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Werden wir in Peking nicht sehen: Roman Josi im Schweizer Nationaltrikot.
Werden wir in Peking nicht sehen: Roman Josi im Schweizer Nationaltrikot.Bild: KEYSTONE

«Es ist mega schade fürs Eishockey» – Nati-Boss Weibel über Olympia-Absage der NHL

Was sich abgezeichnet hat, ist nun fix: Die NHL-Spieler werden nicht an den Olympischen Winterspielen in Peking teilnehmen. Auch das Schweizer Team wird deshalb ganz anders aussehen, als man sich das noch vor einigen Wochen vorgestellt hatte.
22.12.2021, 20:47

Nationalmannschaftsdirektor Lars Weibel antwortete auf die Frage, wie stark sein Herz nach der Absage blute: «Ganz ehrlich, extrem. Dass sich die Weltbesten auf diesem Niveau messen, davon träumt jeder Funktionär, jeder Spieler, jeder Fan. Es ist mega schade fürs Eishockey

Ausserdem bedauert Weibel, die «Jungs» aus der NHL nicht zu sehen. «Diese wären sehr gerne gekommen. Es ist einfach eine gute Gruppe. Dass sie fehlen, ist auch menschlich betrachtet ein grosser Ausfall.»

Weibel wusste bereits seit ein paar Tagen vom Entscheid der NHL. Ohnehin verfolgt Nationaltrainer Patrick Fischer schon eine Weile einen Plan B, ein Team ohne NHL-Cracks. Umso wichtiger war das Heimturnier von vergangener Woche in Visp, das kurzfristig auf der Kippe stand. Für Visp hatte Fischer im Vergleich zum Deutschland-Cup Mitte November in Krefeld eine komplett andere Mannschaft aufgeboten.

«Ich bin froh, nun endlich Klarheit zu haben», sagt Weibel. Obwohl die Topstars der Szene fehlen, sieht er den Wert des Turniers nicht gross geschmälert. «Klar fehlen die grossen Namen. Es gibt jedoch so viele gute Spieler auf der Welt. Der sportliche Reiz ist nach wir vor unglaublich hoch. Was das Marketing betrifft, ist es aber sicherlich ein Dämpfer.»

Deutschland als Vorbild

Bei den Schweizern hätte die Mannschaft etwa zur Hälfte aus Spielern aus Nordamerika bestanden, angeführt von Roman Josi, dem besten NHL-Verteidiger der Saison 2019/20. Andere Nationen trifft es allerdings noch härter. Erhöht die Absage also die Chance auf eine Medaille? «Diese Frage ist für mich hypothetisch», sagt Weibel.

Ex-Goalie Lars Weibel (Zweiter von links) mit Reto Berra, Verbands-CEO Patrick Bloch und Romain Loeffel (von links).
Ex-Goalie Lars Weibel (Zweiter von links) mit Reto Berra, Verbands-CEO Patrick Bloch und Romain Loeffel (von links). Bild: keystone

Vor drei Jahren in Pyeongchang, als die NHL-Spieler zum ersten Mal seit 1994 fehlten, verloren die Schweizer im Achtelfinal gegen Deutschland mit 1:2 nach Verlängerung. Die DEB-Auswahl erreichte in der Folge den Final, in dem sie gegen Russland den Ausgleich zum 3:3 erst 56 Sekunden vor dem der regulären Spielzeit kassierte. Nach dem Shorthander siegten die Osteuropäer in der Verlängerung.

Fischer war nach den Winterspielen 2018 angezählt, er hat aber die richtigen Schlüsse aus der Enttäuschung gezogen und die Mannschaft weiterentwickelt. Von daher scheint nun alles möglich zu sein, das zeigt auch das Beispiel von Deutschland in Pyeongchang. Das Team für Peking hat Fischer auch ohne NHL-Spieler schon weitgehend im Kopf, im Wissen, dass gerade in der aktuellen Zeit noch einiges passieren kann und wohl Flexibilität gefragt ist.

Nationaltrainer Patrick Fischer zeigt seinen Spielern in Pyeongchang, wie er sich das vorstellt.
Nationaltrainer Patrick Fischer zeigt seinen Spielern in Pyeongchang, wie er sich das vorstellt.Bild: KEYSTONE

2026 wieder mit NHL-Spielern

Viele NHL-Spieler, unter ihnen Sidney Crosby, machen keinen Hehl daraus, dass sie gerne nach Peking gereist wären. Omikron, die hoch ansteckende neue Variante des Coronavirus, verunmöglicht nun aber eine Teilnahme. Schon 50 NHL-Partien mussten wegen der ansteigenden Zahl der positiven Fälle verschoben werden.

«Unser Fokus und Ziel war und bleibt, die Qualifikation und die Stanley-Cup-Playoffs rechtzeitig und sicher abzuschliessen», lässt sich NHL-Boss Gary Bettman in einem Communiqué zitieren. Daher werden erneut strenge Gesundheitsprotokolle eingeführt und die verfügbaren Daten während Olympia dazu genutzt, um verschobene Partien nachzuholen. Bei den Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina d'Ampezzo sollen die NHL-Cracks dann wieder mit von der Partie sein. (ram/sda)

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quelle: keystone / jean-christophe bott
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43 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Liebu
22.12.2021 17:09registriert Oktober 2020
Auch 2018 traten sie geschmückt mit Vorschusslorbeeren und den Olympiasieg vor Augen, die ihnen dann geöffnet wurden an.
Ich denke, Spieler sowie Staff haben ihre Lehren daraus gezogen.
Trotzdem ist alles möglich. Vom Finalsieg bis zum Ausscheiden nach der Vorrunde.
Das entscheidende für Fischer aber wird sein, wie das Team Auftritt. Man kann auch mal verlieren, wenn man alles für den Sieg getan hat, aber der Gegner einfach besser war, oder man kann sich auch selber schlagen, wie auch schon erlebt.
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Ottrott
22.12.2021 17:21registriert Februar 2020
Ohne NHL- Spieler ist die CH-Nati wohl nicht stark genug, um in die Nähe einer Medaille zu kommen. Auch wenn es der Eismeister oft anders sieht: die NL ist spielerisch zu schwach, zu langsam und technisch zu limitiert. Sie hat die letzten Jahre gegenüber anderen Ligen an Niveau verloren. Für Spieler aus der NL ist es deshalb schwieriger geworden, international auf hohem Niveau mitzuhalten resp. prägend zu agieren. Aber zurzeit ist das auch nicht so wichtig.
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Chalbsbratwurst
22.12.2021 17:35registriert Juli 2020
Hauptsache sie Spielen immer 60min Eishockey und hören nicht schon nach 58min auf zu spielen ;-)
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Kaum zu glauben – die Young Boys kopieren fast den SC Bern
Das ist ja ein Ding: YB kopiert das weitgehend gescheiterte SCB-Modell eines Unter- und Obersportchefs. Aber mit viel grösseren Erfolgschancen.

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