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Akinfenwa feiert am Montagabend Wycombes zweiten Treffer.
Akinfenwa feiert am Montagabend Wycombes zweiten Treffer.Bild: www.imago-images.de

Akinfenwa beklagt Rassismus: «Ich wurde als fetter Wasserbüffel beschimpft»

09.07.2020, 09:4209.07.2020, 12:39

Adebayo Akinfenwa ist nicht der beste Fussballer der Welt. Mit 38 Jahren ist er auch nicht mehr das grösste Talent. Und er spielt bloss in der dritthöchsten englischen Liga. Trotzdem ist Akinfenwa vielen Fans weltweit ein Begriff. Denn mit einem Gewicht von mehr als 100 Kilogramm gilt der muskulöse Stürmer als «stärkster Fussballprofi der Welt».

Dieser Tage hofft Akinfenwa mit den Wycombe Wanderers auf den Aufstieg in die Championship, Englands zweithöchste Liga. Am Montagabend kommt es im Wembley zum entscheidenden Playoff-Final gegen Oxford United. Dafür qualifizierte sich Wycombe gegen Fleetwood Town. Und in jenem Rückspiel sei er rassistisch beschimpft worden, so der Kultstürmer.

«Der Montagabend war eines der Highlights meiner Karriere», beginnt Akinfenwa seinen offenen Brief. «Was ein Abend der Freude hätte sein sollen, verwandelte sich in einen der Wut und Frustration. Wie ich nach dem Spiel erfuhr, hatte mich ein Vertreter des Gegners wiederholt in herabsetzendem Ton als ‹fetter Wasserbüffel› bezeichnet.» Als schwarzer Mann fühle er sich entmenschlicht, wenn man ihn mit einem Wasserbüffel, einem dunklen Tier, vergleiche. «Ich bin leidenschaftlich darum bemüht, dies anzusprechen, weil wir als Sport und als Gesellschaft aufwachen müssen. Wir müssen mehr machen.»

«Die eigentliche Arbeit muss jetzt beginnen»

Er habe im Verlauf seiner Karriere vielerorts Beschimpfungen hinnehmen müssen, sei es wegen seiner Hautfarbe, sei es wegen seiner Postur. Besonders schlimm sei es gewesen, als er in Litauen gespielt habe. «Ich habe immer geschworen, aufzustehen und meine Stimme zu erheben, wenn es um Rassismus geht. Ich bin der festen Überzeugung, dass Bildung der ultimative Schlüssel zu einer Zukunft ohne Rassendiskriminierung ist.»

Akinfenwa stählt seinen Körper.
Akinfenwa stählt seinen Körper.Bild: www.imago-images.de

Dass die Black-Lives-Matter-Kampagne derzeit in aller Munde ist, sei schön, so Akinfenwa. «Dass man sich hinkniet, Kampagnen in den sozialen Medien unterstützt und ein Logo auf dem Trikot präsentiert, ist ein Anfang, aber das ist noch nicht genug. Das wird nicht zu einer echten und dauerhaften Veränderung führen. Die eigentliche Arbeit muss jetzt beginnen, und der einzige Weg, um gemeinsam voranzukommen, ist die Bildung.»

Vom angeschuldigten Klub Fleetwood Town gibt es noch keine Reaktion. Die Wycombe Wanderers, Akinfenwas Verein, liessen verlauten, man stehe voll und ganz hinter dem Stürmer und unterstütze sämtliche Kampagnen, welche den Rassismus bekämpften. (ram)

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2 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Robson-Rey
09.07.2020 11:43registriert Februar 2014
Feige und beleidigend, definitiv. „Trashtalk“ von einem Staff ist für mich ein „No Go“. Im Fussball habe ich keine persönlichen Erfahrungen. Im Hockey kenne ich „Trashtalk“ jedoch als allgegenwärtig. Darum habe ich Schwierigkeiten dies zu deuten, suggeriert für mich so beim durchlesen keine rassistische Nachrede. Auch weil er sich vor ca. 6 Monaten selber mit einem Wasserbüffel verglichen hat. Ich erlebte aber offensichtlich nie Rassismus gegen mich und masse mir darum auch nicht an ein Urteil zu fällen. Nachreden können Leben vernichten. Egal in welche Richtung. Und das Internet befeuert.
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Peter Vogel
09.07.2020 14:04registriert Juni 2020
Da will einer Aufmerksamkeit. Ist eine normale Beleidigung für etwas beleibtere Leute. Unschön, aber nicht rassistisch.
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