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Trade-Streit bei den Red Wings eskaliert – jetzt streikt Dylan Larkin

Detroit Red Wings center Dylan Larkin (71) celebrates his goal against the Ottawa Senators in the third period of an NHL hockey game Tuesday, March 24, 2026, in Detroit. (AP Photo/Paul Sancya)
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Dylan Larkin wird nicht mehr für die Detroit Red Wings auflaufen. Bild: keystone

Trade-Streit bei den Red Wings eskaliert – jetzt streikt Dylan Larkin

Bei den Detroit Red Wings kehrt in dieser Saison keine Ruhe ein. Ex-Captain Dylan Larkin ist Monate nach seinem ursprünglichen Trade-Wunsch in den Streik getreten.
30.10.2026, 15:4530.10.2026, 15:45

Dylan Larkin und sein Management gehen auf die Barrikaden. In der Nacht auf Freitag wurde bekannt, dass sich der einstige Captain der Detroit Red Wings entschieden hat, nicht mehr für das Team aus seiner Heimat aufzulaufen, bis er getradet wird. Bereits im Juni dieses Jahres wurde der Trade-Wunsch des US-Olympiasiegers öffentlich. Die genauen Gründe dafür hat der Spieler nie bestätigt, doch Berichte sprachen von Frust aufgrund der langen Erfolgslosigkeit (zehn Jahre in Serie die Playoffs verpasst) und einem zerrütteten Verhältnis mit dem ehemaligen General Manager Steve Yzerman, der kurz nach dem Bekanntwerden der Trade-Anfrage entlassen wurde.

Phasenweise sah es so aus, als ob sich Larkin, die Detroit Red Wings und deren Fans tatsächlich wieder versöhnen könnten. Im Gegensatz zu Connor Hellebuyck weigerte sich Larkin nicht, im Trainingscamp der Wings aufzutauchen, wenn auch er sich sogleich verletzte. Beim ersten Heimspiel der Saison stand er nicht auf dem Eis und wurde bei der Team-Präsentation ausgebuht. Doch als er am 6. Oktober sein Debüt in dieser Saison gab, holte er sich die Gunst des Publikums mit einem Tor, einem Assist und einer Rangelei wieder zurück.

41'000 Dollar pro Tag in den Eimer

Trotzdem beharrte der Detroit-Stürmer weiterhin darauf, getradet zu werden. Er erweiterte seine Trade-Liste von ursprünglich drei Teams (Vegas, Florida und Minnesota) auf zehn Teams (neu auch Carolina, Colorado, Dallas, New Jersey, Tampa, Utah und Washington) und hoffte, so endlich einen Trade ins Rollen zu bringen. Da der Stürmer eine No-Move-Klausel in seinem Vertrag hat, kann er diktieren, zu welchen Teams er getradet werden möchte.

Nun scheint die Geduld von Larkin und seinem Agenten-Team aber am Ende zu sein. Am späten Donnerstagabend kündigte der aus Michigan stammende Stürmer an, nicht mehr für sein Team auflaufen zu wollen und in den Streik zu gehen. Dylan hat genug von der Situation. «Wir finden, dass wir uns in dieser Angelegenheit immer sehr professionell und kooperativ verhalten haben», liess sein Agent Pat Brisson ausrichten. Die Red Wings um Interim-General-Manager Shawn Horcoff reagierten umgehend und suspendierten den 30‑Jährigen. Ähnlich wie Hellebuyck vor seinem Trade zu New Jersey erhält Larkin nun keinen Lohn mehr und verliert täglich 41'237 Dollar.

Minnesota hat Interesse

Wie geht es in dieser verzwickten Situation nun weiter? Larkin ist offenbar nicht gewillt, seine Liste von Teams zu erweitern, zu denen er einen Trade akzeptieren würde. Und GM Horcoff scheint auf ein absolutes Spitzenangebot warten zu wollen. Wie die NHL-Insider Chris Johnston und Pierre LeBrun berichten, scheinen die Minnesota Wild am meisten Interesse zu haben.

Demnach soll Wild-GM Bill Guerin den Red Wings ein Angebot vorgelegt haben, das drei Erstrunden-Draftpicks sowie zwei Kaderspieler umfasste. Horcoff lehnte trotzdem ab. Allerdings scheint es nur wenig realistisch, dass der Detroit-Manager noch viel bessere Angebote erhält. Colorado und Florida hätten sich beispielsweise noch überhaupt nicht bei Detroit gemeldet. Und sie hätten wie auch New Jersey (123'000 Dollar), Dallas (342'000) oder Vegas (351'000) keinen Cap Space mehr vorhanden.

Dass Minnesota derart interessiert ist, ist durchaus logisch. Was den Wild noch fehlt, ist ein guter Center für die erste Linie – Larkin könnte Joel Eriksson Ek eine Linie nach hinten verdrängen und diese Rolle übernehmen. Allerdings müsste Guerin auch kreativ werden, um Larkins Cap Hit von 8,7 Millionen US-Dollar aufnehmen zu können.

Aktuell hat Minnesota nur noch 1,67 Millionen an freiem Cap Space und müsste sicher noch den einen oder anderen Spieler loswerden, um sich den neuen Wunschstürmer leisten zu können. Es ist allerdings nicht einfach, einen Gegenwert für Detroit zu finden: Opferst du Jared Spurgeon (7,58 Mio. Cap Hit)? Die Chance, dass Detroit Interesse an einem 36‑jährigen Verteidiger hat, ist gering. Kannst du auf Goalie Filip Gustavsson verzichten? Jesper Wallstedt hat die aktuell verletzte Nummer 1 bislang hervorragend vertreten. Aber bislang war das schwedische Goalie-Duo auch eine der grossen Stärken Minnesotas.

Detroits Spieler reagieren trotzig

Mittendrin in diesem Chaos sind natürlich auch die restlichen Spieler der Detroit Red Wings – und sie reagieren trotzig auf Larkins Streik. In der Nacht auf Freitag haben sie die Chicago Blackhawks mit 4:1 aus dem eigenen Stadion geschossen. Schon vor dem Spiel wurde Larkins Namensschild beim Spind seiner Garderobe entfernt und Cheftrainer Todd McLellan kündigte an: «Wir sind bereit, die Sache hinter uns zu lassen.»

Nach dem überzeugenden Sieg gegen Chicago sagte Verteidiger Moritz Seider, der als designierter Nachfolger von Larkin als Red-Wings-Captain gilt: «Dieser Sieg hat ein wenig mehr bedeutet. Wir wissen, dass dies nun unsere Mannschaft ist, und wir haben hier eine gute Gruppe.»

Neben der Larkin-Saga gibt es rund um die Red Wings aber eine weitere unbeantwortete Frage. Der junge Verteidiger Simon Edvinsson ist weiterhin ohne Vertrag und scheint mittlerweile ebenfalls einen Trade einer Vertragsverlängerung vorzuziehen. Edvinsson wollte in Detroit eigentlich einen langfristigen Vertrag, die Red Wings pochten auf eine kürzere Laufzeit. Auch hier wird langsam die Zeit knapp – wenn der Schwede noch in dieser Saison NHL-Spiele bestreiten möchte, muss er bis zum 1. Dezember einen neuen Vertrag unterschrieben haben. In Detroit oder anderswo. Auf jeden Fall wird es in den nächsten Tagen und Wochen noch nicht viel ruhiger in Hockey Town.

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