«Die ATP ist korrupt»: Tsitsipas rastet aus und hat gegen den Schweizer Kym zu kämpfen
Nach seinem erstmaligen Vorstoss in den Viertelfinal eines ATP-Turniers im letzten Jahr überzeugt Jérôme Kym (ATP 186) auf dem Sandplatz im Berner Oberland auch diesmal. Gegen den weitaus prominenteren Stefanos Tsitsipas (ATP 85) zeigte er einen couragierten Auftritt und hat am Donnerstag (gegen 14.00 Uhr) alle Chancen auf eine Überraschung.
Wegen eines Gewitters begannen Kym und Tsitsipas mit Verspätung und wurden nach etwas über zwei Stunden vom schwindenden Licht gestoppt. Der Aargauer kam zwar zu keiner einzigen Breakchance, musste selber aber seinen Aufschlag auch nur einmal – zum 2:3 im ersten Satz – abgeben. Tsitsipas, der schon seit längerem seine Form der besten Tage sucht, als er die Nummer 3 der Welt war und zwei Grand-Slam-Finals erreichte, hatte nur zwei weitere Breakmöglichkeiten.
Eine hätte zum 6:5 im zweiten Satz eine Vorentscheidung sein können. So aber kam es zum Tiebreak, das Kym klar dominierte. Die dritte und letzte verschaffte sich der Grieche bei 3:2 im Entscheidungssatz. Auch hier blieb Kym aber nervenstark.
Nach dem verlorenen zweiten Satz verlor Tsitsipas kurzzeitig seine Nerven. Als er wie nach dem ersten Satz auf die Toilette wollte, erlaubte ihm dies der Stuhlschiedsrichter nicht – dies, weil ein Spieler pro Match nur einmal den Gang in die Katakomben antreten darf. Im Hintergrund war danach zu hören, wie der Grieche reklamierte: «Diese Organisation ist korrupt. Diese ATP-Organisation ist korrupt.» Wenige Wortwechsel später durfte der Grieche doch noch ins Stadioninnere verschwinden.
Kurios: Die Regel, dass ein Spieler pro Partie nur einmal auf das stille Örtchen darf, wurde vor einigen Jahren eingeführt, da einzelne Spieler jeweils für mehrere Minuten auf dem WC verschwanden. Ausgerechnet Tsitsipas war einer der Spieler, die dies jeweils ausnutzten. 2021 verbrachte der Grieche in der ersten Runde der US Open gleich acht Minuten zwischen den Sätzen auf der Toilette. (riz/sda)
