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River Plate player and goalkeeper Enzo Nicolas Perez celebrates the victory, during a Group D match of the Copa Libertadores, between the Argentine River Plate and Santa Fe de Colombia, at the Monumental Stadium, in Buenos Aires, Argentina, 19 May 2021. River Plate ARG vs Santa Fe COL ACHTUNG: NUR REDAKTIONELLE NUTZUNG PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xJuanxIgnacioxRoncoronixPOOLx AME9357 20210520-637570805227788747

Enzo Perez freut sich nach dem Schlusspfiff über den Sieg gegen Sante Fe. Bild: imago-images.de

Das Corona-Wunder von River Plate – Feldspieler wird als Keeper zum grossen Helden

Das Kader von River Plate ist vom Coronavirus zuletzt arg dezimiert worden. In der Copa Libertadores musste deshalb gar ein Mittelfeldspieler als Torhüter ran. Und der eigentlich verletzte Enzo Perez wurde prompt zum Mann des Spiels.



Keine Torhüter, keine Auswechselspieler ... kein Problem: Weil beim argentinischen Traditionsverein River Plate rund 25 Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden waren, mussten «Los Millonarios» in der Gruppenphase der Copa Libertadores mit einem regelrechten Rumpfteam antreten.

Eigentlich wären gemäss der CONMEBOL für die südamerikanische Variante der Champions League 50 Kaderspieler zugelassen, allerdings hatte River-Trainer Marcelo Gallardo nur 32 Spieler nominiert. Eine nachträgliche Nominierung von Ersatzspielern aus der Jugendmannschaft lehnte der Verband jedoch ab.

Deshalb standen Gallardo nur noch 11 Spieler zur Verfügung, darunter kein einziger Keeper. So musste sich Mittelfeldspieler Enzo Perez, der sich erst am Sonntag eine Zerrung in der rechten Kniesehne zugezogen und sich noch nicht recht von seiner Verletzung erholt hatte, zwischen die Pfosten stellen. Der 35-Jährige spielte einst bei Benfica Lissabon und Valencia, das 2015 rund 25 Millionen Euro für ihn ausgab, und absolvierte insgesamt 26 Länderspiele für Argentinien.

Wie sich herausstellte, hätte Perez durchaus auch als Torhüter Karriere machen können, denn der 1,77 Meter grosse Aushilfskeeper machte seine Sache hervorragend. Dank seinen teils unkonventionellen Paraden und zwei frühen Toren gewann River im heimischen Estadio Monumental gegen den kolumbianischen Vertreter Independiente Santa Fe mit 2:1. Am Ende wurde Perez gar als «Man of the Match» ausgezeichnet.

Die «Paraden» von Perez:

Nach dem Abpfiff lief Perez mit einem breiten Lächeln über den Platz und liess sich von seinen Teamkollegen feiern. «Es ergibt wenig Sinn, über das Spiel zu sprechen», sagte er später im TV-Interview. «Trotz allem, was wir heute erleben dürfen, haben wir in den letzten Tagen stark unter Covid gelitten. Unglaublich, wie viel Leidenschaft, Kampfgeist und Charakter wir gezeigt haben.»

Die Vorbereitung auf das Spiel sei nicht einfach gewesen. «Ich habe den Torhütern per SMS ein paar Fragen gestellt, die sie mir dann beantwortet haben. Der Goalie-Trainer hat mir auch Ratschläge gegeben und gestern haben wir noch ein wenig trainiert. Er sagte mir, ich solle mich immer auf den Elfmeterpunkt konzentrieren und möglichst die Winkel verkürzen, wenn die Angriffe von der Seite kommen.»

Bild

Perez mit der Auszeichnung zum «Man of the Match». bild: twitter/libertadores

Die Partie wird definitiv in die Annalen des Hauptstadtklubs eingehen: Es war das erste Mal seit über 100 Jahren, dass River Plate mit einem Feldspieler im Tor in eine Partie gehen musste. Zuletzt war das beim Debüt des Vereins in der ersten argentinischen Fussballliga im Jahr 1909 gegen Argentino de Quilmes der Fall. Weshalb der Torhüter des Aufsteigers damals nicht zum Einsatz kam, ist nicht überliefert.

Mit dem Überraschungssieg übernahm River Plate in Gruppe D die Tabellenführung und benötigt zum Vorrundenabschluss in der kommenden Woche nur ein Remis zum Achtelfinal-Einzug.

Zweite Welle in Argentinien

Argentinien steckt derzeit mitten in der zweiten Corona-Welle. Mit 39'652 Neuinfektionen wurde am Mittwoch der mit Abstand höchste Wert seit Beginn der Pandemie vor über einem Jahr gemeldet. Bislang haben sich rund 3,4 Millionen Menschen in Argentinien nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, über 72'000 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

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Buenos Aires: Wo der Fussball zuhause ist

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