wolkig, aber kaum Regen
DE | FR
Sport
Leichtathletik

Brigid Kosgei, Simone Biles, Coco Gauff: 3 Sportlerinnen, 3 Meilensteine

Drei Frauen, die am Wochenende Geschichte schrieben: Brigid Kosgei, Simone Biles und Coco Gauff (von links).
Drei Frauen, die am Wochenende Geschichte schrieben: Brigid Kosgei, Simone Biles und Coco Gauff (von links).Bild: watson, keystone

Kosgei, Biles, Gauff: Drei Sportlerinnen, ein Weekend, drei aussergewöhnliche Meilensteine

Es war ein historisches Sportwochenende. Während sich die Schweizer Fussballnationalmannschaft für die Niederlage gegen Dänemark rechtfertigen muss, befinden sich drei junge Sportlerinnen im Hoch. Sie sammeln WM-Medaillen in der Mehrfachpackung, brechen Weltrekorde und tragen sich in die Geschichtsbücher der Sportwelt ein.
14.10.2019, 14:3415.10.2019, 06:45
Mehr «Sport»

Simone Biles: Beste Turnerin der Geschichte

Simone Biles of the United States shows her five gold medals at the Gymnastics World Championships in Stuttgart, Germany, Sunday, Oct. 13, 2019. (Marijan Murat/dpa via AP)
Bild: AP

Sie ist die beste Turnerin, die die Welt je gesehen hat – und das schliesst beide Geschlechter ein. Simone Biles hat im Alter von 22 Jahren ihre persönlichen WM-Medaillen 21 bis 25 gewonnen und damit Witali Scherbo als bisherigen Rekordhalter (mit insgesamt 23 Mal WM-Edelmetall) abgelöst.

Simone Biles' Goldsprung.Video: YouTube/GutsuFan2

Die Weltmeisterschaft in Stuttgart beendete Biles gar mit fünf Mal Gold. Zuerst holte sie sich im Team-Mehrkampf den Titel, danach folgten Gold im Einzelmehrkampf, im Sprung, am Balken und am Ende auch noch am Boden. Einzig am Stufenbarren ging sie mit Rang 5 leer aus.

Simone Biles' Goldübung am Balken.Video: YouTube/GutsuFan2

So überragend der Triumph der US-Amerikanerin auch war, er war schon fast erwartet worden. Biles ging, ausser am Stufenbarren, als absolute Favoritin in alle Einzelwettbewerbe. Und im Teamwettkampf ist den übermächtigen USA sowieso kaum eine andere Nation gewachsen. Das soll aber die Leistung der Ausnahmeathletin nicht schmälern. Nun beginnt für sie schon die Vorbereitung für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio, wo sich die vierfache Olympiasiegerin von Rio 2016 nochmals in die Sportgeschichtsbücher eintragen will.

Simone Biles' Goldübung am Boden.Video: YouTube/GutsuFan2

Coco Gauff: WTA-Turniersiegerin mit 15 Jahren

Noch eine andere junge Amerikanerin machte an diesem Wochenende Schlagzeilen. Cori (genannt Coco) Gauff gewann im österreichischen Linz ihr erstes WTA-Turnier. Mit 15 Jahren und sieben Monaten ist Gauff die neuntjüngste Turniersiegerin in der Geschichte des Profi-Frauentennis und die jüngste Amerikanerin seit Jennifer Capriati 1991, die ein WTA-Turnier für sich entscheiden konnte.

Der Triumph kam doch überraschend, da Gauff eigentlich in der letzten Runde der Qualifikation an der Deutschen Tamara Korpatsch gescheitert war. Weil sich jedoch eine andere Spielerin im Haupttableau verletzungsbedingt zurückzog, rutschte Gauff als Lucky Loserin nach.

In Österreich holte sich die 15-Jährige dann nicht nur ihren ersten Sieg gegen eine Top-10-Spielerin, sondern kam tatsächlich in den Final. Dort bezwang sie Jelena Ostapenko – die in der ersten Runde ihrerseits Gauff-Besiegerin Korpatsch schlug – in drei Sätzen mit 6:3, 1:6 und 6:2. Damit steht Gauff in der Weltrangliste neu auf Position 71.

Die jüngsten WTA-Turniersiegerinnen der Geschichte

  • Tracy Austin (USA): 14 Jahre und 28 Tage – 1977 in Portland.
  • Kathy Rinaldi (USA): 14 Jahre, sechs Monate und 24 Tage – 1981 in Kyoto.
  • Jennifer Capriati (USA): 14 Jahre, sechs Monate und 29 Tage – 1990 in Puerto Rico.
  • Andrea Jaeger (USA): 14 Jahre, sieben Monate und 14 Tage – 1980 in Las Vegas.
  • Mirjana Lucic-Baroni (CRO): 15 Jahre, ein Monat und 25 Tage – 1997 in Bol (CRO).
  • Nicole Vaidisova (CZE): 15 Jahre, drei Monate und 23 Tage – 2004 in Vancouver.
  • Monica Seles (USA): 15 Jahre, vier Monate und 29 Tage – 1989 in Houston.
  • Gabriela Sabatini (ARG): 15 Jahre, fünf Monate und zwei Tage – 1985 in Tokio.
  • Coco Gauff (USA): 15 Jahre und sieben Monate – 2019 in Linz.
  • Anke Huber (GER): 15 Jahre, acht Monate und 22 Tage – 1990 in Schenectady (USA).

Brigid Kosgei: 16 Jahre alten Weltrekord gebrochen

epa07918570 Brigid Kosgei of Kenya poses after setting a new women world record time of 02:14:04 in the 2019 Chicago Marathon in Chicago, Illinois, USA, 13 October 2019. The Chicago Marathon, first ru ...
Bild: EPA

Im Schatten von Eliud Kipchoges erfolgreichem Versuch, einen Marathon unter zwei Stunden zu laufen, hat es auch bei den Frauen eine sensationelle Marathon-Leistung gegeben. Brigid Kosgei lief den Chicago Marathon in 2 Stunden, 14 Minuten und 4 Sekunden und brach überlegen einen 16 Jahre alten Weltrekord.

Die Kenianerin unterbot die bisherige Bestmarke der Britin Paula Radcliffe um 81 Sekunden. Kosgei liess so natürlich auch ihrer Konkurrenz keine Chance. Ihren zweiten Sieg am Chicago Marathon in Serie holte sich die 25-Jährige mit fast sieben Minuten Vorsprung auf die zweitplatzierte Ababel Yeshaneh.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Höhen und Tiefen Mujinga Kambundjis Karriere in 21 Bildern
1 / 23
Höhen und Tiefen Mujinga Kambundjis Karriere in 21 Bildern
2009: Schweizermeisterschaften Zürich
Die 17-jährige Mujinga Kambundji holt sich ihre ersten Schweizermeistertitel über 100 und 200 Meter. Ihre Zeiten damals: 11,66 respektive 23,87 Sekunden.
quelle: keystone / keystone
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Malaysias Wrestling-Königin
Video: srf
Das könnte dich auch noch interessieren:
4 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Bee89
14.10.2019 15:01registriert Mai 2018
Mega Leistungen!
452
Melden
Zum Kommentar
4
YB verabschiedet sich mit Remis gegen Sporting Lissabon aus der Europa League
Die Young Boys spielen bei Sporting Lissabon 1:1 und scheiden aus der Europa League aus. Silvère Ganvoula sorgt mit seinem Tor für einen ehrenvollen Abschied der Berner, die aber chancenlos bleiben.

Wahrscheinlich wird es etwas überstrapaziert, dieses «Wunder». Gerade, wenn im Kontext eines Fussballspiels zwei Teams aufeinandertreffen, bei denen das eine klar favorisiert ist und eigentlich nichts, ausser eben ein Wunder dafürspricht, dass sich doch das andere durchsetzt.

Zur Story