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United States' Megan Rapinoe attends a press conference at the Stade de Lyon, outside Lyon, France, Saturday, July 6, 2019. US will face Netherlands in a Women's World Cup final match Sunday in Lyon. (AP Photo/Francois Mori)

Scheute sich nicht, politisch zu werden: US-Spielerin Megan Rapinoe. Bild: AP

Die Frauen-WM stand im Zeichen der Genderdebatte – und diese Frau war mittendrin



Die Frauen-WM in Frankreich kürte mit den USA einen verdienten Weltmeister. Es war ein Turnier der vielen Zuschauer, hohen Einschaltquoten und gesellschaftspolitischen Diskussionen.

Es schien, als hätten die Massenmedien in Europa in den letzten vier Wochen den Frauenfussball für sich entdeckt. Die TV-Stationen berichteten umfangreich und verkündeten Rekordquoten, die Bilder von Megan Rapinoe, Jackie Groenen oder Lucy Bronze zierten die Titelseiten und Online-Portale, Kommentare und Analysen füllten die Zeitungsspalten der Sportberichterstattung. Die inhaltlichen Diskussionen drehten sich aber weniger um das Geschehen auf dem Platz, als um gesellschaftspolitische Themen wie Gleichberechtigung und allgemeine Genderdebatten.

epa07701907 The USA team celebrate after winning the FIFA Women's World Cup 2019 final soccer match between USA and Netherlands in Lyon, France, 07 July 2019.  EPA/IAN LANGSDON

Freuen sich über den Sieg: Das US-Team. Bild: EPA

Sportlich brachte das Turnier kaum neue Trends. Dass sich das Niveau von Endrunde zu Endrunde steigert, ist aufgrund der fortschreitenden Professionalisierung in den europäischen Top-Ligen selbstredend. Die afrikanischen Teams machten gegenüber der WM vor vier Jahren in Kanada kaum Fortschritte und scheiterten in den Achtelfinals klar. Die Auftritte von Chile und Argentinien deuteten an, dass sich in Südamerika nicht nur in Brasilien in der Frauenfussball-Bewegung etwas tut, in Asien gibt weiter Japan, der Weltmeister von 2011 und Finalist von 2015, den Ton an.

USA vor Generationenwechsel

Die USA untermauerten ihren Status als weltweite Nummer 1 und verteidigten den Titel mit Erfolg. Angeführt von Captain Rapinoe, welche die grosse Bühne nutzte, um ein persönliches Agenda-Setting zu betreiben, verliehen die Amerikanerinnen ihren sport-politischen Forderungen Nachdruck und lieferten mit den Leistungen auf dem Platz starke Argumente im juristischen Prämienstreit mit dem eigenen Verband.

Das Team befindet sich mitten in einem Generationenwechsel. Die extrovertierte Torhüterin Hope Solo, Olympiasiegerin 2012 und Weltmeisterin 2015, war nicht mehr dabei, Carli Lloyd, der überragende Spielerin der WM 2015 und zweifachen Weltfussballerin, blieb in Frankreich nur die Rolle einer Ergänzungsspielerin.

Auch Rapinoe ist schon 34 und dürfte nach den Olympischen Spielen in Tokio ihre internationale Karriere ebenfalls beenden, andere Teamstützen wie Becky Sauerbrunn, Tobin Heath oder Alex Morgan sind auch schon über 30. Und ob Jill Ellis, die als erste Trainerin seit dem Italiener Vittorio Pozzo in den Dreissigerjahren ein Team zur erfolgreichen Titelverteidigung an einer WM führte, bis Tokio weitermachen wird, ist offen.

Europa muss warten

Aus europäischer Sicht verlief das Turnier ernüchternd, obwohl der alte Kontinent sieben der acht Viertelfinalisten stellte. Beim Gastgeber, der in den Viertelfinals auf die USA traf, verpassten Amandine Henry und Co. einmal mehr eine goldene Chance, ihre Generation mit einem Titel mit der Nationalmannschaft zu krönen. England war wie an der WM 2015 und der EM 2017 nahe dran. In zwei Jahren, an der EM-Endrunde im eigenen Land, dürften die «Lionesses» das Team sein, das es zu schlagen gilt.

Die Niederlande erreichte zwar erstmals den WM-Final, vermochte aber im Gegensatz zur EM vor zwei Jahren im eigenen Land spielerisch nicht mehr zu begeistern. Die Mannschaft von Sarina Wiegman bahnte sich den Weg in den Final in der schwächeren Tableauhälfte durch ihre defensiven Qualitäten. Zu viele der Stars wie Lieke Martens, Vivianne Miedema oder Sherida Spitse waren nicht in Topform. Deutschland, dem Olympiasieger von 2016, gelang auch unter Martina Voss-Tecklenburg die Rückkehr an die Weltspitze nicht. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • P. Meier 09.07.2019 09:47
    Highlight Highlight Wie passt der Inhalt zum Titel? Irgendwie habe ixh das Gefühl, dass gewisse Journalisten mit dem Frauwnfussball überfordert sind. Da kommen auf Fragen nicht die erwarteten Standartantworten, man hat noch zu wenig Insiderinfos die aufgebauscht werden können und auch die so beliebten Schauspieleinlagen fehlen. Da bleibt nur noch die Emanzipation und die Genderfrage um die Zeitung mit weiteren Fussballartikeln zu fluten. Und wenn es da auch zu wenig Inhalt hat, kann man ja mit dem Titel den Leser zum Lesen veeführen.
  • Bruno Wüthrich 09.07.2019 09:06
    Highlight Highlight Etwas böswillig könnte man sagen: Diese Frauen-WM wäre besser im Zeichen des Zussballs gestanden.

    Stand sie ja eigentlich grösstenteils auch. Die "Rekord-Einschaltquoten" beziehen sich übrigens nur auf den Frauenfussball. Der Zuschaueraufmarsch an den Spielen war indes wirklich erfreulich, was diesem Sport extrem gut tut. Es gilt jedoch zu berücksichtigen, dass die Eintrittspreise wirklich sehr moderat waren.

    Die Entwicklung wird weiter gehen. Ich schaue gerne Frauen-Sport, auch wenn ich - habe ich die Wahl - den Männer-Sport in den meisten Fällen vorziehe.
  • Vanessa_2107 09.07.2019 08:41
    Highlight Highlight Sie hat ja auch sonst gezeigt, was sie kann, und das unter grossem Druck, meine grosse Anerkennung dafür! Anscheinend wurden ihr an Pressekonferenten von 10 Fragen 9 politische Fragen gestellt, dafür konnte sie ja nichts. Eine Frau mit Charisma und Charakter!
    • Vanessa_2107 10.07.2019 11:24
      Highlight Highlight Keine Ahnung, weshalb ich 29 Blitzer für diesen Kommentar gekriegt habe??
  • Peter R. 09.07.2019 08:17
    Highlight Highlight Ich habe grosse Mühe mit Spitzensportler (Rapinoe), welche die Sportbühne für ihre persönlichen politischen Statements missbrauchen.
    • Birdie 09.07.2019 08:45
      Highlight Highlight Der Artikel redet über die sportliche Seite, ich hätte aber gerne auch etwas über das gelesen, was der Titel ankündigt. Die Genderdebatte und die Frau die mittendrin war. Schade.
    • AdiB 09.07.2019 09:04
      Highlight Highlight @peter, ausser das sie sagte sie wird bei einem sieg nicht ins weisse haus gehen wegen trump, hat sie sich nie politisch geäussert. Es sind die medien wie auch die pk zeigte, die diese frau politisieren und sie zu etwasem rauf hiven was sie vielleicht gar nicht möchte.
    • Birdie 09.07.2019 09:12
      Highlight Highlight Als Kommentar auf Ihren Kommentar war das nicht gedacht, tut mir Leid.
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