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FC Zürich: Präsident Canepa spricht über die Malenovic-Entlassung

Sportchef Milos Malenovic und Praesident Ancillo Canepa (FCZ) vor dem Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Winterthur und dem FC Zuerich am Samstag, 30. August 2025 auf der Schuetzenwi ...
Milos Malenovic und Ancillo Canepa arbeiten nicht mehr zusammen.Bild: keystone

Canepa über die Malenovic-Entlassung: «Die letzten Monate schadeten dem Image»

Am letzten Freitag kam es beim FC Zürich zum grossen Knall, als Sportchef Milos Malenovic nach über zwei Jahren sein Amt abgeben musste. Nun sprach Präsident Ancillo Canepa erstmals über die Entlassung.
24.12.2025, 09:5024.12.2025, 12:36

Kurz vor Weihnachten ging für viele Fans vom FC Zürich ein grosser Wunsch in Erfüllung: Der FCZ setzte Milos Malenovic als Sportchef ab. «Nach sorgfältiger und umfassender Beurteilung ist der Verwaltungsrat zum Schluss gekommen, dass unter diesen Rahmenbedingungen eine weitere operative Tätigkeit von Milos Malenovic in der Funktion des Sportchefs nicht zielführend ist», teilte der Klub mit und bot Malenovic sogar an, dass er beim Verein bleiben kann. Der 40-Jährige lehnte das Angebot aber ab.

Weniger als eine Woche später war das Präsidentenehepaar Ancillo und Heliane Canepa bei Blue in der Sendung «Heimspiel» zu Gast. Natürlich war auch die Entlassung von Malenovic ein grosses Thema. Ancillo Canepa fand dabei harte Worte.

«Uns blieb nichts anderes übrig, als die Trennung vorzunehmen.»
Ancillo Canepa

«Für uns ist wichtig, dass wir auch in der Öffentlichkeit als seriöser Klub wahrgenommen werden. Durch verschiedene Themen kamen wir immer wieder in eine Sackgasse und es wurde immer über die Personalie diskutiert», stellte Canepa klar und führte weiter aus: «Uns blieb nichts anderes übrig, als die Trennung vorzunehmen. Die letzten Wochen und Monate haben dem Image des Vereins geschadet.»

Dass Malenovic schon seit einiger Zeit seinen Kredit bei den Fans verspielt hatte, kam auch bei Canepa an und er erhielt sogar verschiedene Mitteilungen von frustrierten FCZ-Anhängern. «Es gab Saisonkarteninhaber, welche mir geschrieben haben, dass sie ihr Abonnement nicht verlängern werden», sagte Canepa. Gar bei den Sponsoren gab es Probleme: «Es gab ein, zwei Sponsoren, die sich aufgrund des schlechten Images nicht engagieren wollten. Diese Themen beschäftigten uns natürlich.» Aktuell hat der FCZ als einziges Team der Super League keinen Hauptsponsor auf dem Trikot.

Zuerichs Spieler sind enttaeuscht im Fussball Meisterschaftsspiel der Swiss Super League zwischen FC Thun, FCT, und Zuerich, FCZ, vom Samstag, 20. Dezember 2025 in Stockhorn Arena in Thun. (KEYSTONE/P ...
Der FCZ hat weiterhin keinen Hauptsponsor.Bild: keystone

Nachdem Malenovic im Februar bei einer denkwürdigen Pressekonferenz unter anderem die Medien stark kritisiert hatte, habe Canepa mit dem ehemaligen Spielerberater «bilateral ein ernstes Wort gewechselt. Wir machten ihm vor seinem Engagement klar, dass er zuvor ein Einzelkämpfer war und in eine komplexe Organisation wechselte. Man ist permanent in der Öffentlichkeit und dann muss man sich schon manchmal überlegen, wie die Wirkung gewisser Aussagen ist.» Canepa und seine Frau hätten von der Pressekonferenz überhaupt nichts gewusst. «Es war sicher ein Tiefpunkt, aber nicht der Hauptpunkt für die Entlassung», so das Fazit.

Nach dieser Pressekonferenz kommunizierte Malenovic nur noch über vereinsinterne Kanäle, ein bewusster Entscheid vom Präsidentenehepaar. «Bei kritischen Fragen reagierte er tendenziell kritisch, darum fanden wir, dass wir mit der öffentlichen Kommunikation mal aufhören. Ganz nach dem Motto ‹zuerst liefere und dann lafere›. Wir wollten ihn auch schützen», erklärte Canepa den Entscheid.

Ein weiterer kritischer Entscheid in der Amtszeit von Malenovic war die Verpflichtung von Benjamin Mendy. Der Weltmeister von 2018 war für längere Zeit in Untersuchungshaft, da er sich Vergewaltigungsvorwürfen mehrerer Frauen konfrontiert sah. Zwar wurde der Franzose freigesprochen, aber trotzdem war die Entrüstung in der grössten Stadt der Schweiz gross. Als «absoluten Fehler» bezeichnete Heliane Canepa den Transfer.

Ancillo und Heliane Canepa im Gespräch.Video: YouTube/blue Sport

Ancillo Canepa erklärte die Verpflichtung wie folgt: «Da Mendy freigesprochen wurde und wir vor einigen Jahren einen ähnlichen Fall erlebten, bei welchem daraufhin die Person, welche den Spieler anklagte, selber wegen Falschaussagen verklagt wurde, dachten wir, es sei ein solcher Fall.» Als sie mit Mendy über dieses Thema sprachen, konnte der Verteidiger glaubwürdig darstellen, wie die Situation damals war.

Benjamin Mendy quitte le FC Zurich avec effet imm�diat
Benjamin Mendy verliess den FCZ nach einem halben Jahr wieder.Bild: fxp-fr-sda-rtp

Von der negativen Reaktion war dann auch Canepa überrascht, auch wenn er dies nachvollziehen konnte. «Hätten wir diese Reaktionen erwartet, hätten wir den Transfer nicht gemacht», gestand Canepa. Im Sommer trennte sich der FCZ bereits wieder von Mendy.

Trotz allem hatte Canepa nicht nur schlechte Worte für seinen ehemaligen Sportchef übrig und lobte seine Projekte, welche er übernahm, sowie die Jugendarbeit: «Er hat sehr viele gute Sachen gemacht und auch die jungen Spieler im Kader sind zum grossen Teil sein Verdienst.»

Noch ist unklar, wer der Nachfolger von Malenovic sein wird. Zunächst einmal steht beim FCZ die Winterpause an. Die Rückrunden-Vorbereitung bei den Zürchern startet am 3. Januar (riz)

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