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David Degen hat aktuell jede Menge zu tun.
David Degen hat aktuell jede Menge zu tun.Bild: keystone

Diese Baustellen muss David Degen möglichst schnell bearbeiten

David Degen heisst der neue starke Mann beim FC Basel. Er muss innerst kürzester Zeit mit seinem Team eine Vielzahl an wegweisenden Entscheidungen fällen, um den Klub in eine bessere Zukunft zu führen. Eine Übersicht.
13.05.2021, 05:39
Céline Feller und Jakob Weber / ch media

Seit Montag gehören 91.96 Prozent der FCB-Holding-Aktien David Degen. An der Pressekonferenz am Dienstag hinterliess der für seine Emotionalität bekannte Ex-Fussballer einen souveränen Eindruck. Sachlich und doch deutlich skizzierte er seine Beweggründe und Pläne. Doch für den neuen starken Mann beim FCB gibt es ab sofort ziemlich viel zu tun. «Jetzt beginnt für mich ein neues Leben», sagt Degen. Er weiss, dass er am Ende vor allem am sportlichen und wirtschaftlichen Erfolg des FC Basel gemessen wird. Und es gibt reichlich Baustellen, um die sich die neue Führung möglichst schnell kümmern muss.

1. Wer übernimmt welche Aufgaben?

David Degen hat den FC Basel befreit. Er wird wohl für ewig der Retter bleiben, der den Klub vor einem undurchsichtigen Konstrukt mit Briefkastenfirmen und ausländischem Kapital bewahrt hat. Aber: Was wird Degen jetzt, wo der Klub gerettet ist? Er will nicht Mehrheitsaktionär sein, weshalb er Teile seiner Aktien an die Verwaltungsräte Marco Gadola, Andreas Rey-Krayer und Johannes Barth weiterverkaufen wird.

Er will auch nicht Verwaltungsrats-Präsident sein, diese Aufgabe übernimmt Reto Baumgartner. Ebenfalls keine Option für Degen sind der Posten des CEO und jener des Sportchefs. Er wolle schlicht sein weltweites sportliches Netzwerk nutzen und sein fussballerisches Know-how einbringen. Wie genau, muss er exakt definieren und seinen Kompetenzbereich klar abstecken. Gleiches gilt für alle weiteren Verwaltungsräte: Gadola, Baumgartner, Rey-Krayer, Barth, Sophie Herzog und Christian Gross. Sie müssen klare Dossiers fassen und zu einem Team wachsen, damit dieser heterogene, sich noch nicht gut kennende Verwaltungsrat auch Früchte trägt.

2. Welche Rolle soll der neue VR-Präsident Reto Baumgartner spielen?

Reto Baumgartner steigt wie ein Phönix aus der Asche auf. Vor einem Jahr war der 54-jährige Aargauer der breiten Öffentlichkeit weitestgehend unbekannt. Im November 2020 folgte er auf Bernhard Burgener als Vereinspräsident. Ein halbes Jahr später nominiert David Degen den ehemaligen Profi des FC Wettingen und des FC Basel als Verwaltungsratspräsident der FCB-Holding AG. Nach aussen ist das ein Zeichen, dass die Belange des Vereins in Zukunft auch zwei Etagen weiter oben wieder ernst genommen werden. Denn Baumgartner sass seit 2009 im Vereinsvorstand. Allerdings ist nicht ganz klar, welche Rolle Baumgartner in Zukunft haben wird. Und es ist auch nicht klar, warum gerade er und nicht einer der aktienhaltenden Verwaltungsräte das höchste Amt im Klub übernimmt.

Dem Vernehmen nach geschah Baumgartners Nomination für das Verwaltungsratspräsidium sehr spontan. Auch für seinen Posten als Vereinsvorstand gibt es noch keine Nachfolgelösung. Baumgartner selber möchte sich wie die anderen neuen Verwaltungsratsmitglieder auch erst nach der laufenden Saison äussern. Dann sollte seine Rolle definiert sein.

Reto Baumgartner war ein halbes Jahr Vereinspräsident und steigt jetzt zum Verwaltungsratspräsidenten auf.
Reto Baumgartner war ein halbes Jahr Vereinspräsident und steigt jetzt zum Verwaltungsratspräsidenten auf.bild: freshfocus

3. Wer leitet als CEO die Geschäftsstelle?

Degen und sein Team müssen möglichst schnell einige wichtige Personalentscheide fällen. Der wohl wichtigste: Die Besetzung des CEO-Postens. Eine weiterführende Zusammenarbeit mit Roland Heri ist unrealistisch. Zu viel Geschirr ist zwischen Heri, den Fans und der ersten Mannschaft zerschlagen. Und für einen Neuanfang muss eine solche zentrale Position neu besetzt werden. Wer CEO sein wird, ist aktuell noch schwer abzuschätzen. Die Person wird gegen aussen aber eines der Gesichter des neuen FCB sein.

Roland Heri gehört zu den Vertrauten Bernhard Burgeners und dürfte kaum CEO des FC Basel bleiben.
Roland Heri gehört zu den Vertrauten Bernhard Burgeners und dürfte kaum CEO des FC Basel bleiben.bild: zvg

4. Wer wird Sportchef?

Ein weiteres wichtiges Gesicht wird der neue Sportchef sein. Dass Degen diese Position, die seit Ruedi Zbindens freiwilligem Schritt zurück zum Chefscout vakant ist, besetzen will, sagte er klipp und klar.

Dass ein Sportchef dringend nötig ist, liegt ebenfalls auf der Hand. Einerseits, um wieder eine Logik in die Kaderplanung zu bekommen. Denn ohne Sportchef kann es passieren, dass man als FC Basel ein Überangebot an zentralen Mittelfeldspielern, leider aber nur einen Rechtsverteidiger hat. Der Sportchef wiederum muss um sich ein Team haben, eine sportliche Kommission, die durch Know-How besticht und sich nicht wie aktuell aus Personen zusammensetzt, die gerade da sind und deren effektive Funktion nicht einmal intern ganz klar ist.

Und schliesslich muss ein Sportchef auch medial Auskunft geben. Dass sich der künftige Cheftrainer Patrick Rahmen dies wünscht, hat er zum Ausdruck gebracht. Und auch intern wünscht man sich eine solche Ansprechperson für die Öffentlichkeit. Nach der Einsetzung des Sportchefs muss auch überdacht werden, welche Rolle Philipp Kaufmann ausüben wird, der zum Sprachrohr nach aussen hätte ernannt werden sollen. Und auch Personalien wie der noch immer angestellte, frühere Leiter Athletik, Nacho Torreño, müssen geklärt werden. Genau so wie die Strukturen und Zuständigkeiten im Nachwuchsbereich unter Percy van Lierop.

5. Was passiert mit den auslaufenden Verträgen?

Hier ist allem vor allem jene mit Trainer Patrick Rahmen gemeint. Dass er bleiben darf, ist fix. Jetzt braucht es noch einen neuen, aufgebesserten Vertrag. Ausserdem muss geklärt werden, was mit seinem im September unterschriebenen, noch drei Jahre laufenden Papier als Co-Trainer passiert. Neben dem Trainer geht es um diverse Spieler, deren Verträge auslaufen (Timm Klose, Aldo Kalulu, Jasper van der Werff, Darian Males, Jorge, Amir Abrashi, Luca Zuffi) oder überdacht werden müssen (Ricky van Wolfswinkel, Rückkehrer Samuele Campo). Aber auch daneben muss das Kader durchleuchtet werden.

Patrick Rahmen soll FCB-Trainer bleiben. Noch ist aber nichts unterschrieben.
Patrick Rahmen soll FCB-Trainer bleiben. Noch ist aber nichts unterschrieben.Bild: keystone

6. Wie weiter mit Burgeners Projekten?

Indien, E-Sports, San Lorenzo: Was passiert mit den von den Fans kritisierten Langzeit-Projekten, die Burgener in den letzten Jahren gestartet hat? Auch hier wird von David Degen und Co schnell eine Entscheidung erwartet. Nachdem die Beteiligung bei Chennai City bisher nur rote Zahlen schrieb, dürfte ein Ausstieg des FCB hier zumindest diskutiert werden.

Anders sieht es beim E-Sports aus, wo Degen im Jahr 2020 selber investiert hat, was bedeutet, dass auch Degen in diesem Business grosses Potenzial sieht. Da es sich bei der Partnerschaft mit San Lorenzo nur um eine Kooperation ohne finanzielle Beteiligung handelt, durch die potenzielle Stars wie Matías Palacios den Weg von Argentinien nach Basel finden, besteht hier nicht direkt Handlungsbedarf. Auch wenn San Lorenzo insgeheim hoffte, an den Centricus-Millionen, die es jetzt nicht gibt, beteiligt zu werden.

Die Herren, welche im Februar 2019 in Indien mit den Verantwortlichen von Chennai City posierten, sind in Zukunft nicht mehr in der Verantwortung.
Die Herren, welche im Februar 2019 in Indien mit den Verantwortlichen von Chennai City posierten, sind in Zukunft nicht mehr in der Verantwortung.bild: zvg

7. Wie sieht der Finanzplan aus?

«Wir sind hier, um den FCB wieder ins Gleichgewicht zu bringen», sagte David Degen am Dienstag. Er meinte damit: Man gibt nicht mehr aus, als man einnimmt. Zwar seien in seinem VR-Team zusätzliche Mittel verfügbar, aber wer wann wie einspringen würde, ist unklar. «Allfällige Defizite sind aktuell nicht das Thema», sagte er. Diese Frage ist aber zentral.

Denn Schweizer Fussballklubs sind defizitär, pandemiebedingt ohne Zuschauereinnahmen sowieso. Eben so wie ohne die Honigtöpfe der Champions League. Und auch wenn Degen redimensionieren, die Löhne weiter senken und die Ausgaben generell minimieren will: Es muss ein Masterplan her, nachdem sich das Team einen Überblick verschafft hat, wo welche Kosten genau anfallen. Klar ist lediglich: Ausländische Investoren - wie sie Bernhard Burgener mit Centricus ins Boot holen wollte - sind keine Option. (bzbasel.ch)

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Die turbulente FCB-Zeit unter Präsident Burgener

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quelle: keystone / georgios kefalas
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11 Kommentare
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Linus Luchs
13.05.2021 07:38registriert Juli 2014
In der Ära Heusler waren die klar zugewiesenen Ressorts im VR und die Art der Entscheidungsfindung Schlüsselfaktoren für den Erfolg. Es gab keine Mehrheitsentscheide, sondern die Argumente wurden so lange ausgetauscht, bis man sich einig war. Dieser Weg ist länger und anstrengender, aber auch nachhaltiger. Unter Heusler waren sie zu fünft. Zu siebt ist es noch schwieriger, aber ich möchte empfehlen, es zu probieren.

Ein Problem könnte dabei die Zweiklassengesellschaft sein. Im neuen VR besitzen vier Mitgliede Aktien, drei nicht. Diese Ungleichheit gab es im Heusler-VR ganz bewusst nicht.
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Seferovic taucht alleine vor dem Goalie auf und dann macht er DAS
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