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Bald gibt es die berühmten Hakas der Neuseeländer wieder auf der ganzen Welt zu sehen.
Bald gibt es die berühmten Hakas der Neuseeländer wieder auf der ganzen Welt zu sehen.Bild: EPA

Regeln, Spielplan und TV-Übertragung – alles, was du zur Rugby-WM wissen musst

Nach der Fussball-WM und den Olympischen Sommerspielen gilt die Rugby-WM als das drittgrösste internationale Sportturnier. Ein wahrer Sportfan sollte sich das also nicht entgehen lassen. Wir sagen dir vor dem Turnierstart am Freitag alles, was du wissen musst, um mitzureden.
19.09.2019, 17:1220.09.2019, 16:08

Wann wird gespielt?

Die Rugby-Weltmeisterschaft 2019 beginnt am Freitagmittag um 12.45 Uhr Schweizer Zeit. Dann trifft Gastgeber Japan auf Russland. Die Gruppenphase dauert drei Wochen und endet am 13. Oktober. Am 19. Oktober geht es mit den Viertelfinals weiter. Der Final wird am Samstag 2. November um 10 Uhr Schweizer Zeit gespielt.

Hier gibt es den kompletten Spielplan in der Übersicht:

Wo wird gespielt?

Wie bereits erwähnt, findet die Rugby-WM dieses Jahr in Japan statt. Es ist das erste Mal, dass das Turnier in Asien ausgetragen wird. Gespielt wird in Stadien, die über das ganze Land verteilt sind – viele davon wurden schon für die Fussball-WM 2002 verwendet. Die grösste Arena ist das International Stadium in Yokahama. Sie bietet über 72'000 Zuschauern Platz.

Bild: screenshot wikipedia

Wo kann ich die WM schauen?

Im deutschen Sprachraum hat Pro7 die Übertragungsrechte für die Rugby-WM. Dabei werden alle 48 Spiele des Turniers im Livestream auf ran.de gezeigt. 31 Partien sind zusätzlich im Free-TV auf ProSieben MAXX zu sehen. Halbfinals und Final sind dann auch beim Schweizer Fernsehen zu sehen.

Wer lieber andere Sprachen vorzieht, dem ist auch gedient. Der englische Sender ITV überträgt das ganze Turnier, er ist über die meisten Schweizer Anbieter empfangbar. Auch der französische Sender TF1 zeigt die Spiele.

Welche Länder sind dabei?

Die 20 Teams und ihre Spitznamen:

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Kampf um die Rugby-Krone: Die 20 Teams und ihre Spitznamen
quelle: x80003 / pool
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Gruppe A:

bild: twitter

Gruppe B:

Bild: twitter

Gruppe C:

Bild: twitter

Gruppe D:

Bild: twitter

Wie ist der Modus?

In vier Gruppen à fünf Teams spielt jeder gegen jeden. Die beiden Gruppenersten erreichen die K.o.-Phase. Ab den Viertelfinals erfolgt bei einem Unentschieden nach 80 Minuten eine 2 x 10-minütige Verlängerung.

Um diese Trophäe geht es ab Freitag.
Um diese Trophäe geht es ab Freitag.Bild: EPA

Ist noch keine Entscheidung gefallen, folgt eine weitere 10-minütige Verlängerung mit Sudden Death. Steht es auch nach 110 Minuten noch unentschieden, muss ein Dropkickschiessen entscheiden. Zu diesem treten je fünf Spieler an. Geschossen wird aus drei verschiedenen Positionen. Wer häufiger trifft, gewinnt.

Ein WM-Sieg gibt vier Punkte, ein Remis zwei und eine Niederlage null. Zudem erhalten die Teams für vier oder mehr Trys (unabhängig vom Spielausgang) und bei einer Niederlage mit sieben oder weniger Punkten Unterschied einen Bonuspunkt.

Wie funktioniert das Spiel?

Eine Mannschaft besteht aus 15 Spielern, eine Partie dauert 2 x 40 Minuten. Ziel ist es, mehr Punkte als der Gegner zu erzielen. Dafür gibt es vier Möglichkeiten (siehe unten). Das Spielfeld ist maximal 100 Meter lang und 70 Meter breit. An beiden Enden liegt das Malfeld, die Endzone. Sie ist höchstens 22 Meter lang und so breit wie das Spielfeld. Auf der Malfeldlinie steht ein Tor in H-Form mit einem Querbalken.

Was es mit den Linien auf sich hat, wird dir <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Rugby-Union-Regeln#Rugby-Platz">hier</a> erklärt.
Was es mit den Linien auf sich hat, wird dir hier erklärt.

Die vier Arten, um Punkte zu erzielen

  • Try: Der Ball wird im gegnerischen Malfeld (Endzone, welche die gesamte Breite abdeckt) abgelegt. Für einen Try gibt es 5 Punkte.
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gif: youtube/england rugby
  • Conversion: Nach jedem erfolgreichen Try erhält das Team, das gepunktet hat, die Chance auf eine Conversion. Dabei wird versucht, den Ball per Kick vom Boden von einer beliebigen Stelle auf der gedachten Linie parallel zur Seitenauslinie, auf der der Try gelegt wurde, zwischen die beiden Pfosten des H-förmigen Tores und über dessen Querlatte zu kicken. Optimalerweise versucht man also, seinen Try möglichst in der Mitte zu legen. Eine erfolgreiche Conversion gibt 2 Punkte.
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  • Penalty Kick: Nach einem schweren Regelverstoss gibt es einen Strafkick. Der Schütze kickt den Ball vom Ort des Regelverstosses vom Boden in Richtung des H-förmigen Tores. Trifft er hindurch und über die Querlatte, gibt es 3 Punkte.
  • Drop Kick: Ein Spieler kickt den Ball aus dem laufenden Spiel heraus durch das H-förmige Tor und über die Querlatte, nachdem er den Ball auf den Boden fallen gelassen hat. Der Drop Kick gibt ebenfalls 3 Punkte, ist allerdings sehr schwierig.
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Typische Spielelemente

  • Lauf- und Passspiel: Im Rugby darf der Ball niemals vorwärts gepasst werden. Raumgewinn kann nur durch das Laufen mit dem Ball und durch das Vorwärtskicken des Balls erzielt werden. Rückpässe erfolgen meist schräg, um eine freie Laufposition zu erreichen.
  • Tackling: Die einzige Möglichkeit, den Gegner zu stoppen, ist ihn zu tackeln. Nur der Ball tragende Spieler darf angegriffen werden. Mit den Armen versucht der Verteidiger den Angreifer zu stoppen. Angriffe auf Kopf und Hals sind nicht erlaubt, ebenso Attacken mit den Beinen.
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  • Scrum (Gedränge): Nach kleineren Regelverstössen, wie z.B. dem Vorwärtsspielen des Balles, wird das Spiel mit einem Scrum fortgesetzt. Dabei sind je acht Spieler beider Teams ineinander verhakt und versuchen mit Vorwärtsdrängen den von der Seite eingerollten Ball zu erobern. Die Spieler des Gedränges dürfen dabei nur die Füsse benutzen, um den Ball nach hinten in die eigenen Reihen zu spielen.
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  • Lineout (Gasse): Landet der Ball im Seitenaus, wird er mit einem Lineout wieder eingeworfen. Die Spieler beider Mannschaften stellen sich einander gegenüber auf und bilden zwischen der 5- und 15-Meter-Linie eine Gasse, in die der Ball hineingeworfen werden muss. Der Einwurf muss in gerader Linie erfolgen, kann aber in Länge und Höhe variieren. Nun versuchen beide Mannschaften, den Ball in ihren Besitz zu bringen, indem sie einen ihrer Mitspieler in die Luft heben, um den Fang des Balles zu unterstützen.
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  • Maul (Paket): Bleibt der Angreifer bei einem versuchten Tackling des Gegners auf den Beinen, kommt es zu einem Maul. Sofort eilen Spieler beider Teams herbei, ringen um den Ball und versuchen ihn rückwärts zu einem Teamkollegen zu passen. Dauert der Maul zu lange, wird das Spiel mit einem Scrum fortgesetzt.
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  • Ruck (offenes Gedränge): Nach einem erfolgreichen Tackling muss der Verteidiger den Gegner sofort loslassen und der Angreifer den Ball freigeben. Meist kommt es dann zu einem Ruck, bei dem mehrere Spieler beider Mannschaften wie bei einem Scrum versuchen, den Ball mit den Füssen für sich zu gewinnen.
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Offside

Nach einem Verstoss gegen die Offside-Regel erhält die gegnerische Mannschaft einen Penalty. Unabsichtliches Abseits wird mit einem Scrum geahndet. Im Rugby befindet sich ein Spieler im Abseits, wenn ...

  • ... er sich bei einem mit dem Fuss nach vorne gespielten Pass vor dem Ball tretenden Spieler befindet.
  • ... er sich bei einer der statischen Spielsituationen (Scrum, Maul oder Ruck) vor dem letzten Fuss eines an dieser Situation beteiligten Spielers der eigenen Mannschaft aufhält.
  • ... es einen Lineout gibt und der Spieler, der nicht daran teilnimmt, sich näher als 10 m zur Gassenlinie befindet.
  • ... er sich bei einer Situation, in der ein Spieler getacklet wird, vor dem Ball befindet und ins Spiel eingreift.

Wer ist Favorit?

Wenn Rugby-WM ist, muss man Neuseeland einfach auf der Rechnung haben. Die «All Blacks» scheinen nicht mehr so unbezwingbar wie auch schon, dennoch haben sie die letzten zwei Weltmeisterschaften gewonnen. Und auch dieses Jahr sind noch viele Spieler vom Triumph in England vor vier Jahren dabei.

Die neuseeländischen Weltmeister von 2015 posieren mit der Trophäe, Prince Charles und Herzogin Camilla.
Die neuseeländischen Weltmeister von 2015 posieren mit der Trophäe, Prince Charles und Herzogin Camilla. Bild: AP/NZ HERALD

Irland ist seit diesem Jahr erstmals die Nummer 1 der Weltrangliste. Die «Men in Green» muss man für den Titel auf der Rechnung haben. Daneben sind England, Australien und Südafrika die üblichen Verdächtigen – und auch Wales ist einiges zuzutrauen. Das Feld scheint dieses Jahr so ausgeglichen wie schon lange nicht mehr.

Was ist ein Haka?

Der Haka ist ein ritueller Tanz der Maori, den Ureinwohnern Neuseelands. Er wurde einerseits zur Begrüssung und Unterhaltung von Gästen aufgeführt, anderseits war er aber auch für die Einschüchterung von Gegnern vor einem Kampf da.

Die «All Blacks» zeigen einen Haka vor einem Spiel gegen Australien.Video: YouTube/All Blacks

Im Rugby tragen die «All Blacks» vor jedem Spiel ebenfalls einen Haka vor, um ihre Gegner einzuschüchtern. Dieses Ritual ist bei Fans auf der ganzen Welt äusserst beliebt. Aber auch andere Länder haben ähnliche Tänze. So führt Fidschi vor den Spielen den Cibi durch, aus Tonga kommt der Kailao und Samoa hat den Siva Tau.

Die Rugby-Nationalmannschaft aus Fidschi zeigt den Cibi.Video: YouTube/World Rugby
Tonga zeigt eine Variante des Kailao.Video: YouTube/Stanislau Ramanchuk
Der Siva Tau kommt aus Samoa.Video: YouTube/RTÉ Sport
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