Antonelli ist jüngster Weltmeister der Formel-1-Geschichte und erlöst Italien
Vor Wochenfrist hatte Kimi Antonelli trotz seines neunten Saisonsiegs in Austin die erste Chance auf die vorzeitige WM-Krönung noch verpasst. Im zweiten Anlauf klappte es nun. Im fünftletzten Rennen der Saison machte der Ausnahmekönner aus Bologna den Titelgewinn endgültig perfekt und setzte damit der überragenden Saison die Krone auf.
Ein 9. Platz und die damit verbundenen zwei WM-Punkte hätten Antonelli zum vorzeitigen Titelgewinn gereicht – selbst bei einem Sieg eines seiner beiden verbliebenen WM-Rivalen. Doch weder Lewis Hamilton im Ferrari noch Teamkollege George Russell gelang ein solcher. Der von der Pole-Position gestartete Hamilton wurde Zweiter, Russell Sechster. Antonelli selbst sicherte sich im 19. Saisonrennen bereits seinen 16. Podestplatz.
Verstappen macht das halbe Dutzend voll
Als Sieger ging zum dritten Mal in den letzten vier Grands Prix Max Verstappen im Red Bull hervor. Der vierfache Weltmeister bewies im Autodromo Hermanos Rodriguez einmal mehr seine grosse Klasse. Von Startplatz 5 fuhr er auf der Strecke in Mexiko City zu seinem sechsten Sieg nach 2017, 2018, 2021, 2022 und 2023 und baute damit seinen eigenen Rekord aus.
Auch ein rund 40-minütiger Rennunterbruch nach einem Unfall von Valtteri Bottas im Cadillac-Ferrari nach 46 von 71 Runden brachte Verstappen nicht aus dem Konzept. Beim Neustart liess er sich nicht mehr von der Spitze verdrängen.
Italiens lange Durststrecke hat ein Ende
Doch im Mittelpunkt stand selbstredend der neue Weltmeister Kimi Antonelli, der nach der Zieldurchfahrt am Boxenfunk von seinen Gefühlen überwältigt wurde und die ersten Freudentränen vergoss. Der Saison-Dominator besteigt den Formel-1-Thron so jung wie noch kein Fahrer vor ihm – mit 20 Jahren, zwei Monaten und sieben Tagen. Der bisherige Rekordhalter Sebastian Vettel war bei seinem ersten von vier Titelgewinnen 2010 bereits 23 Jahre und 135 Tage alt.
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Antonelli ist der 36. Weltmeister in der Geschichte der Formel 1 und zugleich der erste, der nach der Jahrtausendwende geboren wurde. Mit seinem Triumph beendet der Mercedes-Fahrer auch eine 73-jährige Durststrecke seines Heimatlandes. Seit Alberto Ascari 1953 hatte kein Italiener mehr den WM-Titel in der Königsklasse des Motorsports gewonnen. Nach Giuseppe Farina (1950) und Ascari (1952 und 1953) ist Antonelli erst der dritte italienische Formel-1-Weltmeister.
Ein Triumphzug im zweiten Jahr
Dass sich Antonelli bereits in seiner zweiten Formel-1-Saison die WM-Krone aufsetzen würde, hatten vor Saisonbeginn nur die wenigsten erwartet. Der Italiener galt zwar seit Jahren als Ausnahmetalent, doch zum engsten Kreis der Titelanwärter zählte ihn kaum jemand. Umso eindrücklicher ist die Art und Weise, wie der Youngster in diesem Jahr seiner Konkurrenz den Stempel aufdrückte.
Bereits im zweiten Saisonrennen in Schanghai feierte Antonelli seinen ersten Grand-Prix-Sieg. Zwei Wochen später triumphierte er in Suzuka erneut und übernahm als erster Teenager der Geschichte die WM-Führung. Die Spitzenposition gab er in der Folge nicht mehr ab. Mit fünf Siegen in Serie unterstrich er im Frühling seine Vormachtstellung und liess die Konkurrenz zunehmend verzweifeln.
Dabei verlief auch für den Shootingstar nicht alles nach Wunsch. Ein Ausfall in Barcelona und Probleme in Silverstone gehörten zu den wenigen Rückschlägen einer ansonsten beeindruckenden Saison. Ein besonderer Höhepunkt war sein Triumph beim Heimrennen in Monza von Startplatz 19.
Mit seiner unbekümmerten Art und seinem kompromisslosen Fahrstil hat Antonelli die Formel 1 im Sturm erobert. Er ist der derzeit wohl talentierteste Fahrer im über weite Strecken der Saison besten Auto des Feldes. Eine Kombination, die zwangsläufig in den Gewinn des WM-Titels münden musste. (ram/sda)
Das WM-Klassement
(ram/sda)
