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José Mourinho stichelt nach Niederlage gegen ManUnited gegen das Ex-Team

epa08045040 Tottenham Hotspur's head coach Jose Mourinho reacts during the English Premier League soccer match between Manchester United and Tottenham Hotspur in Manchester, Britain, 04 December  ...
Marcus Rashford vermieste Mourinho die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte.Bild: EPA

Mourinho gibt sich erst als fairer Verlierer – und stichelt dann doch gegen sein Ex-Team

05.12.2019, 13:2105.12.2019, 14:43

Was war im Vorfeld der Rückkehr von José Mourinho ins Old Trafford nicht alles in den englischen Zeitungen geschrieben worden. Mit einem Sieg an alter Wirkungsstätte hätte der Tottenham-Trainer für die Entlassung von ManUnited-Übungsleiter Olé Gunnar Solskjaer sorgen und damit ausgerechnet den Weg für seinen Tottenham-Vorgänger Mauricio Pocchettino bei den «Red Devils» bereiten können.

Doch nichts von alledem trat ein: Mourinhos «Spurs» verloren gegen Manchester United wegen eines Doppelpacks von Marcus Rashford mit 1:2, es war im vierten Spiel die erste Niederlage in der noch junge Ära des 56-jährigen Portugiesen.

Die Highlights der Partie.Video: YouTube/Tottenham Hotspur

Für Mourinho war die Rückkehr nach Manchester übrigens gleicht doppelt schmerzhaft: Schon kurz nach Spielbeginn knallte United-Stürmer Daniel James nach einem Foul von Harry Winks an der Seitenline gegen das Knie des Tottenhams-Coach. Ein kurzes Humpeln, dann war alles wieder okay.

Das «Foul» an Mourinho durch Daniel James.Video: streamable

Tottenhams Auftritt bei Mourinhos Rückkehr war dagegen weniger okay. Die «Spurs» waren von Uniteds Tempo zu Beginn der Partie völlig überfordert. Der starke Fred konnte im Mittelfeld schalten und walten, wie er wollte, und Doppeltorschütze Marcus Rashford kriegte Tottenham ohnehin nicht in den Griff.

Der englische Nationalspieler liess seine Gegenspieler mit beeindruckenden Tempodribblings immer stehen und war praktisch an allen gefährlichen Situationen beteiligt. Acht seiner insgesamt zwölf Saisontreffer hat Rashford nun gegen vermeintlich grosse Gegner (Liverpool, Chelsea, Tottenham, Leicester) erzielt.

Tottenham präsentierte sich hinten anfällig und offensiv absolut ideenlos. Passiv warteten die «Spurs» auf Fehler des Gegners, die aber nur selten kamen. Der zwischenzeitliche Ausgleich durch Dele Alli kurz vor der Pause fiel aus dem Nichts, doch auch danach steigerten sich Harry Kane und Co. nicht. Die United hatte nach der neuerlichen Führung kurz nach Wiederbeginn keine Mühe, den tempolosen Mourinho-Fussball zu entschärfen. Mourinho habe «taktische Fehler» begangen, warf ihm der «Independent» deshalb heute vor.

Davon wollte «The Special One» aber nichts wissen, stattdessen ging er nach dem Schlusspfiff mit seiner Mannschaft hart ins Gericht: «Ich habe versucht, die Einstellung der Spieler zu ändern. Ich habe ihnen ganz genau erklärt, wie United diese Heimspiele angeht. Die guten Anfangsphasen, das Pressing, die Unterstützung des Publikums. Wir wussten, was wir tun müssen. Wir müssen uns selbst die Schuld geben», erklärte er unmittelbar nach dem Schlusspfiff. «Sie haben verdient gewonnen, weil sie die ersten 30 Minuten klar besser waren und wir beim 2:1 den entscheidenden Fehler gemacht haben.»

Mourinhos Analyse: «Wir haben nicht proaktiv gespielt, sondern nur reagiert.» Video: streamable

Trotz der sachlichen Analyse konnte sich Mourinho später auf der Pressekonferenz einen Seitenhieb gegen seinen alten Klub nicht verkneifen. «Wenn United gegen schwächere Teams schlechte Ergebnisse erzielt und dann gegen die grossen Teams spielt, denken die Leute, dass es noch schwieriger für sie wird. Aber sie fühlen sich wohler, wenn die Verantwortung nicht bei ihnen liegt, wenn sie den Ball nicht haben. Das passt zu ihrem defensiven Spielstil», erklärte der Ex-Trainer und lobte damit gleichzeitig sich selbst und das von ihm etablierte, auf Konter ausgelegte Defensiv-System.

Mourinho lobt das United-System, das er eingeführt hat.Video: streamable

Schlussendlich fasste Tottenham-Torschütze Dele Alli die Niederlage treffend so zusammen: «Wir wollten für den neuen Trainer bei seinem ehemaligen Klub gewinnen. Aber wir waren nicht hungrig genug und bei jedem zweiten Ball zu langsam. Vielleicht waren wir etwas arrogant und zu selbstbewusst. Wir haben gut gespielt, aber wir waren zu nachlässig. Dafür wirst du in solchen Spielen bestraft.»

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