Sport
Tennis

Peng Shuai gibt Interview und bestreitet erhobene Vorwürfe

Peng Shuai gibt Interview, bestreitet erhobene Vorwürfe und gibt Rücktritt bekannt

07.02.2022, 04:1107.02.2022, 08:50

Die chinesische Tennisspielerin Peng Shuai hat in einem Interview mit der französischen Sportzeitung «L'Equipe» bestritten, den ehemaligen Vize-Regierungschef Zhang Gaoli der sexuellen Nötigung beschuldigt zu haben.

FILE - China's Peng Shuai serves to Japan's Nao Hibino during their first round singles match at the Australian Open tennis championship in Melbourne, Australia, on Jan. 21, 2020. The wherea ...
Peng Shuai bestreitet erhobene Vorwürfe.Bild: keystone

In dem in Peking, am Rande der Winterspiele geführten Gespräch gab die 36-Jährige an, dass sie nie jemanden eines sexuellen Übergriffs beschuldigt habe und dass sie selbst ihren Social-Media-Beitrag vom November, der eine solche Behauptung zu enthalten schien, gelöscht habe.

Gleichzeitig gab Peng ihren Rücktritt vom Tennis bekannt. Es sei unwahrscheinlich, dass sie aufgrund ihres Alters und der langen Trainingspause noch einmal antreten werde. Ihre letzten Partien im Einzel und Doppel bestritt Peng im Februar 2020 am Turnier in Katar. Im Doppel gewann sie zwei Grand-Slam-Turniere und führte einst die Weltrangliste an, im Einzel erreichte sie 2014 am US Open die Halbfinals.

Peng hatte am 2. November über die chinesische Plattform Weibo erklärt, Zhang habe sie zum Sex gezwungen. Danach verschwand sie zunächst von der Bildfläche. Am 21. November wurde dann ein virtuelles Gespräch der Tennisspielerin mit dem IOC-Präsidenten Thomas Bach veröffentlicht, in dem sie angab, dass es ihr gut gehe und sie sich in Sicherheit befinde.

«Ich habe nie behauptet, dass mich jemand in irgendeiner Weise sexuell belästigt hat», sagte Peng im Interview mit der «L'Equipe». Auf die Frage, warum der Beitrag verschwunden sei, antwortete sie: «Ich habe ihn gelöscht.» Auf die Frage, warum sie ihn gelöscht habe, meinte Peng: «Warum? Weil ich es wollte.» Die Mails, die sie an die WTA geschickt hat, seien ebenfalls von ihr selber verfasst worden, sagte sie. Sie sprach auch von einem «grossen Missverständnis» nach ihrem Beitrag. «Ich möchte nicht, dass die Bedeutung dieses Beitrags weiter verdreht wird. Und ich möchte keinen weiteren Medienrummel darum.»

Auf die Frage nach ihrem Leben seit November erklärte Peng im Interview mit der «L'Equipe», dass es «so ist, wie es sein sollte: nichts Besonderes...». Sie sei nie verschwunden gewesen. Es sei ihr aber unmöglich gewesen, auf so viele Nachrichten zu antworten. «Aber mit meinen engen Freunden bin ich immer in engem Kontakt geblieben, ich habe mit ihnen diskutiert, ihre E-Mails beantwortet, auch mit der WTA gesprochen», so die Chinesin, die beim Interview «in guter Verfassung erschien», wie die zwei Journalisten, die das Gespräch führten, berichteten.

Am Samstag hatte sich Peng innerhalb der Olympia-«Blase» auch mit Bach zu einem Nachtessen getroffen. Am Sonntag hatte IOC-Sprecher Mark Adams gesagt, dass man Einzelheiten des Treffens nur auf Wunsch der Chinesin veröffentlichen werde. «Es ist eine sehr heikle Angelegenheit», sagte Adams. Laut IOC soll Peng zudem das Curling-Match zwischen China und Norwegen besucht haben. (saw/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Dieser Mann hat Biss! Alle Grand-Slam-Titel von Rafael Nadal
1 / 24
Dieser Mann hat Biss! Alle Grand-Slam-Titel von Rafael Nadal
French Open 2022: Nadal – Ruud 6:3, 6:3, 6:0.
quelle: keystone / thibault camus
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Djokovic wird abgeschoben – die Reaktion von Federer und Nadal ist herrlich
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Wird Kylian Mbappé für Federer-Firma On zum Problem?
Der französische Fussball-Star Kylian Mbappé entschuldigt sich in China – wie gross ist der Schaden für On?
Der Superstar soll den Weg ebnen in die grosse Fussball-Welt. Das zumindest war die Hoffnung von On, als die Schweizer Firma Mitte September die Zusammenarbeit mit Kylian Mbappé bekannt gab.
Zur Story