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Erster Kantersieg dieser WM: Curaçao ist für Deutschland kein Gradmesser

Germany's Nathaniel Brown celebrates after scoring his side's fifth goal during the World Cup Group E soccer match between Germany and Curacao in Houston, Sunday, June 14, 2026. (AP Photo/Ka ...
Nathaniel Brown lässt die deutschen Fans zum fünften Mal jubeln.Bild: keystone

Erster Kantersieg dieser WM: Curaçao ist für Deutschland kein Gradmesser

Deutschland stolpert erstmals seit zwölf Jahren nicht in einem WM-Eröffnungsspiel. Im klimatisierten Stadion von Houston gewinnt der vierfache Weltmeister gegen den krassen Aussenseiter Curaçao 7:1.
14.06.2026, 20:4914.06.2026, 21:30

Erstmals seit dem WM-Titel 2014 will Deutschland wieder einmal die Gruppenphase einer WM-Endrunde überstehen – und der Start gelang nach Mass. Gegen Curaçao, den Neuling und kleinsten je für eine WM qualifizierten Staat, sorgten zwei Treffer kurz vor der Pause vom 1:1 zum 3:1 für mehr als eine Vorentscheidung.

Zunächst traf Verteidiger Nico Schlotterbeck per Kopf nach einem Corner mit seinem ersten Länderspieltor zum 2:1 (38.), dann verwertete Kai Havertz einen Foulpenalty weit in der Nachspielzeit zum 3:1. Herausgeholt hatte diesen Felix Nmecha, der bereits in der 6. Minute das 1:0 geschossen hatte und in der deutschen Offensive ein Aktivposten war.

Gala nach der Pause

Die zweite Hälfte wurde zum Schaulaufen. Nach Treffern von Jamal Musiala wenige Sekunden nach der Pause, Nathaniel Brown (68.), Denis Undav (78.) und nochmal Havertz (88.) resultierte der höchste Sieg des bisherigen Turniers. «Das Gegentor war unnötig, aber vielleicht hat es uns gut getan, dass wir danach besser aufgepasst haben», meinte Brown im ZDF. «Danach haben wir sehr gut gespielt. Es tut uns gut, dass wir so viele Tore geschossen haben.»

Die «Blue Wave» (blaue Welle) genannten Spieler von der Karibikinsel mit nur gut 150'000 Einwohnern wehrten sich tapfer und konnten zumindest einmal jubeln. Das 1:1 durch Livano Comenencia, den jungen Mittelfeldspieler des FC Zürich, der Deutschlands Routinier Manuel Neuer mit einem abgelenkten Schuss bezwang, blieb aber das einzige Highlight.

«Deutschland war heute zu stark», anerkannte Dick Advocaat neidlos. Der 78-jährige Trainer von Curaçao liess sein Team mitspielen, denn: «Wenn wir nur verteidigen, verlieren wir auch. Darum haben wir versucht, etwas offensiv zu spielen. Aber die Qualität der Deutschen war zu hoch.»

Neuers Rekordspiel

Der 40-jährige Neuer egalisierte mit seinem 20. WM-Spiel den Goalie-Rekord des Franzosen Hugo Lloris. Er war eigentlich nach der Heim-EM 2024 aus dem Nationalteam zurückgetreten, kehrte aber nach einigem medialem Getöse für das Grossturnier zurück und ist nun auch der älteste Spieler der deutschen WM-Geschichte.

«Es hat sich gut angefühlt», sagte Neuer im ZDF zu seinem Comeback. «Jeder wünscht sich so einen guten Start in ein Turnier. Wir haben Spielfreude an den Tag gelegt und die Spieler, die von der Bank kamen, brachten neue Energie rein.»

Zwar gelang es den Deutschen seit dem mit 1:0 gewonnenen WM-Final gegen Argentinien 2014 weiterhin nie, zu Null zu spielen, doch liessen sie sich im Gegensatz zu 2018 (0:1 gegen Mexiko) und 2022 (1:2 gegen Japan) diesmal zum Turnierauftakt nicht von einem, diesmal allerdings deutlich schwächer einzustufenden, Aussenseiter düpieren.

Wie stark das Team ist, wird wohl aber erst das zweite Spiel am Samstag gegen die Elfenbeinküste zeigen. Defensiv machten die Deutschen gegen Curaçao nicht immer einen sattelfesten Eindruck.

Deutschland – Curaçao 7:1 (3:1)
Houston. - 68'021 Zuschauer. - SR Jayed.
Tore: 6. Nmecha (Wirtz) 1:0. 21. Comenencia 1:1. 38. Schlotterbeck (Brown) 2:1. 45. Havertz (Penalty) 3:1. 47. Musiala (Kimmich) 4:1. 68. Brown (Undav) 5:1. 78. Undav (Kimmich) 6:1. 88. Havertz (Undav) 7:1.
Deutschland: Neuer; Kimmich (83. Anton), Tah (73. Rüdiger), Schlotterbeck, Brown (73. Raum); Nmecha (73. Goretzka), Pavlović; Sané, Musiala (64. Undav), Wirtz; Havertz.
Curaçao: Room; Floranus, Bazoer, Obispo, Fonville; Comenencia, Leandro Bacuna, Juninho Bacuna; Chong (83. Kastaneer); Locadia (65. Margaritha), Hansen (46. Antonisse). (ram/sda)

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