DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Der Davoser Reto von Arx, Mitte, haelt den Pokal nach dem fuenften Playoff-Finalspiel der National League A zwischen den ZSC Lions und dem HC Davos am Samstag, 11. April 2015, im Hallenstadion in Zuerich. Der HC Davos hat die Playoff-Final-Serie mit 4:1 gewonnen und damit die Meisterschaft fuer sich entschieden. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Von Arx präsentiert den HCD-Fans im Zürcher Hallenstadion den Meisterpokal. Bild: KEYSTONE

Von Arx' Abgang – wie ein Hockey-Märchen aus «Tausendundeiner Nacht»

Die Eishockey-Playoffs schrieben Geschichten, wie sie Hollywood nicht besser inszenieren könnte. Bei der kitschigsten drehte sich 2015 alles um Reto von Arx, den bislang grössten Schweizer Playoff-Helden.



Da sind sich alle einig: Reto von Arx ist der beste Playoff-Spieler der Geschichte. Der Emmentaler aus Zollbrück stand 1998 erstmals im Final, gewann 2002 seine erste Meisterschaft mit Davos und 2015 mit 38 den sechsten und letzten Titel. Dreimal erzielte Reto von Arx für den HCD das meisterschafts-entscheidende Tor: 2002, 2009 und eben 2015. Seine ganze Karriere lang verstand es «RvA» wie kein anderer, Taten statt Worte für sich sprechen zu lassen.

Aber am 11. April 2015 im Hallenstadion sprach sogar Reto von Arx von «Kitsch». Davos gewann die Serie in fünf Spielen. Im fünften Spiel brachte von Arx den HCD in der 50. Minute 1:0 in Führung, die Davoser siegten letztlich mit 3:0. Von Arx wurde in den Playoffs bloss noch viermal eingesetzt.

Seit Februar wusste er, dass er und sein Bruder Jan in Davos keinen Vertrag mehr erhalten würden. In der ganzen Saison gelang RvA vor dem Final nur ein Tor. Und dann entschied er in seinem 1004. NLA-Spiel die Meisterschaft – ein Märchen wie aus den morgenländischen Erzählungen «Tausendundeine Nacht».

SRF-Beitrag über Meisterschütze Reto von Arx. Video: SRF

Seger und noch mehr Kitsch

An diesem Frühlingsabend im Hallenstadion wusste Reto von Arx noch nicht, dass dies sein letztes Spiel gewesen war. Die Hoffnung, doch noch einen Vertrag zu erhalten, starb zuletzt. Bis in den Sommer verhandelten die Von-Arx-Brothers mit anderen Klubs. Mit Langnau waren sie sich schliesslich im Prinzip einig. Am Ende unterschrieben sie aber doch nicht, weil «ich mir nicht vorstellen konnte, mit einem anderen Klub als Gegner des HCD nach Davos zu kommen», so Reto von Arx. Es sei damals der richtige Entscheid gewesen: «Heute kann ich sagen: Ich hatte viel weniger Mühe damit, aufzuhören, als ich es zunächst befürchtet hatte.»

Reto von Arx, links, und Dino Wieser vom HC Davos, werden von Fans gefeiert, am Sonntag, 12. April 2015, in der Vaillant Arena in Davos. Der HC Davos hatte das fuenfte Playoffspiel vom Vorabend in Zuerich gegen die ZSC Lions mit 3:0 gewonnen und sich damit zum 31. Mal den Meisterpokal geholt. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Von Arx gönnt sich bei der Meisterfeier in Davos ein Bierchen, Wieser dagegen ein Bier. Bild: KEYSTONE

Noch mehr Kitsch gefällig? Ein Akteur der ZSC Lions blieb damals mit Tränen in den Augen lange bei Reto von Arx stehen: Mathias Seger. Seger war traurig, verloren zu haben, aber er freute sich für von Arx, denn «Reto ist eine unglaubliche Persönlichkeit und ein grossartiger Mensch. Dass gerade er nach dieser Vorgeschichte das entscheidende Tor schiesst ... Der Sport schreibt die grössten Geschichten.» Drei Jahre später wurde Seger in einer weiteren Kitsch-Story beim Abschied auch nochmals Meister.

Shakehands zwischen dem Zuercher Mathias Seger, links, und dem Davoser Reto von Arx, rechts, nach dem siebten Playoff-Viertelfinalspiel der National League A zwischen den ZSC Lions und dem HC Davos, am Samstag, 16. Maerz 2013, im Hallenstadion in Zuerich. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)............

Von Arx nimmt die Gratulation von Seger entgegen. Bild: KEYSTONE

Der kaputte Pokal

Wer an den Playoff-Final von 2015 denkt, der erinnert sich aber nicht nur an Reto von Arx und Leonardo Genoni, der in den Playoffs fantastisch hielt und erstmals Meister wurde, sondern auch an die Episode, die sogar im Ausland thematisiert wurde. Paul Berri, die damals 75-jährige Legende des HC Davos, liess den Meisterpokal fallen. Dieser zerbrach.

Der Meisterpokal geht in die Brüche. Video: SRF

«Der Kübel geht zum Berri, bis er bricht», soll jemand gesagt haben. Berri musste in Interviews erklären, was mit «dem huara Ding» passiert ist. Eismeister Klaus Zaugg schlug in Anbetracht des Sachschadens von 10'000 Franken neues Feiermaterial vor – «Nehmt doch eine Milchkanne».

Denn zum dritten Mal in fünf Jahren war die Trophäe am Meisterabend zumindest beschädigt worden. Bei der Meisterfeier zehn Tage später feierte der HCD mit einer alten Trophäe. Denn im Gegensatz etwa zum Stanley Cup darf der Schweizer Meister seinen Pokal behalten. Später liess der HCD aus veredeltem Plexiglas Ersatz herstellen. Ein Fan, der Überreste des Pokals gefunden hatte, versuchte den Sockel online zu versteigern. Davos unterband als rechtmässiger Besitzer diese A(u)ktion. (pre/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

HCD, SCB, ZSC und? Diese Klubs wurden schon Schweizer Hockey-Meister

1 / 12
HCD, SCB, ZSC und? Diese Klubs wurden schon Schweizer Hockey-Meister
quelle: keystone / ennio leanza
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Dinge, die Hockey-Fans niemals sagen würden

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Feuerwerk um 3 Uhr morgens – das Playoff-Märchen der SCRJ Lakers geht weiter

Die Rapperswil-Jona Lakers sind in den Playoffs weiter nicht zu bremsen. Nach Biel schalten die St.Galler auch das klar favorisierte Lugano aus und stehen zum zweiten Mal in der Klubgeschichte im Halbfinal.

Als am 13. Februar dieses Jahres die Meldung die Runde machte, die Rapperswil-Jona Lakers würden die Zusammenarbeit mit ihrem Erfolgscoach Jeff Tomlinson nicht über die laufende Saison hinaus verlängern, rieben sich viele die Augen. Immerhin hatte der Deutschkanadier die St.Galler 2018 zurück in die National League und im selben Jahr als Unterklassiger zum Cuptitel geführt. Der Klub begründete den Entscheid damit, dass «der Zeitpunkt für einen Wechsel und den nächsten Schritt gekommen ist.»

Am …

Artikel lesen
Link zum Artikel