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epa07683189 Roger Federer of Switzerland speaks during a press conference at the All England Lawn Tennis Championships in Wimbledon, London 29 June 2019.  EPA/PETER KLAUNZER EDITORIAL USE ONLY; NO SALES, NO ARCHIVES

Federer wagt sich beim Thema Setzliste nicht auf die Äste. Bild: EPA

Interview

Federer zu Nadals Kritik an der Setzliste: «Am Ende musst du alle Gegner schlagen»

Roger Federer äussert sich zur hitzigen Debatte um die Setzliste in Wimbledon, seiner Form und dazu, wie er die Umstellung von Sand auf Rasen bewältigt hat.

simon Häring / ch media



Roger Federer, Rafael Nadal hat kritisiert, dass er in Wimbledon hinter Ihnen auf Position 3 gesetzt ist, obwohl er in der Weltrangliste vor Ihnen liegt. Wie beurteilen Sie diese Debatte?
Was wollen Sie von mir hören?! Das System ist, wie es ist. Es war hier wohl schon immer etwas anders. Ich denke, es soll dich dafür belohnen, möglichst viel auf Rasen zu spielen. Wir Spieler können nicht viel zu dieser Geschichte beitragen, ausser einfach damit umzugehen. Ich profitiere wohl davon – aber das war bestimmt nicht mein Plan in den letzten Jahren. Ich wurde nun einfach eine Position höher gesetzt, wie Kevin Anderson auch. Am Ende musst du alle Gegner schlagen, wenn du das Turnier gewinnen willst. Und nun, da die Auslosung gemacht ist, sollten wir nach vorne schauen. Früher war es noch härter, da wurden gesetzte Spieler zu Ungesetzten – das war die grössere Geschichte. Nur weil Rafa sich jetzt eine Position nach unten bewegt wurde, war das eine grosse Nachricht – Social Media liebt so etwas (lacht).

Wie stark unterscheidet sich Rasentennis von Hartplätzen?
Ich denke schon, dass es sehr verschieden ist. Vielleicht denken manche nicht so, aber ich schon. Die Bewegungen erfordern andere Talente. Wie der Ball abspringt oder sich dreht ist auch völlig anders. Offensichtlich kannst du heute viel besser auf Rasen spielen, die Qualität verbessert sich Jahr für Jahr – so ist es auch von der Grundlinie immer einfacher. Speziell die erste Woche in Wimbledon gibt es einen grossen Unterschied zu Hardcourts, da ist es so weich und das Bewegen ist schwierig. In der zweiten Woche ist es ähnlicher, da wird alles etwas schneller und du kannst dich an der Grundlinie gut bewegen.

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Die Pressekonferenz mit Roger Federer. Video: YouTube/Wimbledon

Sie vollziehen zum ersten Mal seit vier Jahren den Wechsel von Sand auf Rasen. Welche Dinge können Sie aus der Sandsaison mitnehmen?
Ich glaube nicht, dass ich enorm davon profitieren kann, denn das Spiel ist wie gesagt sehr verschieden. Dazu retournieren die Gegner nicht von so weit hinter der Grundlinie. Sehen Sie, Halle lief gut, das Training diese Woche auch. Vielleicht kann ich diese Frage besser beantworten, wenn das Turnier läuft oder gar vorbei ist. Ich bin soweit aber sehr happy, dass ich die Sandsaison gespielt habe. Ich kam da und in Halle ohne Verletzungen durch – ein gutes Gefühl! Ich werde für lange Ballwechsel bereit sein. Aber mein Ziel wird immer noch sein, den schnellen Punkt zu suchen und das Spiel zu diktieren.

Was bedeutet es für den Sport, dass die drei Besten, Sie, Rafael Nadal und Novak Djokovic, über so lange Zeit so gut spielen?
Das ist grossartig! So was kommt ja auch nicht allzu oft vor. Schön ist doch, dass wir drei das nebeneinander schaffen und uns gegenseitig nicht nur Dinge wegnehmen, sondern uns auch in Höhen pushen. So hat sich Rafa auf Gras verbessert, Novak vielleicht auf Hartplatz und ich auf Sand. Wir haben uns definitiv gegenseitig besser gemacht und ich weiss nicht, ob wir alle noch spielen würden, wenn wir uns nicht hätten. Ich hoffe, die Fans geniessen das genauso wie wir. Auch weil wir alle verschiedene Charaktere sind – da kann sich jeder jemanden aussuchen.

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Haben Sie das Gefühl, Sie sind in diesem Jahr besser in Form als noch im Vorjahr? Mit welchen Erwartungen gehen Sie in dieses Turnier?
Im vergangenen Jahr habe ich mehr auf Rasen gespielt und mich gut gefühlt. Allerdings hatte ich ein Problem am Handgelenk, das war sicher nicht ideal. Ich denke aber nicht, dass dies der Grund für die Niederlagen war – ich hatte ja im Viertelfinal Matchball. Wäre ich durchgekommen – wer weiss, was passiert wäre. Ich hatte bisher ein sehr solides Jahr – hatte körperlich weniger Probleme als im Vorjahr. Entsprechend sind die Resultate noch solider und konstanter. Und ich habe auch Turniere gewonnen. Im Hinblick auf die grossen Turniere ist das wichtig. Der Fokus liegt nun schon seit längerer Zeit auf Wimbledon und ich weiss, was es geschlagen hat. Die Auslosung spricht auch für mich. Das Selbstvertrauen ist nach der Sandplatzsaison und Halle absolut intakt.

Wenn man die Sandsaison und die Rasensaison zusammen betrachtet, ergibt das einen längeren Turnierblock. Welche Auswirkungen hat das auf ihre Planungen im Spätsommer und Herbst?
Das hängt natürlich stark davon ab, ob ich in der ersten Runde verliere, oder das Turnier gewinne. Wichtig ist, dass ich mich nach Halle und Paris gut erholt habe. Da machte ich vier, fünf Tage Pause. Das gleiche hier in Wimbledon. Wichtig ist für mich, dass ich mich gut erhole und wenn ich trainiere, dass die Qualität stimmt. Ich lasse mir alles offen und mache es davon abhängig, wie ich in Wimbledon spiele. Ich glaube nicht, dass es grosse Veränderungen geben wird.

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