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Deutscher Feldhockey-Trainer staucht Spielerin an Olympia zusammen

Video: watson/X/ARD

«Halt die F***, Anne»: Darf ein Trainer seine Spielerin so zusammenstauchen?

Eine Szene während eines Feldhockeyspiels der deutschen Frauen an Olympia sorgt für Aufregung. Während eines Unterbruchs ist der Trainer nicht zufrieden mit dem Verhalten einer Spielerin – und teilt ihr das ziemlich unverblümt mit.
01.08.2024, 04:2801.08.2024, 06:12

Valentin Altenburg ist einer der bekanntesten Feldhockeytrainer Deutschlands. Obwohl er erst 43 Jahre alt ist, bringt er schon beträchtliche Erfahrung als Teammanager auf höchster Ebene mit. 2016 gewann er mit deutschen Männernationalmannschaft Bronze an den Olympischen Spielen in Rio. Seit 2022 ist er Headcoach der Frauen-Nationalmannschaft.

Und in dieser Rolle sorgt er nun bei Olympia, Ausgabe 2024 in Paris, für eine Szene, die kontrovers diskutiert wird. Gegen Frankreich, die Deutschen waren klar favorisiert und lagen zur Halbzeit mit 3:0 in Führung, stauchte er seine Spielerin Anne Schröder während eines Unterbruchs zusammen.

Schröder scheint kurz genervt von den Anweisungen des Coaches an die Spielerinnen, schüttelt den Kopf und dreht sich aus dem Kreis, den die Akteurinnen rund um den Trainer geformt haben, ab. Das lässt Altenburg nicht auf sich sitzen:

«Anne, halt jetzt die Fresse und komm' her! Das nervt mich, deine Körpersprache.»

Als die Spielerin kurz zur Widerrede ansetzt, unterbricht Altenburg sie sofort und weist sie wild gestikulierend nochmals explizit zurecht:

«Das ist schlecht von dir! Meine Güte, jetzt reiss' dich zusammen!»

Spielerin Schröder fügt sich schliesslich und stellt sich wieder in den Kreis.

Video: watson/X/ARD

Die Szene wird in den sozialen Medien nun kontrovers diskutiert. Einige finden die Umgangsweise und die Wortwahl von Trainer Altenburg unangebracht. Unter anderem wird seine Reaktion als «widerlich» bezeichnet, einige fordern gar seine Entlassung.

Auch, dass die Spielerin vor laufender Kamera blossgestellt wird, finden einige Kommentierende «bedenklich». Einige User werfen auch die Frage auf, ob sich Altenburg gegenüber einem Mann ebenfalls so geäussert hätte.

Nachdem die Kritik an Altenburg aufgebrandet war, sprangen ihm aber auch viele zur Seite. Das sei im Leistungsport halt die normale Umgangsweise, da müsse auch mal eine Ansage gemacht werden. Spielerin Schröder wird zudem auch kritisiert, ihr Verhalten sei nicht «mannschaftsdienlich».

Letzten Endes können bei den Deutschen alle wieder lächeln. Das Team gewinnt gegen Frankreich problemlos mit 5:1 und ist auf Kurs Richtung K.-o.-Runde.

Und was meinen die Protagonisten der viel diskutieren Szene selbst? Spätestens nach Spielschluss war längstens wieder alles gut zwischen Trainer und Spielerin. Altenburg sagte im Interview mit der ARD, dass er die Wortwahl wohl «nicht so richtig abstreiten» könne.

Zwischen ihm und Schröder gebe es deswegen aber keine Probleme. Sie würden seit Jahren zusammenarbeiten und hätten ein «bedingungsloses Vertrauensverhältnis». Zudem sei er der Ansicht gewesen, dass seine Mannschaft in diesem Moment «Emotionen gebraucht» habe, da sie trotz Führung ein wenig liederlich wurde.

Und auch für Spielerin Schröder war der ganze Vorfall halb so wild. Sie müsse mittlerweile «eigentlich darüber lachen», gab sie schmunzelnd zu Protokoll.

«Er war einfach unzufrieden, weil er das Gefühl hatte, dass ich meine Schulter hängen gelassen hab'. Da habe ich eine kurze Ansage bekommen.»

Das sei in diesem Moment aber «angemessen» gewesen. Sie bestätigte, dass sie und Trainer Altenburg ein enges Verhältnis pflegen und sie sich schon lange kennen würden.

«Dementsprechend nehmen wir uns das gegenseitig nicht übel und haben dann einfach weitergemacht.»

Was hältst du von der Szene? Ist ein solcher Umgangston im Spitzensport angebracht oder nicht? Schreib' es in die Kommentare.

(con)

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