trat als erster an und verschoss. Alle Spieler nach ihm trafen.Bild: keystone/watson

So wie der Nachmittag verlaufen ist, verwundert es kaum einen, dass der Heimklub diese Entscheidung aus elf Metern verliert. Und so bleibt er in den Niederungen der Challenge League gefangen. Bis heute.

Mit Schwung nach oben

In diesem verregneten Frühling scheint für die Aanonymen die Sonne. Seit sieben Spielen sind sie ungeschlagen, sechs davon haben sie gewonnen und plötzlich sind sie, die schon abgehängt schienen, wieder in Schlagdistanz. Das Erreichen des B-Worts scheint in greifbarer Nähe zu sein, zumal es nun in den letzten zwei Runden zu Partien mit direkten Gegnern im Aufstiegskampf kommt.

Oder kommt es sogar noch besser? Nimmt der FC Aanonym den Schwung der letzten Wochen mit und klettert noch auf einen direkten Aufstiegsplatz in die Super League? Es wäre für die Nerven seiner Anhänger sicher nicht das Schlechteste.

Nach viel Hohn und Spott, der sich über die leidgeprüften watson-Mitarbeiter ergoss und immer noch ergiesst, würde ich es diesen vielleicht sogar ein klein wenig gönnen. Vielleicht. Aber wehe, jemand verrät ihnen das!

Challenge League, zweitletzte Runde:

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Sorry, Minnie. Bild: imgur
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Wenn der aanonyme Klub aufsteigt, wird es wohl aussehen wie bei Napolis Meistertitel
Video: watson
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