Selbst Trump fragt sich, warum Fussball in den USA Soccer heisst
Distanzen in Meilen statt Kilometern, Flüssigkeiten in Gallonen statt Litern, Temperaturen in Fahrenheit statt Celsius. Die Vereinigten Staaten von Amerika tanzen bei Masseinheiten aus der Reihe – und auch wenn es darum geht, wie der populärste Sport der Welt heisst.
Als «Soccer» ist Fussball zwischen New York und Los Angeles bekannt. Weil es dort eben auch «Football» gibt, der in den USA die wesentlich grössere Sportart ist. Wir kennen sie hierzulande als «American Football».
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Weil zwei Sportarten nicht den gleichen Namen tragen konnten, setzte sich vor rund 150 Jahren die heute noch gebräuchliche Lösung durch. Football, das primär mit der Hand und mit einem eiförmigen Ball gespielt wird, durfte in den USA seinen Namen behalten. Und der Fussball, der mit den Füssen getreten wird, wurde zu Soccer.
Das ist eine Abkürzung für «Association Football» (Verbandsfussball), wie die englischen «Erfinder», die als erste Regeln festlegten, ihre Sportart getauft hatten, um sich vom Rugby zu unterscheiden. Aus «Association Football» wurde erst «Assoc», dann «Socca» oder «Socker» und schliesslich eben «Soccer», das sich durchsetzte.
Ob sich mit der Fussball-WM 2026 in den USA etwas daran ändert? Bei der Auslosung der WM-Gruppen im Dezember brachte US-Präsident Donald Trump eine Namensänderung ins Spiel. «Wir nennen es Soccer, aber in Wirklichkeit ist es Football», sagte er. «Es macht keinen Sinn, dass wir Soccer sagen. Wir müssen einen anderen Namen für die NFL finden», meinte Trump in Richtung der National Football League.
In einem anderen Land gab es die Abkehr vom Begriff Soccer schon. In Australien heisst der Fussballverband mittlerweile «Football Australia». Geblieben ist der Spitzname der Nationalmannschaft. Deren Spieler treten als «Socceroos» an – in der Gruppenphase dieser WM unter anderem gegen die USA.
