DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
A SRF camera team films the leading group with Switzerland's Michael Albasini of team Orica GreenEDGE in front, near Meiringen BE during the third stage of the Tour de Suisse cycling race over 204.9 km from Montreux to Meiringen, Switzerland, Monday, June 10, 2013. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Eine Fluchtgruppe wird vom Motorrad aus ins Bild gesetzt. Bild: KEYSTONE

Heimlicher Hauptsponsor – ohne SRG keine Tour de Suisse

Eine Tour de Suisse ohne das Schweizer Fernsehen ist undenkbar. Das SRF bietet die wichtigste Bühne für das neuntägige Etappenrennen und investiert viel Geld in den Event. Es ist eine Rechnung, die aufgeht: Radsport ist beim TV-Publikum beliebt.

Daniel Good / CH Media



Ohne die SRG würde die Tour de Suisse nicht mehr stattfinden. Am deutlichsten zum Ausdruck kam dies 2017 im Vorfeld der Volksabstimmung über die sogenannte No-Billag-Initiative, als es um die Abschaffung der Gebühren der öffentlich-rechtlichen Anstalt SRG ging.

Kein privater Anbieter würde das Risiko auf sich nehmen, die Produktionskosten für ein grosses Etappenrennen zu stemmen. Eine Refinanzierung ist unmöglich. Bloss fünf Prozent der Produktionskosten kann die SRG während der Tour de Suisse durch Werbung und Sponsoring wieder einnehmen.

Hohe Ausgaben für die Infrastruktur

Wie viel Geld die SRG für die Produktion und Übertragung der Tour de Suisse ausgibt, ist vom Staatssender nicht zu erfahren. «Zu einzelnen Produktionen geben wir keine Zahlen bekannt. Aber natürlich ist die Tour de Suisse ein aufwendiger Posten im Budget», erklärt SRG-Sportchef Roland Mägerle.

So viel kann er sagen: «Für den Erwerb von Sportrechten wenden wir jährlich 48 Millionen Franken auf. In den vergangenen Jahren sind diese Ausgaben gesunken. Wir sind bekanntlich durch Gebühren finanziert und gehen haushälterisch mit unseren Mitteln um.»

Ein Velorennen zu übertragen, ist teuer. Rund 1200 Kilometer werden während einer Tour de Suisse durchmessen. Die Infrastruktur im Start- und Ziel-Gelände wird täglich neu auf- und abgebaut. Am Zielort hat die SRG zwei Übertragungswagen im Einsatz, um das Weltsignal zu produzieren.

A SRF camera team films the pack of riders near Malters LU during the fourth stage of the Tour de Suisse cycling race over 174.4 km from Innertkirchen to Buochs, Switzerland, Tuesday, June 11, 2013. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Bild: KEYSTONE

Töffs, Helikopter und ein Flugzeug

Fernsehbilder vom Rennen liefern vier bis sieben fest installierte Kameras im Zielgelände, zwei Helikopter und vier Motorradkameras. Die Bilder der mobilen Motorradkameras und der Helikopter gelangen über ein Flugzeug, das auf rund 8000 Metern unterwegs ist, zum Übertragungswagen am Etappenziel. 65 Mitarbeiter der SRG kümmern sich um die Produktion des Weltsignals, weitere 40 produzieren die TV-, Radio- und Online-Angebote für alle Sprachregionen der Schweiz.

Mit den Zuschauerzahlen und dem Marktanteil ist Mägerle zufrieden. 2016 waren es in der Deutschschweiz auf SRF 2 durchschnittlich 124'000 Personen, die die Tour de Suisse live am Fernseher verfolgten. In den vergangenen beiden Jahren waren es jeweils 79'000.

abspielen

«Dä Furlan wettemer ha!»: Hans Jucker wird 1993 bei der Arbeit an der Tour de Suisse begleitet. Video: YouTube/SRF Archiv

«Das ist um einiges mehr, als andere Sendungen während des Tages haben», sagt Mägerle. Der Marktanteil beträgt jeweils 20 bis 25 Prozent. Auch das ist laut dem Chef ein starker Wert. In der Romandie schauten 2018 im Durchschnitt 19'000 Personen zu, im Tessin 7000. Zum Vergleich: 2018 führten sich 914'000 Deutschschweizer die Lauberhornabfahrt in Wengen auf dem SRF-Sender zu Gemüte.

«Das ist wichtig für die Schweiz»

«Der Radsport ist in der Schweiz wieder im Aufschwung und beim Fernsehpublikum beliebt. Das zeigte schon der Zuspruch der Zuschauer während der Tour de Romandie in diesem Jahr. Auch die Mountainbikerennen, die wir seit dieser Saison übertragen, haben einen sehr ansehnlichen Marktanteil», sagt Mägerle, «die Entwicklung erachte ich als sehr positiv. Dazu wollen wir unseren Teil weiter beitragen.»

Die Tour de Suisse ist für Mägerle eine identitätsstiftende Angelegenheit, ein Kulturgut mit grosser Tradition. «Stadt und Land rücken näher zusammen. Das ist wichtig für die Schweiz. Das hat mit Service public zu tun.»

abspielen

Solltest du dir mal geben: Beat Breu erklärt den Rennfahrer-Jargon. Video: YouTube/SRF Archiv

Am meisten Zuschauer gibt es für das nationale Fernsehen, wenn die Schweizer mit starken Leistungen aufwarten. Als Ferdy Kübler und Hugo Koblet seinerzeit auf den Schweizer Strassen unterwegs waren und Sieg an Sieg reihten, gab es noch keine Live-Bilder. Erst seit 1991 – seit dem 700-Jahr-Jubiläum des Landes – überträgt die SRG die Tour de Suisse live.

Heute die 4. Etappe

Es geht von Murten nach Arlesheim, zuerst dem Bielersee und dem Jurasüdfuss entlang. Ihre Schwierigkeiten hat die Etappe in der Steigung zum Passwang. Vor dem Ziel nach 163,9 Kilometern haben die Profis noch zweimal den Eichenberg, eine Steigung der 3. Kategorie, zu bewältigen. In Frage für den Tagessieg kommen viele Fahrer – sowohl Sprinter, als auch Klassiker-Spezialisten dürfen sich Chancen ausrechnen. In der Gesamtwertung führt seit gestern Peter Sagan. Der dreifache Weltmeister, Etappensieger in Murten, zählt erneut zu den Siegesanwärtern. (ram/sda)

Die Tour de Suisse 2019 vorgestellt mit Postkarten von einst

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

So würde es aussehen, wenn wir am Telefon ehrlich wären

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Eismeister Zaugg

HCD gegen SCB – Hockey der kurzen Wege und der langen Gesichter

Der HC Davos dominiert den SCB mit 53:17 Schüssen, verliert 0:3 und der SCB zieht in den Viertelfinal ein. Eishockey ist, wenn am Ende doch der SCB gewinnt. Wie lange noch?

Dürfen wir das sagen: Eishockey ist, wenn am Ende doch der SCB siegt? Das galt 2016, 2017 und 2019 mit drei SCB-Titeln in vier Jahren.

Aber jetzt? Nun gut, diese Formel klingt im Frühjahr 2021 etwas abenteuerlich, ja sogar hoffärtig. Und doch: Sie enthält Wahrheit. Sie gilt zwar nicht mehr im Ringen um meisterlichen Ruhm. Aber immerhin für die Pre-Playoffs. Für das Bemühen der Berner, mit unzulänglichen spielerischen Mitteln die Ehre und die Saison zu retten und so die sportliche …

Artikel lesen
Link zum Artikel