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ZSC vs Lausanne: Schlammschlacht geht nach Andrighetto-Sperre weiter

Le top Scorer PostFinance zuerichois Sven Andrighetto, gauche, est expulse par le juge de ligne Zach Steenstra, droite, lors du 5eme match de quart de finale playoff du championnat suisse de hockey su ...
Sven Andrighetto wurde gestern des Feldes verwiesen.Bild: keystone

Nächstes Kapitel in der Playoff-Schlammschlacht: Lausanne motzt wegen Andrighetto-Sperre

22.04.2021, 15:3122.04.2021, 16:03

Die Playoff-Viertelfinalserie zwischen Lausanne und den ZSC Lions war bislang kein spielerisches Highlight, sondern eher eine Schlammschlacht, in der beide Teams nicht davor zurückschrecken, auch mit dreckigen Aktionen zu kämpfen. Am letzten Montag drehte Lausannes Captain Mark Barberio durch und erhielt nach einem Stockstich und einem Bandencheck sechs Spielsperren.

Eine andere Aktion von Barberio im dritten Spiel der Serie – ein zweihändiger Stockschlag gegen den Kopf von Garett Roe – blieb ohne Sanktion.

Gestern leistete sich Sven Andrighetto, der zuvor oft das Opfer solcher Aktionen war, einen Aussetzer und traf bei einem Crosscheck den Nacken von Charles Hudon. Dafür wurde der Zürcher heute vom Einzelrichter für ein Spiel gesperrt.

Doch für den Lausanne HC war das offenbar nicht genug. Die Waadtländer posteten heute ein Video auf ihrem Twitter-Kanal, in dem sie das Strafmass infrage stellen. Sie zeigen dabei zwei andere Crosschecks gegen Kopf und Nacken – einen von ihrem Verteidiger Joel Genazzi, einen anderen von Zugs Verteidiger Jesse Zgraggen. Genazzi kassierte damals zwei Spielsperren, Zgraggen deren drei. Das Video beendet der LHC mit den Worten «Tous égaux?» («Alle gleich?») und impliziert damit, dass Andrighetto oder die ZSC Lions vom Einzelrichter bevorteilt werden sollen.

Damit haben sich die Waadtländer zum Gespött der restlichen Hockey-Schweiz gemacht, wie die Reaktionen auf den Post zeigen. Denn die Beschwerde hat null Hand und Fuss – auch wenn der Klub gemäss Sportchef Petr Svoboda auch noch offiziell Rekurs gegen das Urteil einzulegen versucht.

Die drei Fälle lassen sich schlicht und einfach nicht vergleichen. Alles sind zwar Crosschecks gegen Kopf und Nacken, aber in völlig anderen Spielsituationen:

  • Andrighetto befindet sich in einem Zweikampf um die Scheibe. Man könnte sogar argumentieren, dass er mit dem Stock zuerst die Schulter trifft und erst dann den Nacken. Eine Spielsperre ist gerechtfertigt, über eine zweite hätte er sich wohl nicht beklagen können.
  • Bei Genazzi ist nicht nur die Scheibe weit weg, das Spiel ist auch bereits unterbrochen. Zudem kommt der Lausanne-Verteidiger als dritter Mann zu einem bestehenden Zweikampf hinzu.
  • Ähnlich ist die Situation auch bei Zgraggen: Die Scheibe ist weit weg, es ist kein laufender Zweikampf. Der Gegner rechnet nicht mit einem Schlag und wird von Zgraggen überraschend niedergestreckt.

Statt sich über den gestrigen Sieg zu freuen und den Fokus voll auf den Rest der Serie zu legen, wird so noch mehr Öl ins Feuer gegossen und Neben- zu Hauptschauplätzen gemacht. (abu)

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