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David Alaba wird bei Real die Nummer 4 tragen und damit in die Fussstapfen von Sergio Ramos treten.
David Alaba wird bei Real die Nummer 4 tragen und damit in die Fussstapfen von Sergio Ramos treten.bild: twitter/realmadrid
Kommentar

Alaba küsst nach 12 Bayern-Jahren das Real-Logo?! Eigentlich das Normalste der Welt

22.07.2021, 15:0823.07.2021, 09:00

Die bayrische Fussball-Welt ist gestern etwas aus den Fugen geraten. Dass David Alaba sich nach 12 Jahren bei Bayern München mit den Klub-Bossen nicht über einen neuen Vertrag einigen konnte und deshalb zu Real Madrid wechselt, stiess den Anhängern des deutschen Rekordmeisters ja schon sauer auf.

Dass der 29-jährige Österreicher, der in München als Publikumsliebling und Identifikationsfigur galt, nun bei seiner Vorstellung in Madrid das Trikot seines neuen Arbeitgebers küsste, war für viele Bayern-Anhänger ein absolutes No-Go. Kein Wunder, schliesslich gilt der Wappen-Kuss bei Fans als eine der grösstmöglichen Liebesbekundungen eines Spielers zu seinem Verein. Die Kommentare in den sozialen Medien konnten deshalb deutlicher kaum sein:

«Ekelhaft. Nach 12 Jahren bei Bayern küsst der eben das Real-Wappen. Ich kotze.»

«Eine grössere Verhöhnung gegenüber seinem alten Verein geht gar nicht.»

«Was für ein Verrat an dem Verein, der dich gross gemacht hat und dem du alles zu verdanken hast.»

«Geld regiert die Welt. Dann küsst man eben alles ...»

«Für jeden Bayern-Fan, der dich die letzten Jahre durch Hochs und Tiefs begleitet und im Stadion angefeuert hat, ist das ein Schlag ins Gesicht.»

«Wie ehrlos kann man sein?»

Ziemlich heftig. Aber ist ein Kuss auf das Wappen seines Vereins wirklich so schlimm? Ganz nüchtern betrachtet muss man klar sagen: «Nein». Wer würde sich bei einem Job-Wechsel nach 12 Jahren bei ein- und demselben Arbeitgeber nicht über eine neue Herausforderung freuen? Bestimmt gibt es da draussen einen Ex-Microsoft-Arbeiter, der nach seinem Job-Wechsel heimlich das Google-Logo küsst.

Aber Microsoft ist halt nicht Bayern und Google nicht Real Madrid. Alaba hat die öffentliche Wirkung seines Kusses sicherlich unterschätzt. Aber was soll er dann tun? Noch ein Mal ein Beispiel, das unseren Alltag betreffen könnte. Wenn man sich nach 12 Jahren von seiner ersten Freundin trennt und dann eine neue Beziehung beginnt, hat man doch auch das Bedürfnis, die neue Partnerin zu küssen. Selbst nach einer unschönen Trennung muss das ja nicht heissen, dass man die gemeinsame Zeit mit der Verflossenen nicht geschätzt oder genossen hat.

Klar hätte Alaba cleverer und vor allem sensibler sein können und seine öffentliche Liebesbekundung zu Real besser etwas nach hinten verschoben. Der Fan-Ärger ist bis zu einem gewissen Punkt ja auch verständlich: Wer will schon seine Verflossene kurz nach der Trennung mit einem Neuen knutschen sehen?

Alaba hat wohl unterschätzt, dass es im Fussball vor allem bei den Fans um Gefühle und Emotionen geht. Und die können gerade nach langen Beziehungen schnell verletzt werden. Die Liebe der Fans zu einem Verein ist auch eine völlig andere als bei einem Spieler, für den der Klub nicht in erster Linie Liebe, sondern vor allem Arbeitgeber ist.

Im Gegensatz zu den Fussballern bleiben die Fans ihrem Klub meist ein Leben lang treu und erwarten das auch von den Spielern. Doch hier ist die Realität – wie im richtigen Leben – halt eine andere. Nicht alle Beziehungen halten ewig, auch wenn man es sich so sehr wünschen würde. Die Beziehung zwischen Alaba und den Bayern ging im letzten Herbst in die Brüche, als man auf unüberbrückbare (finanzielle) Differenzen stiess. Die Trennung war dann der logische Schritt.

Nun hat sich der Verteidiger in ein neues Abenteuer gestürzt. Mit Real scheint es Liebe auf den ersten Blick zu sein. Das kann man ihm nicht verübeln. Und am Ende hat Alaba ja nur eines gemacht: Seine neue Freundin geküsst. Und das sollte doch eigentlich das Normalste der Welt sein.

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39 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Geff Joldblum
22.07.2021 15:35registriert August 2019
Naja, das hat immer zwei Seiten. Der Wappenkuss ist sicherlich keine so schlimme Sache, auch für die Fans nicht. Viel schwerer wiegt einfach die Art und Weise seines Abgangs. Alaba stellt es so dar, dass es nicht primär ums Geld ging, sondern er eine neue Herausforderung wollte. Das ist natürlich völlig legitim nach so vielen Jahre . Wenn das aber so war, hätte er das von Anfang an so kommunizieren sollen/können. Stattdessen wurde monatelang (erfolglos) verhandelt, wobei es NUR ums Geld ging. Hätte Bayern die 20+ Mio gezahlt, hätte er auch keine neue Herausforderung "gebraucht". 🤷
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baumi92
22.07.2021 16:02registriert März 2020
Man wird bei diesem Wechsel tatsächlich das Gefühl nicht los, dass Geld der ausschlaggebende Punkt war. Die Realität zeigt aber, dass ein Spieler heutzutage im Laufe einer Karriere schnell mal bei 5 Vereinen gespielt hat. Und da ist bei jedem Wechsel sicher auch das Gehalt ein wichtiger Punkt.
Ich persönlich finde es eher stark, dass Alaba 12 Jahre für denselben Verein gespielt hat. Das sieht man auch immer weniger.
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Roboterschwein
22.07.2021 16:46registriert Dezember 2018
Am meisten überrascht mich, dass es immer noch so viele Leute gibt, die Profifussball für romantisch halten...
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