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Verrückte Ausgeglichenheit und die Frage: Gibt es neue Elsgauer?

Joie des joueurs jurassiens apres le but du 4:3 marque par Julius Honka (HCA) lors du match du championnat suisse de hockey sur glace de National League entre HC Ajoie et SC Rapperswil-Jona Lakers le  ...
Dem HC Ajoie Elsgau ist der Saisonstart geglückt.Bild: keystone
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Verrückte Ausgeglichenheit und die Frage: Gibt es neue Elsgauer?

Bereits im September zeichnet sich ab: Die ZSC Lions werden die Qualifikation gewinnen. Was die Liga nun umtreiben wird, ist die Frage nach den neuen Elsgauern.
28.09.2026, 01:34

Elsgau nannten die alten Berner die Ajoie. Für die Menschen, die sich in der Ajoie mit Eishockey befassen, ist die Bezeichnung Elsgauerinnen und Elsgauer die eleganteste und präziseste. Jurassierinnen und Jurassier trifft es nämlich nicht. Die leben auch im Kanton Bern und haben dort sogar einen garantierten Sitz in der Regierung.

Noch nie waren sich so viele Kenner vor der Saison einig gewesen: Ajoie wird erstmals nicht auf dem letzten Platz landen. Und siehe da: Ajoie steht zurzeit auf dem 6. Rang. Direkte Playoff-Qualifikation.

So wird es nicht bleiben. Aber die Hoffnung lebt, dem Tabellenende zu entrinnen. Die Ausgangslage ist einmalig: Die Differenz zwischen dem Tabellenführer (ZSC Lions) und dem ersten Verfolger (Ambri) ist grösser (7 Punkte) als der Abstand zwischen Rang 2 und dem 14. und letzten Platz (6 Punkte).

Die Frage ist also nicht, wer die Qualifikation gewinnen wird (es werden die ZSC Lions sein). Sondern ob es neue Elsgauer geben wird. Wenn sich schon fast alle einig sind, dass Ajoie erstmals die Qualifikation nicht auf dem letzten Platz beenden wird, dann müssen wir fragen: wenn nicht Ajoie, wenn nicht die Elsgauer, wer dann?

Das Hosentelefon schweigt

Vor der Saison war Ambri der meistgenannte Kandidat. Aber das wird sich wahrscheinlich als Irrtum erweisen. Die Weisheiten des Augusts waren halt schon oft die Torheiten des Septembers. Aber wenn nicht Ambri, wer dann?

Nennen wir in einem ersten Schritt die Teams, die ganz sicher nicht auf dem letzten Platz landen werden: die ZSC Lions, Zug, Davos, Gottéron, Lugano, Servette, der SCB und Lausanne. Also bleiben als Kandidaten Ambri, die SCL Tigers, die Lakers, Kloten, Biel und, natürlich, Ajoie.

Untersuchen wir, wie viel Elsgau in diesen Teams steckt. Am wenigsten – höchstens 20 Prozent – in Ambri. Der gute Saisonstart wird Jussi Tapola und seine Männer weit tragen. Soeben hat ein berühmter Spielerhändler gesagt, er habe noch keinen Anruf aus Ambri erhalten. Das sei ein sicheres Zeichen, dass Ruhe und Zuversicht die Stimmung prägen. Normalerweise führe er schon im September hosentelefonische Krisengespräche.

Auch in Langnau gibt es höchstens ein „Elsgau-Potenzial“ von 20 Prozent. Die ausländischen Stürmer haben noch viele Reserven und die Fangquoten von Robin Meyer (88,19 %) und Luca Boltshauser 87,93 %) werden in den nächsten Wochen über 90 % klettern. Aber beunruhigend: Die Emmentaler haben bisher am meisten Gegentore kassiert.

Dann folgen die Lakers mit 30 Prozent. Sie haben soeben im Elsgau in der Verlängerung 4:3 gewonnen. Wer in Pruntrut gewinnt, wird nicht auf dem letzten Platz enden.

  • Stürmer
  • Verteidiger
  • Torhüter
Player Image

Nation Flag

Aktuelle
Note

info
  • 7

    Ein Führungsspieler, der eine Partie entscheiden kann und sein Team auf und neben dem Eis besser macht.

  • 6-7

    Ein Spieler mit so viel Talent, dass er an einem guten Abend eine Partie entscheiden kann und ein Leader ist.

  • 5-6

    Ein guter NL-Spieler: Oft talentierte Schillerfalter, manchmal auch seriöse Arbeiter, die viel aus ihrem Talent machen.

  • 4-5

    Ein Spieler für den 3. oder 4. Block, ein altgedienter Haudegen oder ein Frischling.

  • 3-4

    Die Zukunft noch vor sich oder die Zukunft bereits hinter sich.

  • Die Bewertung ist der Hockey-Notenschlüssel aus Nordamerika, der von 1 (Minimum) bis 7 (Maximum) geht. Es gibt keine Noten unter 3, denn wer in der höchsten Liga spielt, ist doch zumindest knapp genügend.

Punkte

Goals/Assists

Spiele

Strafminuten

  • Er ist

  • Er kann

  • Erwarte

Das grösste «Elsgau-Potenzial» steckt in Biel und Kloten mit je 70 Prozent. Eigentlich scheint es unmöglich, mit Reto Berra im Tor auf den letzten Platz abzurutschen. Aber das Unmögliche ist nach Verlustpunkten schon Tatsache und beim 0:6 gegen Biel war Reto Berra ein Lottergoalie. Seine Saison-Fangquote steht bei 86,78 Prozent. Sage mir, ob Reto Berra künftig besser hält, und ich sage dir, ob Kloten auf den letzten Platz zurückfällt.

Und ist Biel tatsächlich eine offensive Spektakelmaschine oder ist das 6:0 in Kloten einer Laune der Hockey-Götter geschuldet? Beim 0:2 gegen Servette gab es soeben wenig Spektakel und keine Tore. Biel hat in den letzten drei Jahren bewiesen, dass es Krise kann. Aber eine tiefe Krise – Absturz auf den letzten Platz – mussten die Bieler seit dem Flugjahr 2023 (Playoff-Final) noch nie überstehen.

Die Antwort auf die Frage, ob es neue Elsgauer – also am Ende der Qualifikation einen anderen Tabellenletzten als Ajoie geben wird – dürfte schon im November beantwortet werden. Bei der Ausgeglichenheit können Langnau, die Lakers, Biel, Kloten oder Ajoie und selbst Ambri vier oder fünf Niederlagen hintereinander fast nicht mehr korrigieren. Einer wird in eine Niederlagen-Serie geraten. Die wahrscheinlichste Variante ist nach wie vor die langweiligste und unspektakulärste: Am Ende wird es halt doch wieder…Ajoie erwischen. Also die echten Elsgauer.

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