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Machtkampf geht weiter: FIFA wirft UEFA «Verleumdungskampagne» vor

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FIFA-Präsident Gianni Infantino und UEFA-Präsident Aleksander Ceferin.Bild: IMAGO/Mark Pain

Machtkampf geht weiter: FIFA wirft UEFA «Verleumdungskampagne» vor

Der Machtkampf zwischen der FIFA und der UEFA spitzt sich weiter zu. Nun wirft der Fussball-Weltverband FIFA dem europäischen Kontinentalverband eine «Verleumdungskampagne» vor.
04.09.2026, 06:0704.09.2026, 06:07

Das geht aus Dokumenten hervor, die die FIFA bei einem New Yorker Gericht einreichte und die der deutschen Nachrichtenagentur DPA vorliegen. Zuerst hatte das Portal «The Athletic» darüber berichtet.

Hintergrund sind die jüngsten Auseinandersetzungen zwischen den beiden mächtigen Verbänden, hervorgerufen durch die – nach grossem Druck zurückgezogenen – Investorenpläne von FIFA-Präsident Gianni Infantino. Mit seinem abseits aller FIFA-Institutionen mit US-Geschäftspartnern vorangetriebenen Milliarden-Deal zur WM-Vermarktung hat der Schweizer aus Sicht der UEFA eine rote Linie überschritten. Die seit langem gärende Stimmung bei den Europäern gegen ihn ist in offene Konfrontation gekippt.

In der vergangenen Woche hatte die UEFA ein Gesuch an die US-Justiz gestellt, Dokumente rund um den verhinderten WM-Investorendeal zu sichern. Europas Dachverband strebt ein strafrechtliches Verfahren an und will Beweise sichern lassen, die vor Schweizer Gerichten gegen Infantino vorgebracht werden können.

FIFA wehrt sich

Nun schiesst die FIFA zurück: Die von der UEFA an gleich mehrere Gerichte parallel gestellten Anträge seien nicht mehr als blosse Pressemitteilungen, «die dazu dienen, die Verleumdungskampagne der UEFA gegen die FIFA und deren Führung weiter voranzutreiben», heisst es in einem an ein Gericht im US-Bundesstaat Florida ergangenen Schreiben vom 1. September.

Der UEFA gehe es mit ihren Anträgen darum, Informationen offenzulegen, die nach den FIFA-Regularien vertraulich behandelt werden müssten. Die FIFA will nun Teil des Verfahrens werden und erwirken, dass die Entscheidung über den UEFA-Antrag verzögert wird.

FIFA wirft UEFA wirtschaftliche Motive vor

Die FIFA wirft der UEFA zudem vor, gegen die Investorenpläne vorzugehen, weil diese die Marktmacht des europäischen Verbands bedrohen würden. «Das wirtschaftliche Motiv der UEFA bestand darin, zu verhindern, dass kleinere Länder über die finanzielle Stärke verfügen, um mit der europäischen Elite konkurrieren zu können», heisst es in den Dokumenten. «Wird der Fussball in den Entwicklungsländern gestärkt, nimmt der globale Wettbewerb zu, was letztlich die Marktmacht der UEFA verringert und für mehr Konkurrenz für ihre wichtigsten Wettbewerbe sorgt.»

FIFA President Gianni Infantino attends the closing ceremony of the Esports World Cup at the Grand Palais in Paris, France, Sunday Aug. 23, 2026. (Teresa Suarez/Pool Photo via AP)
Gianni Infantino
Besonders von der UEFA wird Infantino stark kritisiert.Bild: keystone

In Europa kritisierten dagegen viele Infantinos Pläne als Ausverkauf des Sports. Dem einflussreichen Funktionär aus dem Wallis wird vorgeworfen, nicht primär am Wohlergehen kleiner Fussballnationen, sondern vor allem an seinem persönlichen Machterhalt und lukrativen Deals mit Geschäftspartnern interessiert zu sein, von denen auch er selbst profitieren würde.

Der 56-Jährige steht zwar massiv unter Druck. Doch trotz der heftigen Kritik am gescheiterten WM-Investorendeal und seiner Amtsführung scheint Infantino, der seit 2016 an der Spitze der FIFA steht, offensichtlich nicht über einen Rückzug nachzudenken. Die UEFA will ihn auch mit juristischen Mitteln stürzen und bereitet wegen des Investorendeals ein Strafverfahren wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung vor. Anklage wurde bislang nicht erhoben. Infantino gibt an, nicht gegen geltendes Recht verstossen zu haben. (riz/sda/dpa)

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quelle: keystone / tony gutierrez
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