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SRF – die letzte Hockey-Oase der Medienromantik und des «Kopf-Kinos»

A young man plies with the reception control of a radio set while searching for a specific station, pictured on November 18, 2009 in Switzerland. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Eine junger Mann dreht am  ...
Live-Hockey ist beim SRF nur übers Radio empfangbar (Symbolbild).Bild: KEYSTONE
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SRF – die letzte Hockey-Oase der Medienromantik und des «Kopf-Kinos»

Unser öffentlich-rechtliches Fernsehen sitzt auch in der neuen Hockey-Saison nur am TV-Katzentisch. Kein Problem. Leutschenbach ermöglicht uns dafür exklusiv ab Meisterschaftsstart am 15. September erneut eine wunderbare Reise in die Zeit, als auch in der Medienwelt alles noch ein wenig einfacher war.
24.08.2026, 16:5224.08.2026, 16:52

Es gab einmal eine Zeit, da waren Telefonapparate an Wänden angeschraubt und hatten eine Wählscheibe. TV-Direktübertragungen gab es Eishockey erst vom Spengler Cup, olympischen Turnieren und Weltmeisterschaften. TV-Bilder aus der nationalen Meisterschaft waren eine Rarität.

Und doch war es eine schöne Zeit. Die Eishockeymeisterschaft verfolgten wir in den 1970er Jahren am Radio und notfalls in der Beiz mit einem kleinen, tragbaren Gerät. Nach 22 Uhr gab es die Liveschaltungen zu ausgewählten Partien. Die Berichte von Chasper Stupan aus Arosa und Davos waren legendär und machten uns im Flachland mit dem Bündner Dialekt vertraut. Privatradios gibt es erst seit dem 1. November 1983. Roger Schawinskis Piratenradio 24 gab es zwar schon 1979, war aber im Bernbiet nicht empfangbar.

HCD-Goalie Richard Bucher und seine Verteidiger wehren einen Langnauer Angriff ab, aufgenommen am 30. September 1980 in Langnau beim Nationalliga A Meisterschaftsspiel des SC Langnau gegen den HC Davo ...
Schweizer Eishockey kam früher fast nie im TV.Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Die Bilder, die es im Fernsehen nicht gab, machten wir uns im Kopf, und die waren so bunt wie heute die laufenden Farbbilder. Diese Radio-Reportagen hatten eine ganz andere Faszination als heute die Live-Schaltungen der Lokalradios. Sie waren lebhaft, emotional, aber nicht wild und trivial und hatten eine ganz besondere Würde und Wichtigkeit. Wie gutes Sprechtheater. Waren wir beim Jass, legten wir kurz die Karten nieder, wenn sich beispielsweise Chasper Stupan aus Arosa oder Hans Hugentobler aus Langnau meldete.

Dank «Leutschenbach» gibt es eine Renaissance mit noch mehr «Hockey-Kopfkino» als damals in den 1979er und 1980er Jahren.

SRF-Mediensprecher Roger Muntwyler bestätigt:

«Auf Radio SRF 1 und Radio SRF 3 werden auch in der kommenden Saison wie gewohnt Spiele am Wochenende begleitet. SRF wird die höchste Schweizer Eishockeyliga während der Qualifikation erneut partiell mit einer «Audio-Live-Konferenz» auf srf.ch/sport und in der SRF Sport App begleiten. Die Konferenz wird dann ausgestrahlt, wenn zwischen Montag und Freitag mindestens vier Meisterschaftsspiele parallel stattfinden. Der Grossteil der Spiele wird von A bis Z vor Ort begleitet und durchkommentiert.»

Also «Kopfkino», nun empfangbar nicht mehr in einem kleinen Transistorradio. Sondern im Internet. Wunderbar. Echte Romantik. Zumal SRF im Hockey exzellente Reporter wie beispielsweise Christoph Sterchi oder Reto Widmer im Einsatz hat, die, bestens ausgebildet, den legendären Stimmen der 1970er Jahre in nichts nachstehen. Kommt dazu, dass sich viele Lokalradios – wie etwa die Dudel-Sender in der Stadt Bern – längst von Livereportagen aus Hockeystadien verabschiedet haben. Nur noch die ländlichen Stationen wie Radio Central, Radio Neo1 oder Radio Freiburg/Fribourg berichten live. Aber halt nur von den Klubs in ihrem jeweiligen Sendegebiet.

Livebilder der nationalen Meisterschaft gibt es – wie in der vergangenen Saison – nur im Pay-TV und im frei empfangbaren Privatfernsehen. MySports überträgt alle Spiele live (kostenpflichtig). Im frei empfangbaren Fernsehen werden in der Deutschschweiz (TV 24, und 3+) 39 Qualifikationspartien gezeigt, in der Westschweiz 14 von den frei empfangbaren TV-Stationen La Télé, Léman Bleu und Tele Bielingue sowie im Tessin 12 von Tele Ticino. Ergibt in der Qualifikation insgesamt 65 Gratis-Spiele.

In den Playoffs wird im Viertelfinal und im Halbfinal je eine ausgewählte Partie und im Final werden sämtliche Spiele frei empfangbar von den erwähnten Privat-Stationen übertragen. Das bedeutet: Die vom Verband unabhängige höchste Liga (National League) verzichtet – anders als der nationale Fussball – ganz auf Livebilder im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. SRF konzentriert die Liveübertragungen im Eishockey auf den Spengler Cup, WM- und Olympiaturniere und die Nationalmannschaft. Die Meisterschaft der National League beginnt am 15. September.

Es wäre fast ein wenig schade, wenn SRF immer noch alle Live-Bildrechte hätte. Dann gäbe es womöglich diese SRF-Radio-Romantik gar nicht mehr.

Es ist natürlich nicht so, dass wir im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ganz auf Farbbilder aus unserer Eishockey-Meisterschaft verzichten müssen. Roger Muntwyler führt aus:

«Eishockey bleibt ein wichtiger Bestandteil des SRF-Sportprogramms. SRF berichtet über die National League im Rahmen der bestehenden Struktursendungen «Sportflash», «Sport heute» und «Sportpanorama» und zeigt dort Matchberichte. Eine separate Hockey-Magazinsendung gibt es nicht.»

Das bedeutet: Es gibt weiterhin keinen Service «jedes Spiel, jedes Tor» und keinerlei Direktübertragungen. Lediglich ab 23 Uhr Bilder zu ausgewählten Partien – oder auch mal gar keine. Und bei Bedarf Hockey-Beiträge in den Struktursendungen. Vor 23 Uhr darf SRF keine Bilder vom Spieltag senden. Nicht während der Qualifikation und nicht während der Playoffs.

Das ist alles in allem natürlich etwas gar magere Kost in einer Zeit, da Eishockey populär ist wie nie und sich die nationale Meisterschaft des grössten Publikumsaufmarschs der Geschichte (seit 1908) erfreut. Aber dafür gibt es ja im öffentlich-rechtlichen Radio weiterhin Romantik und «Kopf-Kino».

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    quelle: keystone / ennio leanza
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    Say Pizza to Drugs! Say No to Yes!
    24.08.2026 20:48registriert September 2021
    Eishockey am Samstagabend. Es lief irgendeine Unterhaltungskiste und im Minutentakt wurde der Teletextknopf gedrückt, kurz checken, wo der Stern blinkt, da gab es das letzte Tor. Und zurück zur Fernsehsendung. Wenn es ganz spannend war, Teletextoverlay, halb Fernsehbild, halb Teletext.
    So haben wir noch beim Eishockeybmitgefiebert. Und alle paar Wochen brachte ein Swissair-Kollege eine Hockey News aus Nordamerika mit, für aktuelle NHL News und Statistiken.
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