Sport
Formel 1

Kimi Antonelli wird in Mexiko jüngster F1-Weltmeister der Geschichte

epa13346569 Mercedes driver Andrea Kimi Antonelli of Italy competes in the Formula One Grand Prix of Mexico City at the Hermanos Rodriguez racetrack in Mexico City, Mexico, 01 November 2026. EPA/ISAAC ...
Unterwegs im Rennen, in dem er Geschichte schrieb: Kimi Antonelli.Bild: keystone

Antonelli ist jüngster Weltmeister der Formel-1-Geschichte und erlöst Italien

Kimi Antonelli macht sich zum jüngsten Formel-1-Weltmeister der Geschichte. Dem 20-jährigen Italiener genügt im GP von Mexiko der dritte Platz zum Titelgewinn. Den Sieg holte sich Max Verstappen.
01.11.2026, 19:1901.11.2026, 23:41

Vor Wochenfrist hatte Kimi Antonelli trotz seines neunten Saisonsiegs in Austin die erste Chance auf die vorzeitige WM-Krönung noch verpasst. Im zweiten Anlauf klappte es nun. Im fünftletzten Rennen der Saison machte der Ausnahmekönner aus Bologna den Titelgewinn endgültig perfekt und setzte damit der überragenden Saison die Krone auf.

Ein 9. Platz und die damit verbundenen zwei WM-Punkte hätten Antonelli zum vorzeitigen Titelgewinn gereicht – selbst bei einem Sieg eines seiner beiden verbliebenen WM-Rivalen. Doch weder Lewis Hamilton im Ferrari noch Teamkollege George Russell gelang ein solcher. Der von der Pole-Position gestartete Hamilton wurde Zweiter, Russell Sechster. Antonelli selbst sicherte sich im 19. Saisonrennen bereits seinen 16. Podestplatz.

Mercedes driver Andrea Kimi Antonelli of Italy is the pits during a halt of the session during the Mexico Grand Prix Formula One race in Mexico City, Sunday, Nov. 1, 2026. (Daniel Becerril/Pool Photo  ...
Antonelli grüsst während des Rennunterbruchs die Fans.Bild: keystone

Verstappen macht das halbe Dutzend voll

Als Sieger ging zum dritten Mal in den letzten vier Grands Prix Max Verstappen im Red Bull hervor. Der vierfache Weltmeister bewies im Autodromo Hermanos Rodriguez einmal mehr seine grosse Klasse. Von Startplatz 5 fuhr er auf der Strecke in Mexiko City zu seinem sechsten Sieg nach 2017, 2018, 2021, 2022 und 2023 und baute damit seinen eigenen Rekord aus.

Auch ein rund 40-minütiger Rennunterbruch nach einem Unfall von Valtteri Bottas im Cadillac-Ferrari nach 46 von 71 Runden brachte Verstappen nicht aus dem Konzept. Beim Neustart liess er sich nicht mehr von der Spitze verdrängen.

Italiens lange Durststrecke hat ein Ende

Doch im Mittelpunkt stand selbstredend der neue Weltmeister Kimi Antonelli, der nach der Zieldurchfahrt am Boxenfunk von seinen Gefühlen überwältigt wurde und die ersten Freudentränen vergoss. Der Saison-Dominator besteigt den Formel-1-Thron so jung wie noch kein Fahrer vor ihm – mit 20 Jahren, zwei Monaten und sieben Tagen. Der bisherige Rekordhalter Sebastian Vettel war bei seinem ersten von vier Titelgewinnen 2010 bereits 23 Jahre und 135 Tage alt.

Antonelli ist der 36. Weltmeister in der Geschichte der Formel 1 und zugleich der erste, der nach der Jahrtausendwende geboren wurde. Mit seinem Triumph beendet der Mercedes-Fahrer auch eine 73-jährige Durststrecke seines Heimatlandes. Seit Alberto Ascari 1953 hatte kein Italiener mehr den WM-Titel in der Königsklasse des Motorsports gewonnen. Nach Giuseppe Farina (1950) und Ascari (1952 und 1953) ist Antonelli erst der dritte italienische Formel-1-Weltmeister.

Ein Triumphzug im zweiten Jahr

Dass sich Antonelli bereits in seiner zweiten Formel-1-Saison die WM-Krone aufsetzen würde, hatten vor Saisonbeginn nur die wenigsten erwartet. Der Italiener galt zwar seit Jahren als Ausnahmetalent, doch zum engsten Kreis der Titelanwärter zählte ihn kaum jemand. Umso eindrücklicher ist die Art und Weise, wie der Youngster in diesem Jahr seiner Konkurrenz den Stempel aufdrückte.

Bereits im zweiten Saisonrennen in Schanghai feierte Antonelli seinen ersten Grand-Prix-Sieg. Zwei Wochen später triumphierte er in Suzuka erneut und übernahm als erster Teenager der Geschichte die WM-Führung. Die Spitzenposition gab er in der Folge nicht mehr ab. Mit fünf Siegen in Serie unterstrich er im Frühling seine Vormachtstellung und liess die Konkurrenz zunehmend verzweifeln.

Dabei verlief auch für den Shootingstar nicht alles nach Wunsch. Ein Ausfall in Barcelona und Probleme in Silverstone gehörten zu den wenigen Rückschlägen einer ansonsten beeindruckenden Saison. Ein besonderer Höhepunkt war sein Triumph beim Heimrennen in Monza von Startplatz 19.

Mit seiner unbekümmerten Art und seinem kompromisslosen Fahrstil hat Antonelli die Formel 1 im Sturm erobert. Er ist der derzeit wohl talentierteste Fahrer im über weite Strecken der Saison besten Auto des Feldes. Eine Kombination, die zwangsläufig in den Gewinn des WM-Titels münden musste. (ram/sda)

Das WM-Klassement

Motorsport Standings provided by Sofascore

(ram/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Alle Fahrer der aktuellen Formel-1-Saison und ihre Bilanzen
1 / 24
Alle Fahrer der aktuellen Formel-1-Saison und ihre Bilanzen

Lando Norris (26, McLaren): Weltmeister, 152 Rennen, 11 Siege, 44 Podien. Stand: 6. März 2026.

quelle: www.imago-images.de / imago images
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Lewis Hamilton geht mit Shaun White snowboarden – und baden (unfreiwillig)
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Warum Simon Ehammer für Olympia 2028 Zehnkampf auf Eis legt
Simon Ehammer hat sich entschieden, bis Los Angeles 2028 voll auf die Karte Weitsprung zu setzen. Heisst gleichzeitig: Der leidenschaftliche Mehrkämpfer und Hallen-Weltrekordhalter bestreitet bis dahin keinen Zehnkampf mehr. Der Entscheid des Appenzellers überrascht. Und ergibt dennoch Sinn.
Weitsprung oder Zehnkampf? Simon Ehammer hat mal wieder die Qual der Wahl. Und wie immer, wenn er diese Entscheidung fällen muss, wird das zu einem beachtlichen Medienereignis. SRF traf ihn am Freitag im Krafttraining in Teufen, am Samstag gab Ehammer telefonisch Auskunft für Radio und Printmedien. Das alles mit Sperrfrist: Erst am Sonntagmorgen durfte Ehammers Umgang mit dem Disziplinen-Dilemma öffentlich kommuniziert werden. Ein Ehammer'scher Weitsprung-Entscheid, perfekt inszeniert und in seiner Wichtigkeit gefühlt fast schon von nationaler Bedeutung.
Zur Story