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Warum Trainer Rönnberg mit Fribourg-Gottéron nicht restlos zufrieden ist

Fribourg-Gotteron Cheftrainer Roger Roennberg (Ronnberg) waehrend dem Qualifikationsspiel der Eishockey-Meisterschaft der National League zwischen den Teams EHC Kloten und Fribourg-Gotteron am Freitag ...
Fribourg-Trainer Roger Rönnberg ist noch nicht restlos zufrieden mit den Auftritten seiner Mannschaft in dieser Saison. Bild: keystone

Nur ein kleiner Meisterblues – aber Gottéron ist «noch nicht auf dem Niveau des Vorjahres»

Noch spielt Fribourg-Gottéron nicht auf dem Niveau der letzten Saison. Ein eigentlicher Meisterblues ist aber nicht auszumachen. Dazu macht man in der Zukunftsplanung Nägel mit Köpfen.
08.10.2026, 15:1108.10.2026, 15:11
marcel hauck / keystone-sda

Mit den letzten beiden Meisterschaftsspielen war Roger Rönnberg alles andere als zufrieden. «Ich mochte es nicht, wie wir gespielt haben», sprach der schwedische Coach nach der 1:2-Heimniederlage am Samstag gegen Ambri-Piotta Klartext. Bereits am Tag zuvor in Kloten sei es trotz des 4:1-Sieges keine sonderlich gute Partie gewesen. «Das Team ist noch nicht auf dem Niveau des Vorjahres», stellt Rönnberg fest.

Grund zur Sorge besteht deswegen in Freiburg nicht. Dass es nicht einfach im gleichen Stil weitergehen wird, wie in der letzten Saison, als alles perfekt aufging, war zu erwarten. Die Drachen sind solide in die laufende Meisterschaft gestartet. Fünf Siege stehen vier Niederlagen – drei davon auswärts – gegenüber, das ergibt Platz 6 in der Tabelle. Ohne den Rückschlag gegen Ambri wäre man Dritter, einen Punkt hinter Servette, das ein Spiel mehr ausgetragen hat. In der Champions League kann man nach dem überzeugenden 6:1 gegen Nitra am Dienstagabend vor der letzten Runde mit den Achtelfinals planen.

Gegen den slowakischen Meister setzte Rönnberg vier Junioren ein, weil einerseits die Verteidiger Michael Kapla, Andrea Glauser und Ludvig Johnson (verletzt) sowie der schwedische Topskorer Marcus Sörensen (krank) fehlten und er anderseits die Belastung der Stammspieler im Auge behalten will. Die Nachwuchsleute erfüllten ihre Aufgabe sehr gut. Das passt zur Strategie des Vereins, der bereits über die aktuelle Saison hinaus plant.

Ein Helm gegen die Nebengeräusche

Nach den Vertragsverlängerungen der letzten Tage stehen zwölf der dreizehn Stammangreifer auch nächste Saison – und manche noch länger – für Gottéron auf dem Eis. Als Nächstes dürfte sich Sportchef Gerd Zenhäusern den Verteidigern zuwenden.

Gerd Zenhaeusern Manager Sport parle lors d'une conference de presse a l'occasion du media day de HC Fribourg Gotteron (HCFG) d'avant-saison du championnat suisse de hockey sur glace de ...
Gerd Zenhäusern mag nicht mehr über den Meistertitel sprechen.Bild: keystone

Im Gespräch vor einigen Wochen betonte der 54-jährige Oberwalliser mit einem Seufzer, er wolle nach diesem Interview nie mehr über den Meistertitel reden, und erklärte, es sei nicht ganz einfach gewesen, gleich wieder an die Arbeit zu gehen. «Man muss eine Art Helm tragen, der die Nebengeräusche, auch all die Gratulationen, ausblendet.»

Servette als abschreckendes Beispiel

Das Beispiel von Servette dürfte in Freiburg als Warnung gedient haben. Auch die Genfer feierten 2023 ihren ersten Meistertitel – und verpassten in den folgenden zwei Jahren die Playoffs deutlich (10. und 12.). Auch deshalb wurde das Saisonziel nicht angepasst. Mindestens die Top 6 und damit die direkte Playoff-Qualifikation soll es sein. Immerhin hatte man mit der Vereinsikone Julien Sprunger (Rücktritt), dem überragenden Goalie Reto Berra (zu Kloten), dem Meisterschützen Lucas Wallmark (in die Heimat Schweden) und dem Internationalen Attilio Biasca (nach Nordamerika) vier gewichtige Abgänge.

EHC Kloten Torhueter Reto Berra waehrend dem Qualifikationsspiel der Eishockey-Meisterschaft der National League zwischen den Teams EHC Kloten und SC Bern am Dienstag, 22. September 2026, in Kloten. ( ...
Fribourgs Meistergoalie Reto Berra spielt jetzt bei Kloten.Bild: keystone

Zenhäusern will sich aber nicht nur an den Resultaten messen lassen. Er ist daran, eine Freiburger Identität aufzubauen. Eine Identität, die auf Spieler aus dem eigenen Nachwuchs setzt, aber auch auf harte Arbeit und eine grosse mentale Stärke. «Es ist eine Frage der Einstellung, wie man mit Rückschlägen und Verletzungen umgeht», erklärt Zenhäusern und nimmt die letzte Saison als Beispiel. «Auch ohne Wallmark oder Sörensen haben wir weiter gewonnen», streicht er heraus. «Keiner hat gesagt: ‹Oh, jetzt haben wir keine Chance mehr.›»

Gottéron soll eine attraktive Station für junge Spieler sein, die sich weiterentwickeln wollen. Mit den Routiniers Andrea Glauser und Christoph Bertschy, den Mittzwanzigern Sandro Schmid und Nathan Marchon, den aufstrebenden Jan Dorthe und Kevin Nicolet sowie den beiden Goalies Ludovic Waeber und Loïc Galley stehen acht Spieler aus dem eigenen Nachwuchs im Kader.

  • Stürmer
  • Verteidiger
  • Torhüter
Player Image

Nation Flag

Aktuelle
Note

info
  • 7

    Ein Führungsspieler, der eine Partie entscheiden kann und sein Team auf und neben dem Eis besser macht.

  • 6-7

    Ein Spieler mit so viel Talent, dass er an einem guten Abend eine Partie entscheiden kann und ein Leader ist.

  • 5-6

    Ein guter NL-Spieler: Oft talentierte Schillerfalter, manchmal auch seriöse Arbeiter, die viel aus ihrem Talent machen.

  • 4-5

    Ein Spieler für den 3. oder 4. Block, ein altgedienter Haudegen oder ein Frischling.

  • 3-4

    Die Zukunft noch vor sich oder die Zukunft bereits hinter sich.

  • Die Bewertung ist der Hockey-Notenschlüssel aus Nordamerika, der von 1 (Minimum) bis 7 (Maximum) geht. Es gibt keine Noten unter 3, denn wer in der höchsten Liga spielt, ist doch zumindest knapp genügend.

Punkte

Goals/Assists

Spiele

Strafminuten

  • Er ist

  • Er kann

  • Erwarte

Wie die Verrückten arbeiten

Der Weg stimmt also, deshalb ist es für Gerd Zenhäusern nicht entscheidend, ob ein weiterer Meistertitel hinzukommt. «Dafür braucht es immer auch eine Portion Glück», weiss er. «Stolz bin ich dann, wenn wir jedes Jahr konkurrenzfähig sind. Wenn die Leute sehen, dass wir wie die Verrückten arbeiten.» Dann könne man in den Spiegel schauen, und dann falle die Kugel auch mal wieder auf die richtige Seite.

Zenhäusern denkt lang-, Coach Rönnberg zumindest mittelfristig. Am Donnerstag bietet sich ihm und seinem Team aber die Chance, gegen das punktgleiche Überraschungsteam Ajoie auch in der Meisterschaft wieder auf den richtigen Weg zu kommen. «Es liegt an mir, das Team wieder auf das Niveau der letzten Saison zu bringen», ist sich Rönnberg bewusst. (abu/sda)

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