Koller sieht bei FCZ-Aus einen Rückfall – und mutmasst über gegnerische Schikane
Wieder muss der FC Zürich in der 2. Runde des Schweizer Cups die Segel streichen. Nach der Niederlage in Nyon im Vorjahr unterlagen die Zürcher am Sonntag in Aarau wieder gegen einen Klub aus der Challenge League. «Aarau ist der verdiente Sieger», konstatierte FCZ-Captain Lindrit Kamberi nach dem Spiel am Mikrofon des SRF.
Dabei hatten die Gäste doch deutlich mehr vom Spiel, wussten aus ihrem Ballbesitz aber nicht besonders viel anzufangen. «Oftmals hat der letzte Tick gefehlt», sagte Trainer Marcel Koller danach und bemängelte die fehlende Ruhe und Aggressivität seines Teams. Beide Gegentore – die ausgerechnet Ex-FCZ-Stürmer Daniel Afriyie erzielte – seien durch konsequenteres Verteidigen zu verhindern gewesen, fand der 65-Jährige.
Besonders enttäuschend ist die Niederlage für den FC Zürich auch, weil er zuletzt stabiler wirkte und gar eine kleine Erfolgsserie starten konnte. In den letzten vier Ligaspielen blieb der FCZ ungeschlagen und holte acht Punkte. «Wir haben Fortschritte gemacht», befand Koller nach dem Cup-Aus rückblickend, «das war jetzt aber wieder ein Schritt zurück.» Diesen Rückfall erklärt er sich auch durch die fehlende Erfahrung seines jungen Teams. Jedoch könne ein solcher Rückschlag eben auch eine neue Erfahrung sein, die für die Weiterentwicklung nötig sei.
Koller hatte aber nicht nur auf dem Platz etwas zu beanstanden. So sei bereits die Anfahrt zum Aarauer Brügglifeld nicht nach Wunsch verlaufen. Der Zürcher Teambus verirrte sich nämlich zwischen Baustellen und den wegen des Fanmarschs der FCZ-Anhänger gesperrten Strassen.
«Es wäre möglich, dass man als Heimklub den Weg signalisiert», sagte Koller dem Blick und mutmasste: «Vielleicht ist das auch Absicht gewesen. Ich weiss es nicht.» Als Ausrede für die darauffolgende Niederlage will Koller dies aber nicht heranziehen. «Daran hat es nicht gelegen», stellt der Trainer klar.
Die mitgereisten Fans waren nach dem erneut frühen Ausscheiden ebenfalls unzufrieden mit dem Auftritt des FCZ und schickten die Spieler vor dem Gästesektor weg. Captain Kamberi zeigte Verständnis dafür: «Dass sie uns wegschicken, ist gerechtfertigt. Sie haben viel von uns erwartet und wir haben nicht geliefert.»
Die nächste Chance, um die Gunst der Anhängerschaft zurückzugewinnen, hat der FC Zürich am nächsten Samstag beim Heimspiel gegen den FC Luzern. Dann könnte Kollers Team seine Serie von vier Partien ohne Niederlage in der Super League fortsetzen. Nachlässigkeiten wie am Sonntag in Aarau sollte der FCZ dann aber besser unterlassen.
Für Aarau, das in der Challenge League bisher noch überhaupt nicht auf Touren kommt und nach zehn Partien erst zwölf Punkte auf dem Konto hat, war der Erfolg im Cup hingegen eine willkommene Abwechslung. Und der Traum vom Viertelfinaleinzug ist mehr als berechtigt. Die Auslosung der Achtelfinals hat nämlich ergeben, dass der FCA zum einzig verbliebenen Klub aus der Promotion League, dem SC Brühl, reisen muss. (nih)
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