Die fast wahre Geschichte zur Meldung «Archäologen mit neuen Erkenntnissen zum Hardturm»

Mit diesem Titel hat die Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Montagmittag eine Meldung an ihre Kunden versandt:
«Archäologen bringen neue Erkenntnisse zum Hardturm Zürich zu Tage»
Grabungen haben ergeben, dass der Hardturm einst offenbar ein Treffpunkt für Massenversammlungen gewesen war. Zehntausende sollen sich zu obskuren Messen getroffen haben, bei denen ein rundlicher Kultgegenstand aus Leder eine zentrale Rolle spielte.
Weshalb die Veranstaltungen von einem auf den anderen Tag nicht mehr durchgeführt wurden, können die Forscher noch nicht abschliessend sagen. Neuste Erkenntnisse würden auf eine Heuschreckenplage hindeuten, die die Gegend unbewohnbar machte.
Bei den Ausgrabungen wurde unter anderem ein Kupferstich gefunden. Er zeigt eine grössere Ansammlung von Menschen, die sich in einem offenbar ritualisierten Bewegungsablauf gruppiert haben. Die Archäologen stiessen zudem auf Überreste eines mittelalterlichen Pfades, der zu einer ähnlichen Kultstätte auf dem Areal des heutigen Letzigrunds führte.
Es wird vermutet, dass noch weitere Zeugnisse früherer Epochen darauf warten, entdeckt zu werden. Die geplanten Bauarbeiten auf dem Hardturmareal dürften sich daher um einige Jahrzehnte verzögern.
Und das ist die wahre Geschichte
Gut, ganz so stimmt das dann doch nicht. Das ist die echte Nachrichtenmeldung:
Am Fischerweg führen Archäologen der Stadt Zürich derzeit Grabungen durch. Diese brachten neue Erkenntnisse zum historischen Turm und dessen Ursprung ans Licht.
Seit April werden am Fischerweg die Trinkwasserleitungen erneuert. In diesem Zug gab die Stadt Zürich rund um den ehemaligen Wehrturm, Hardturmstrasse 128, archäologische Untersuchungen in Auftrag. Diese sind laut der Stadt notwendig, um allfällige historische Artefakte zu dokumentieren und sicherzustellen.
Das hat nun neue Informationen zum Turm aus dem 13. Jahrhundert zu Tage befördert, wie das Regionaljournal Zürich-Schaffhausen von SRF am Montagmittag berichtete. Bisher sei die Stadt davon ausgegangen, dass der Turm im Sinne eines Solitärs als einzelner Wehrturm an der Limmat steht, sagte Stadt-Archäologe Stefan Wyss. Doch nun zeichne sich ab, dass es sich um eine sogenannte Niederungsburg handele. Zu dieser gehöre ein Umfassungsgraben und eine Ringmauer, die das Areal schützte.
