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Olympia 2024

Olympia: Küche zu vegan und Zimmer zu heiss

Sport Bilder des Tages 240722 -- PARIS, July 22, 2024 -- IOC President Thomas Bach front tries food from a salad bar while touring the Olympic Village ahead of the Paris 2024 Olympic Games, Olympische ...
Zu viel pflanzenbasierte Lebensmittel, finden einige Olympia-Athleten.Bild: www.imago-images.de

Klimaschutz-Massnahmen an Olympia kommen nicht gut an: Die Küche sei «zu vegan»

Die Stadt Paris hatte sich zum Ziel gesetzt, die nachhaltigsten Olympischen Spiele der Geschichte auszutragen. Einige Massnahmen, die zum Erreichen dieses Ziels getroffen wurden, kommen aber nicht gut an.
05.08.2024, 14:1605.08.2024, 16:39

An den Olympischen Spielen in Paris will auch die Gastgeberstadt brillieren – und zwar in der Disziplin Nachhaltigkeit. Wie die Organisatoren bereits vor Beginn verkündeten, soll die 33. Ausgabe der Sommerspiele die nachhaltigste der Geschichte werden. Das ambitionierte Ziel: Der CO₂-Fussabdruck soll im Vergleich zu den Spielen in London 2012 und in Rio 2016 halbiert werden. Zu den Massnahmen, die das Erreichen dieses Ziels möglich machen sollen, gehören nicht nur die Säuberung der Seine, die Förderung des öffentlichen Verkehrs und die Abfallreduktion, sondern auch eine umweltverträgliche Verpflegung der Athletinnen und Athleten.

Die olympische Küche «zu vegan»

Laut der britischen Zeitung Daily Mail sollen 60 Prozent der Mahlzeiten, welche für die Athletinnen und Athleten im olympischen Dorf zubereitet werden, aus pflanzlichen Nahrungsmitteln bestehen. Dass zugunsten des Klimas vermehrt auf vegane Kost gesetzt wird, kommt aber nicht bei allen Athletinnen und Athleten gut an.

So sollen sich verschiedene Sportlerinnen und Sportler laut der «Daily Mail» darüber beschwert haben, dass ihnen nicht genug eiweisshaltige Nahrungsmittel zur Verfügung stünden und die Fleischmenge rationiert sei – und fanden mit ihrer Kritik bei den Veranstaltern Gehör. Laut Etienne Thobois, CEO der Olympischen Spiele in Paris, wurde die olympische Küche als Reaktion auf die Unzufriedenheit einiger Teilnehmenden umgestellt: «Wir haben 700 kg Eier und eine Tonne Fleisch mehr zur Verfügung gestellt, um den Bedarf der Sportlerinnen und Sportler zu decken.»

Andy Anson, Verantwortlicher für die britische Olympiadelegation, kritisierte nicht nur die Essensauswahl, sondern auch die Qualität: «Von bestimmten Lebensmitteln gibt es nicht genug: Eier, Hühnchen, bestimmte Kohlenhydrate. Und dann ist da noch die Qualität des Essens, da den Sportlern rohes Fleisch serviert wird.» Die britische Delegation zog ihre Konsequenzen und engagierte einen zusätzlichen, privaten Koch.

Die australische Delegation hat bereits im Vorfeld der Olympischen Spiele vorgesorgt. Über drei Tonnen Thunfisch, 10'000 Müsliriegel und 2400 Meat Pies wurden aus Australien nach Paris eingeflogen. Auch beim Kaffee wollten die Australier nichts dem Zufall überlassen: Drei private Baristas stehen der Delegation in Paris zur Verfügung.

«Zu heiss»

Auch eine andere Massnahme, die im olympischen Dorf zur Senkung des ökologischen Fussabdrucks umgesetzt wurde, sorgt für rote Köpfe. Die Veranstalter haben darauf verzichtet, in den Zimmern der Athletinnen und Athleten Klimaanlagen einzubauen.

Da dies bereits vor den Spielen bekannt war, haben Nationen wie die USA, Australien, Grossbritannien, Deutschland, Italien, Japan und China schon vor Beginn der Wettkämpfe auf eigene Rechnung Klimaanlagen installiert. Der Geschäftsführer des Australischen Olympischen Komitees, Matt Carroll, begründete diese Massnahme folgendermassen: «Wir haben Verständnis für den Verzicht auf Klimaanlagen wegen des CO₂-Fussabdrucks», fügte aber hinzu: «Dies sind Hochleistungsspiele. Wir gehen nicht zum Picknick.»

Die rumänische Tischtennisspielerin Bernadette Szocs sagte gegenüber The Guardian: «Es gibt keine Klimaanlage, nur diesen Ventilator, und das reicht nicht aus. Man spürt, dass es im Zimmer zu heiss ist. Wir schlafen nachts bei offener Tür. Die Zimmer sind klein und wir sind zu zweit.»

Die australische Schwimmerin Ariarne Titmus, die im 400-Meter-Freistil Gold gewann, sieht in den Bedingungen im olympischen Dorf gar einen Grund, weshalb sie den Weltrekord nicht brechen konnte: «Wenn man im olympischen Dorf lebt, ist es schwer, Höchstleistungen zu vollbringen. Es ist nicht für Höchstleistungen gemacht, also kommt es darauf an, wer damit besser umgeht.»

Unkompliziert handhabte der italienische Gold- und Bronzemedaillengewinner Thomas Ceccon. Um der Hitze in seinem Zimmer zu entfliehen, legte sich der Schwimmer für ein Nickerchen in den Park. (kat)

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58 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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BG1984
05.08.2024 14:30registriert August 2021
Deshalb sind die Schweizer so gut. Die haben alle eine Cervelat und ein paar Landjäger im Rucksack.
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Philguitar
05.08.2024 14:29registriert Dezember 2018
Die Australier fliegen Ihr Essen ein. Wird das auch bei den CO2 Berechnungen miteinkalkuliert?
Grundsätzlich fragt man sich schon ob bei solchen Hochleistungssportlern am Essen gespart werden soll. Oder ob das Augenmerk auf unnötige Transporte etc. gerichtet werden soll.

Vielleicht ist es aber auch nur Strategie.
Währendem nicht Franzsosen, Seinewasser trinken und Erbsen etc. bekommen, werden die französischen Athleten separat ernährt😉
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Krasse Siech
05.08.2024 14:38registriert Dezember 2023
Es waren Briten, Amerikaner und Deutsche, die sich am meisten über das Essen beklagt haben. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass das Essen gut sein muss.
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