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Biel holt Zwerger – doch es braucht noch «Schmirgelpapier»

Dominic Zwerger (HCAP) celebrates his goal during the regular season National League game between HC Ambri Piotta and HC Ajoie at the ice stadium Gottardo Arena, Switzerland, October 10, 2025. (KEYSTO ...
Dominic Zwerger wechselt nach der Saison nach Biel.Bild: keystone
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Der Künstler kommt – jetzt braucht Biel noch etwas «Schmirgelpapier»

Mit Dominic Zwerger hat Biels Sportchef Martin Steinegger die offensive Feuerkraft für die nächste Saison erhöht. Jetzt braucht er noch etwas «Schmirgelpapier» und mehr defensive Stabilität. Beides kann er unter Umständen beim EV Zug finden, aber die Lakers sind im Vorteil. Eine kleine Transferübersicht.
22.12.2025, 17:0622.12.2025, 17:06

Die Bieler setzen bei der sportlichen Renaissance auf die Talente aus der eigenen Nachwuchsorganisation. Das macht sportlich und finanziell Sinn. Deshalb operiert Sportchef Martin Steinegger auf dem Transfermarkt mit weiser Zurückhaltung. Seine Begründung leuchtet ein: «Es bringt nur etwas, wenn wir Spieler verpflichten, die besser sind als jene, die wir bereits haben.» Wohl wahr.

Tempo und Leidenschaft hat er in der Offensive mehr als genug. Was fehlt, ist eine Prise Kaltblütigkeit und Treffsicherheit in entscheidenden Phasen. Mit Dominic Zwerger hat er für die nächsten vier Jahre den Künstler gefunden, der ins Tor trifft und darin besser ist als die meisten anderen Stürmer mit Schweizer Lizenz.

Was Biels Team noch braucht, ist «Schmirgelpapier». Also Wasserverdrängung, Härte und Einschüchterungsvermögen. Ein Haudegen, der dafür sorgt, dass die Bieler auf dem Eis weniger herumgeschubst werden und auch dazu in der Lage ist, etwas zum spielerischen Wohlergehen beizutragen.

Die «Zeugen Steineggers» melden denn auch, dass Biels Sportchef an einem Powerstürmer interessiert ist. An Fabrice Herzog, der in Zug keinen neuen Vertrag erhält und sich einen neuen Arbeitgeber suchen muss. Und tatsächlich bestätigt Martin Steinegger auf Anfrage, dass er das Interesse an diesem Spieler deponiert hat.

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Fabrice Herzog ist der interessanteste Spieler, der noch zu haben ist. Seine Vergangenheit ist grandios und sagt: Sofort verpflichten! Alle Lohnforderungen erfüllen! Letzte Saison hat er zum sechsten Mal hintereinander 13 oder mehr Tore erzielt. Er war Meister mit den ZSC Lions (2018) und mit Zug (2022) und gehört zu den WM-Silberhelden von 2024. Und dazu kommt: Wenn es hart auf hart geht, wird er besser. 0,49 Punkte pro Spiel in der Qualifikation, 0,59 in den Playoffs. Mit seiner NHL-Postur (189 cm) rockt er die gegnerische Zone und mit einem bösen Check hat er die Karriere von SCB-Verteidiger Eric Blum beendet. Patrick Fischer hat ihn auch diese Saison zu drei Operetten-Länderspielen aufgeboten. Eigentlich ein Stürmer, an dem Titelkandidaten interessiert sein müssten.

Es gibt aber auch eine andere Sichtweise. Zugs tüchtiger Sportchef Reto Kläy hat sich schon etwas überlegt, als er mit dem gleichaltrigen Powerflügel Mike Künzle um zwei Jahre verlängert, aber Fabrice Herzog den Laufpass per Ende Saison gegeben hat. Die Gegenwart ist nicht ganz so glanzvoll wie die Vergangenheit. Aktuell sind es nur noch 7 Punkte (3 Tore) aus 32 Spielen, sein Einschüchterungspotenzial ist mit 4 Strafminuten eher bescheiden und der Wille zur Defensivarbeit (Minus-4 Bilanz) eher schwach ausgeprägt und bei immer noch gut 16 Minuten Eiszeit ist die Powerplay-Präsenz auf unter eine Minute gekürzt worden.

Klotens Max Lindroth, links, gegen Zugs Fabrice Herzog, rechts, im Spiel der Eishockey National League zwischen dem EV Zug und dem EHC Kloten am Mittwoch, 17. Dezember 2025 in der OYM Hall in Zug. (KE ...
Fabrice Herzog steht beim EV Zug auf dem Abstellgleis.Bild: keystone

Aber er ist erst 31 und bei einem Spieler mit seinem Potenzial gilt erst recht: neuer Klub, neuer Trainer, neue Herausforderung, neues Glück. Er kann nach wie vor ein wichtiges Teilchen in einem Meisterpuzzle sein und mit einer zentralen Rolle in der Offensive und im Powerplay sind nach wie vor 15 Tore möglich. Und ein pflegeleichter Musterprofi ist er sowieso.

Für Biel wäre er also das ideale «Schmirgelpapier». Aber die Chancen stehen nicht sehr gut. Der Sportdirektor eines grossen, sehr gut gemanagten und meisterfähigen Klubs – sein Name ist dem Chronisten entfallen – war an Fabrice Herzog interessiert und hat kürzlich begründet, warum er nun eben nicht mehr interessiert ist. «Seine Kinder gehen in Zug zur Schule und er möchte den Grossraum Zug nicht verlassen. Er verdient in Zug über 500'000 Franken und so viel Geld sind uns seine Dienste nicht wert.»

Von Zug nach Biel sind es mit der Benzinkutsche fast zwei Stunden. Am wenigsten weit ist es nach Rapperswil-Jona. Dorthin sind es weniger als eine Stunde, die Doppelstadt ist der von Zug aus am schnellsten erreichbare Standort eines NL-Klubs. Romantiker sprechen bei den Partien Zug gegen die Lakers sogar vom «Hirzel-Derby».

Tatsächlich könnte Fabrice Herzog bei den Lakers eine ähnlich wertvolle Hilfe sein wie bei den Bielern. Gewährsleute sehen die Lakers in der Pole-Position. Falls die Lohnvorstellungen bescheidener werden. Titanen wie Davos, Lugano, Lausanne oder die ZSC Lions sind nicht mehr interessiert, der SCB kommt aus naheliegenden Gründen (Fall Eric Blum) gar nicht in Frage. So stehen die Chancen der Lakers gar nicht so schlecht.

Was Biel auch noch benötigt: mehr defensive Stabilität. Ein erfahrener, ruhiger, verlässlicher Defensivverteidiger könnte eine grosse Hilfe sein und die Option eröffnen, nächste Saison nur noch eine Ausländerlizenz mit einem Verteidiger zu blockieren. In Zug bekommt Dominik Schlumpf keine Vertragsverlängerung. Er ist im März zwar schon 34 geworden und war zuletzt etwas verletzungsanfällig, entspricht aber im Profil exakt den defensiven Bedürfnissen des Finalisten von 2023. Die «Zeugen Steineggers» melden, es sei zwar kein Angebot deponiert, aber schon mal ein loses Gespräch mit Schlumpfs Agenten geführt worden.

Sportchef Martin Steinegger ist mit dem Transfer von Dominic Zwerger bei der Erneuerung seines Teams ein gutes Stück vorangekommen. Weitere wohlüberlegte Schritte werden folgen.

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21 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Traumwanderer
22.12.2025 19:04registriert März 2022
"mit einem bösen Check hat er die Karriere von SCB-Verteidiger Eric Blum beendet"

Dies als Argument zu nehmen welche für einen Stürmer sprechen, finde ich doch sehr geschmackslos
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W.Wilson
22.12.2025 17:28registriert Januar 2025
Steinegger hat sich wieder blenden lassen. Zwerger hat in den letzten drei Saisons zusammen nur 6 Tore erzielt. Jetzt wo er mit Assist-König Didomenico spielt trifft er wieder. Ob er in Biel auch neben zwei Ausländer spielen darf? Und wie war das mit Cajka? Eine einzige gute Saison in der Tschechei und schon kommt Steinegger. Jetzt hat er 5 Tore ind 33 Spiele. Klaus hat damals Cajka als Top-Transger gelobt, dabei konnte er sich früher schon nicht in der NL durchsetzen
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