Sport
Rassismus

Andrei Deniskin: Mildes Urteil nach Rassismus erzürnt die Hockey-Welt

Mildes Urteil nach rassistischer Geste erzürnt die Eishockey-Welt

29.09.2021, 17:4629.09.2021, 17:46

Vermutlich hätte der ukrainische Stürmer Andrei Deniskin einen grossen Teil seiner Karriere verbringen können, ohne jemals gross für internationale Schlagzeilen zu sorgen. Doch seit dieser Woche ist das anders. Der 23-Jährige beleidigte im Ligaspiel zwischen seinem HK Kremenchuk und dem HC Donbass den gegnerischen Verteidiger Jalen Smereck rassistisch.

Die Bilder, auf deren Weiterverbreitung wir hier bewusst verzichten, gehen um die Welt. Die Geste – Deniskin imitiert das Schälen und Essen einer Banane – ist unmissverständlich. Heute kam nun das Urteil des ukrainischen Verbands für den Regelverstoss: 3 Spielsperren und eine Busse von umgerechnet 1745 Schweizer Franken. Sollte Deniskin nicht in der Lage sein, die Geldstrafe zu bezahlen, würden zehn weitere Spielsperren dazukommen.

Das Urteil kommt besonders in nordamerikanischen Hockey-Kreisen nicht gut an, wo sich prominente Akteure zu Wort melden.

Das Problem an der ganzen Sache: Die 3 Spielsperren plus die Busse ist das Strafmaximum, das der ukrainische Eishockeyverband gemäss den eigenen Richtlinien für einen Verstoss mit «rassistischen Bemerkungen oder Gesten» aussprechen konnte.

Der Internationale Eishockeyverband (IIHF) ist bezüglich des Urteils in der Ukraine machtlos. Auch wenn der frischgewählte Präsident Luc Tardiff die Tat verurteilt, könnte der IIHF Deniskin höchstens für internationale Wettbewerbe wie Olympia-Qualifikationen oder die Eishockey-Weltmeisterschaft sperren und allenfalls Sanktionen für den ukrainischen Verband verhängen. Das letzte Wort in diesem Fall wird aber noch nicht gesprochen sein. (abu)

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