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Eismeister Zaugg

Lugano verlor den Spengler Cup, weil es keinen Meistergoalie hat

Geschlagen: Tom Pyatt bezwingt Lugano-Goalie Elvis Merzlikins.
Geschlagen: Tom Pyatt bezwingt Lugano-Goalie Elvis Merzlikins.
Bild: SPENGLER CUP
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Der HC Lugano verlor den Spengler Cup, weil Merzlikins noch kein Meistergoalie ist

Auch «Guy-Boucher-Hockey» kann erfolgreich sein. Das Team Canada schlägt im Final den HC Lugano 4:3 und holt zum 13. Mal den Spengler Cup. Aber fast mehr interessieren uns die Verlierer.
31.12.2015, 21:4431.12.2015, 21:44

Wer Ordnung in ein Team von guten Individualisten bringt, kann den Spengler Cup gewinnen. Guy Boucher ist ein internationaler Grossmeister der Taktik, der Disziplin und der Hockeyarbeit. Zu viel Guy Boucher zerstört eine Mannschaft (wie diese Saison den SC Bern). Aber die richtige Portion Guy Boucher kann Erfolg bringen. Der Spengler Cup zieht sich nicht vom Juli (Beginn des Eistrainings) bis im April (Playoff-Final) hin. Er dauert bloss sechs Tage. Sechs Tage – das ist offensichtlich die richtige Portion Guy Boucher.

Der Final des Spengler Cups 2015 war die beste Partie des Turniers. Nicht so wild und unterhaltsam wie der Halbfinal zwischen Kanada und dem HC Davos. Aber hockeytechnisch besser: Schnell, intensiv, taktisch hochstehend und spannend. Viel besseres Eishockey ist nicht möglich.

Jubel, Trubel, Heiterkeit und Konfetti: Das Team Canada feiert den Turniersieg.
Jubel, Trubel, Heiterkeit und Konfetti: Das Team Canada feiert den Turniersieg.
Bild: SPENGLER CUP

Wertvoller Erfolg für Guy Boucher

Lugano dominierte die Startphase. Aber die taktisch exzellenten Kanadier waren dazu in der Lage, Luganos Offensivkraft zu bändigen. Vom Ende her analysiert und erzählt, ist es ein logischer und verdienter Sieg der Kanadier. Aber ein Sieg Luganos war möglich und hätte Lugano gewonnen, so würden die Chronisten auch von einem verdienten Sieg berichten.

Kanada hat erstmals seit 2012 das Turnier gewonnen. Damals stand bei den Kanadiern Doug Shedden an der Bande. Es war die NHL-Lockout-Saison und er hatte die NHL-Stars im Team. So gesehen ist der Turniersieg von Guy Boucher eher höher zu werten. Er kann doch gewinnen und dieser Triumph beim Spengler Cup, live übertragen nach Kanada, hilft ihm bei der Stellensuche in der NHL.

«Wer will einen Job?» – «Ich, ich, ich!»
«Wer will einen Job?» – «Ich, ich, ich!»
Bild: AP/Keystone

Schade war der Halb- noch nicht der Final …

Bei einer Analyse interessiert uns aber in erster Linie, ob Lugano nun wieder «grande» ist, oder ob Lugano am Ende doch ein Verliererteam geblieben ist. Seit dem Titel von 2006 hat Lugano ja nie mehr eine Playoff-Serie gewonnen.

Auch wenn der Spengler Cup im Vergleich zum Alltag der Qualifikation oder gar den Playoffs eine spielerische Party ist – die Fortschritte Luganos seit dem Trainerwechsel sind offensichtlich. Im Halbfinal gegen das KHL-Team Jekaterinburg (3:0) haben wir ein «Grande Lugano» gesehen. Es war die beste Partie unter Shedden. Das Spiel war sehr gut zwischen Offensive und Defensive ausbalanciert, die Eiszeit auf alle Spieler verteilt, die «Arbeiter» (die gibt es in Lugano auch) spielten im Boxplay und im Defensivspiel eine wichtige Rolle und Torhüter Elvis Merzlikins hielt famos. Wenn Lugano so spielt, dann kann es in den Playoffs bis in den Final kommen.

Shedden bleibt als Klubtrainer ein Verlierer – aber einer mit hohem Unterhaltungswert.
Shedden bleibt als Klubtrainer ein Verlierer – aber einer mit hohem Unterhaltungswert.
Bild: SPENGLER CUP

Nur Frage der Zeit, bis Merzlikins ein Meistergoalie sein wird

Nach diesem Spengler Cup dürfen wir behaupten: Lugano hat genug Talent, um die Meisterschaft zu gewinnen. Aber nach diesem Spengler Cup bleibt die alles entscheidende Frage unbeantwortet: Hat Lugano einen Meistergoalie? Der Final war eine Partie, die ein grosser Torhüter für Lugano hätte gewinnen können. So gesehen eine Partie mit Playoff-Charakter. Lugano hat den Final nicht wegen des Torhüters verloren. Aber Lugano hat den Final nicht dank des Torhüters gewonnen.

Spengler Cup

Elvis Merzlikins (21) hat diesen Final für Lugano nicht gewonnen. Aber er hat das Talent, den Stil und die NHL-Postur zum Meistergoalie. Bloss noch nicht die Konstanz und die Coolness. Also ist es nur eine Frage der Zeit, bis er ein Meistergoalie sein wird. Besser als Daniel Manzato (31) – zurzeit noch verletzt – ist er auf jeden Fall. Es wäre eine unverzeihliche Torheit, wenn Doug Shedden Elvis Merzlikins nicht zur unumstrittenen Nummer 1 erklären würde.

Im Halbfinal zu Luganos bestem Spieler gekürt: Goalie Merzlikins mit Maskottchen Hitsch.
Im Halbfinal zu Luganos bestem Spieler gekürt: Goalie Merzlikins mit Maskottchen Hitsch.
Bild: SPENGLER CUP

Spengler Cup: Bilder aus längst vergangenen Zeiten

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quelle: photopress-archiv / str
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