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Warum die Super League ohne Ciriaco Sforza um eine Attraktion ärmer ist

Sforza bei einem Interview, das Wellen warf.
Sforza bei einem Interview, das Wellen warf.bild: fcb tv

Grazie, Ciri! Warum die Super League ohne Sforza um eine Attraktion ärmer ist

07.04.2021, 10:4507.04.2021, 12:14

Ciriaco Sforza und der FC Basel – das hat einfach nicht gepasst. Der ehemalige Weltklasse-Mittelfeldspieler wurde am Dienstag als Trainer entlassen, weil der Chaos-Klub derzeit nicht nur neben dem Platz eine schlechte Figur abgibt, sondern auch auf dem Rasen. Sforzas Bilanz: Nur Rang 5 in der Super League, mehr Niederlagen als Siege, ein blamables Ausscheiden im Cup und Zoff mit dem Captain Valentin Stocker.

Die Mehrheit der Basler Anhänger begrüsst die Trennung vermutlich. Fans aller anderen Teams hingegen mögen sie bedauern, nicht nur, weil Sforza den FCB noch tiefer ins sportliche Elend führte. Bei Interviews hob er sich auch oft, unabhängig von Resultaten, von anderen interviewten Protagonisten des Fussball-Geschäfts ab. Sechs Belege dafür, worauf die Super League künftig verzichten muss:

«Ich gebe alles für mich.»

Noch gibt es im vergangenen August keine Mitteilung des FC Basel, dass Ciriaco Sforza neuer Trainer des Klubs wird. Der «Blick» fängt ihn in Wil auf einem Parkplatz ab, wo er dennoch bereits ein erstes Interview gibt. In Erinnerung bleibt Sforzas Versprecher: «Ich gebe alles für mich.»

«Intern gibt es keine Turbulenten. Die Turbulenten kommen von aussen.»

Anfang September gibt Ciriaco Sforza dem Klub-TV ein Interview, bei dem ein anderer Versprecher für Aufsehen sorgt. Darauf angesprochen, dass sich der FC Basel in Turbulenzen befinde, meinte Sforza: «Intern gibt es keine Turbulenten. Die Turbulenten kommen von aussen (…) Auch wenn von aussen Turbulenten kommen, wirst du Dritter, es war also nicht alles schlecht.»

«Da kann noch viel passieren.»

Nach der 1:4-Niederlage zuhause gegen den FC Zürich wird Sforza Ende Januar gefragt, ob der Meisterzug damit abgefahren sei. Der Trainer reagiert gereizt, als er auf den Rückstand auf die Young Boys angesprochen wird: «Hört doch auf! Sie haben noch nicht gewonnen. Ja, wenn sie gewinnen, haben sie elf Punkte Vorsprung. Es ist noch lange nicht … Wir haben noch 21 Spiele, da kann noch viel passieren. Wir müssen uns auf unsere Leistung und unsere Spiele konzentrieren.»

Zwar patzt YB tags darauf prompt und kommt nicht über ein 0:0 in Vaduz hinaus. Doch mittlerweile, neun Runden vor Schluss, beträgt Basels Rückstand 24 Punkte. Der vierte YB-Meistertitel in Folge ist längst nur noch Formsache.

«Er soll etwas in die Ferien, den Kopf lüften.»

Das desaströse Ausscheiden aus dem Cup nach einer 2:6-Klatsche im eigenen Stadion gegen den unterklassigen FC Winterthur hat Konsequenzen. Captain Valentin Stocker wird suspendiert. «Valentin ist vorläufig beurlaubt. Er soll etwas in die Ferien, den Kopf lüften. Der Rest sind interne Besprechungen», sagt Sforza.

«Für mich ist das keine Krise.»

Im gleichen SRF-Interview wird Sforza gefragt, ob der FC Basel sich in einer Krise befinde. «Was sehen Sie als Krise?», fragt der Trainer zurück. Und auf die Antwort des Journalisten, dass der FCB fünf Spiele nicht gewonnen habe, antwortet er: «Ja, okay, da kann man sagen, dass wir nicht auf dem Level sind, auf dem wir sein sollten. Aber für mich ist das keine Krise, sondern es ist eine Enttäuschung da. Bei mir, bei den Spielern, beim Verein. Wir wollen immer gewinnen, wir haben momentan eine Welle, aber deswegen sind wir nicht in einer Krise.»

«Die Einstellung hat gestimmt, kämpferisch und läuferisch kann ich meinen Spielern keinen Vorwurf machen.»

Eine 1:2-Heimniederlage gegen den FC Vaduz ist die letzte Partie mit Ciriaco Sforza an der Seitenlinie des FC Basel. Der Klub trennt sich einen Tag danach von seinem Trainer. Den ärgerte es, dass sein Team die Gegentreffer nach zwei Standards erhalten hatte: « Aber die Einstellung hat gestimmt, kämpferisch und läuferisch kann ich meinen Spielern keinen Vorwurf machen.» (ram)

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