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Hans-Joachim Watzke setzte sich in der ARD-Sportschau in kein gutes Licht. bild: screenshot ard

BVB-Boss Watzke sorgt mit Aussagen zur Coronavirus-Krise für Kopfschütteln



Wie weiter mit dem Sport in Zeiten des Coronavirus? Wie in der Schweiz mit dem «Sportpanorama plus» des SRF gab es auch in Deutschland zahlreiche Sondersendungen zum Thema. Bei der ARD diskutierte in der Sonderausgabe «Corona-Krise: Ein Sommer ohne EURO und Olympia?» auch Dortmund-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke mit und sorgte mit seinen Aussagen bei vielen für Kopfschütteln. Seine Worte lösten in Deutschland einen derart grossen Shitstorm aus, dass der Hashtag #Watzke am Sonntagabend in den Twitter-Trends Platz 1 belegte – noch vor dem Coronavirus und der Regionalwahl in Bayern.

Früh im Gespräch wird Watzke von Moderatorin Jessy Wellmer gefragt, ob er es für sinnvoll halte, dass bei vielen Fussballklubs nun das Trainings ausfalle. «Nein. Das kann ja nicht sinnvoll sein», antwortete der 60-jährige BVB-Boss und legte gleich nach: «Wir müssen ja irgendwann zur Normalität zurückkehren. Wir müssen die Spieler bezahlen, und die Spieler müssen sich in eine vernünftige Form bringen. Ganz ehrlich: Wir sollten es nicht übertreiben. Denn die aktuelle Gesundheitsgefahr für eine Mannschaft, die aus kompletten Athleten besteht, die würde ich jetzt auch ohne Virologe zu sein als nicht so gravierend einstufen.»

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Die Sondersendung der ARD-Sporschau mit BVB-Boss Hans-Joachim Watzke. Video: YouTube/Sportschau

Die Absichten von Watzke mögen gut gewesen sein. Womöglich wollte der BVB-Geschäftsführer die Panik rund um das Coronavirus ein wenig dämpfen. Bei den Zuschauern kamen seine Aussagen in Anbetracht der strengen Massnahmen der Bundesregierung allerdings alles andere als gut an. Vor allem für die Aussage zur Gesundheitsgefahr erhielt Watzke viel Kritik. Seine Aussagen seien «peinlich» und «lächerlich», hiess es auf Twitter. Ihm ginge es «nur ums Geld», kommentierte ein User. Doch es gibt auch positive Reaktionen. Watzke sei nur ehrlich, denn der finanzielle Aspekt habe halt einen grossen Einfluss.

Auch die kurzfristige Absage des 26. Bundesliga-Spieltags, den die DFL zunächst als Geister-Spieltag unbedingt noch durchführen lassen wollte, war Thema und Watzke liess durchblicken, dass er es begrüsst hätte, wenn seine Mannschaft am Samstag gegen Schalke hätte spielen dürfen. «Der Fussball hat alles getan, um eine Risikominimierung vorzunehmen, auch wenn Geisterspiele an den Lebensnerv des Fussballs gehen. Wenn wir das Derby gespielt hätten, dann wären noch 80 Leute im Stadion gewesen. Das wäre eine vertretbare Situation gewesen und hätte die Liga um 75 Millionen Euro entlastet», so Watzke.

Und wie geht es weiter? Die 36 Klubs aus Bundesliga und 2. Liga werden heute um 11.30 Uhr gemeinsam beraten, wie sie mit der prekären Situation umgehen. Watzke sprach aus, was ohnehin schon allen klar gewesen sein dürfte. «Niemand in der Bundesliga geht davon aus, dass wir die Saison mit Zuschauern zu Ende spielen werden. Ein normales Fussballspiel werden wir lange nicht mehr erleben.»

Ein Saisonabbruch könnte gemäss Watzke fatale finanzielle Folgen haben: «Wenn es so kommt, dass wir die Bundesliga abbrechen müssen, dann wird es für einige Klubs sehr, sehr schwierig.» Er rechne damit, dass dies besonders für den Fall, dass die Bundesliga den Spielbetrieb erst im Herbst wieder aufnehmen könnte, drohen würde. Die Bundesliga-Klubs müssten im Falle einer kompletten Absage der laufenden Saison mit einem ökonomischen Schaden von rund 750 Millionen Euro rechnen.

Als es darum ging, inwiefern die grösseren Vereine den kleineren in einer solchen Notsituation unter die Arme greifen könnten, meinte Watzke nur: «Wir sind Konkurrenten und ein Wirtschaftsunternehmen. Am Ende des Tages können nicht die Klubs, die die letzten Jahre gut gearbeitet haben, die, die es nicht getan haben, belohnen.»

Zu dieser Aussage meinte einer BVB-Anhängerin auf Twitter: «Watzke hat es tatsächlich geschafft, dass Uli Hoenes mir plötzlich sympathisch ist.» Der ehemalige Bayern-Präsident plädierte am Sonntagmorgen im «Sport1-Doppelpass» nämlich für deutlich mehr Solidarität: «Die Grossen müssen den Kleinen helfen», erklärte der 68-Jährige. «Es ist die einmalige Chance, Solidarität zu zeigen. Das ist eine grosse Chance für die Bundesliga und ganz Europa.» (pre)

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Hoeness' flammender Corona-Appell im Doppelpass. Video: YouTube/SPORT1

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    Alle Leser-Kommentare
  • Stefan Morgenthaler-Müller 16.03.2020 14:41
    Highlight Highlight So einer wie Watzke kommt wohl nicht auf die Idee, dass die Spieler (alle Mulitmillionäre) in Anbetracht der Lage auch einen Teil des Gehalts verzichten können.

    Die Spieler können sich zu Hause fit halten. Es hat sicher jeder einen privaten Fitnessraum und private Fitnesstrainer.

    Den Viren ist es egal, ob jemand durchtrainiert oder Fussballprofi ist, jeder kann als Wirt dienen und dann jemanden anstecken, der eine erhöhte Gefahr hat, dran ernsthaft zu erkranken oder zu sterben.

    Dem geht es nur ums (eigene) Geld.
  • joevanbeeck 16.03.2020 14:08
    Highlight Highlight Jetzt hätte man doch Zeit den Fussball mal etwas zu reparieren und etwas gerechter zu machen. Ich denke da besonders an die wahnisinnigen Lohn und Transfer-summen. Und das es einige Sportrechte Preistreiber wie vielleicht DAZN "lupft" ist ja nicht wirklich traurig.
  • Linus Luchs 16.03.2020 14:07
    Highlight Highlight Watzke tickt wie Rummenigge. Dieser ist gegen Spielabsagen mit der Begründung: "Es geht am Ende des Tages um Finanzen und um eine hohe Zahlung der TV-Broadcaster an die Vereine, die noch aussteht."

    Wen wundert's? Das sind die Topmanager in einem total geldverseuchten Sportbusiness. Die sind dem Leben fremd geworden.
    • das Otzelot 16.03.2020 15:27
      Highlight Highlight Und wenn du Rummenigge genau zugehört hättest, wäre dir aufgefallen, dass er dies wegen den kleinen Clubs gesagt hat, die ohne diese einnahmen Probleme bekommen.

      Aber immer schön auf die Bayern hauen.
  • Bavaria 16.03.2020 13:21
    Highlight Highlight Ein Mann mit klarem Kopf, gesundem Menschenverstand und Weitsicht in einer Krise...das sage ich sogar als Bayern-Fan. Irgendwann muss es ja weiter gehen!
  • SörgeliVomChristophNörgeli 16.03.2020 12:55
    Highlight Highlight Ich verstehe das Theater um diese Aussage nicht. Wir können ja nicht für immer und ewig einen auf Ausnahmezustand machen.
    • HereToReadNotLead 16.03.2020 14:04
      Highlight Highlight @Sörgeli...
      Der Ausnahmezustand hat doch noch gar nicht begonnen. Ich bin aktuell in China, fast 4 Monate nach dem Ausbruch kommt hier so etwas wie Normalität zurück. Selbst diese Normalität ist eine "neue" Normalität. Vergiss die träumereien das du im Mai schon wieder in der Badi auf deinem Tüechli liegst mitten in der Menschenmasse - find dich damit ab das nicht alles wegreklamiert werden kann im Leben.
    • Shikoba 16.03.2020 14:48
      Highlight Highlight Die Schulen sind seit heute zu und du sprichst von "immer und ewig" 🤦‍♀️
  • Siru 16.03.2020 12:54
    Highlight Highlight Wenn die Athleten doch so gesund sind, sollen sie sich in der nun kommenden freien Zeit gesellschaftlich nützlich machen und in Spitälern, etc. aushelfen!
    So wie es schon einige Promis tun!
  • 34RS90 16.03.2020 12:21
    Highlight Highlight 🤦🏻‍♂️
  • DerLauch 16.03.2020 11:11
    Highlight Highlight Hauptsache alle im Bereich Pflege, Verkauf und Baugewerbe sind noch am Arbeiten und die 20 Multimillionäre welche sowieso Tag und Nacht überwacht werden und die beste medizinische Versorgung geniessen bleiben jetzt zuhause und trainieren in ihrem persönlichen Fitnessraum.
    Wer nicht einem Ball hinterher läuft scheint nicht halb so wichtig zu sein. Oder hat jemand schon Mal beobachtet das an der Migroskasse geklatscht wurde für die Arbeit die diese Leute in dieser schwierigen Situation leisten?
    Hört auf euch zu empören wenn der Watzke sagt das die Fussballer weiter trainieren sollen!
  • HereToReadNotLead 16.03.2020 10:54
    Highlight Highlight Selbst wenn man das zwischenmenschliche ausblendenwürde, sind die Aussagen von Watzke immernoch zum fremdschämen. Das sage ich als BVB Fan. Der FC Bayern und Uli Hoeness waren es welche dem BVB unter die arme gegriffen haben als er finanziell strauchelte. Schon damals wollte Hoeness nicht das ein Traditionsverein wegen einer temporären Schieflage in der Versenkung verschwindet. Nun hinzustehen und zu sagen man wirtschafte besser als andere und man könne den kleinen nicht helfen....sowas von kurzsichtig. Viele kleine Clubs haben nicht den ganzen Ruhrpott als einzugsgebiet.
  • Shikoba 16.03.2020 10:14
    Highlight Highlight Der BVB war mir eigentlich sympathisch.. 🤔
    • Coliander 16.03.2020 10:43
      Highlight Highlight Es gibt ja noch eine zweite Borussia die sympatisch ist ;)
    • Shikoba 16.03.2020 14:46
      Highlight Highlight Ich steh auf gelb schwarz, bin YB Fan 😉 und werde jetzt bestimmt geblitzt dafür 😅😂
  • hoi123 16.03.2020 09:58
    Highlight Highlight Das Geld der Bayern hat der BVB aber gerne genommen...
  • Yokai 16.03.2020 09:42
    Highlight Highlight Was ist Fussball schon? Höchstens Zirkus auf mittlerem Niveau für Ball-Fetigisten... Braucht im Notfall kein Mensch! Keiner!
    • DruggaMate 16.03.2020 12:55
      Highlight Highlight Brot und Spiele, Yokai, Brot und Spiele!

      Die Aussagen Watzkes ist trotzdem unglaublich ignorant. Vor nicht all zu langer Zeit wäre Dortmund der erste Klub gewesen der um Hilfe gebettelt hätte.
  • mrgoku 16.03.2020 09:32
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