Schon wieder ein Buckelwal in der Ostsee – und er schwimmt in die falsche Richtung
Der Buckelwal wurde in der Meerenge Kleiner Belt zwischen der Halbinsel Jütland und der dänischen Insel Fünen gesichtet. Die Touristenführerin Linda Frølund Hansen hat ihn von einer Brücke aus fotografiert und gefilmt, wie er Richtung Süden schwamm, also weiter in die Ostsee hinein.
Der Buckelwal befindet sich demnach schon deutlich südlicher als die Insel Anholt, wo im Mai Timmy angeschwemmt wurde. «Der Wal war riesig, so gross wie eine Segelyacht», sagt Hansen zur Bild. Walexperte Fabian Ritter bestätigt gegenüber dem Portal, dass es sich um einen Buckelwal handelt.
Doch Ritter hat auch besorgniserregende Nachrichten: «Wenn sich das Tier wie berichtet immer sehr nah an der Oberfläche aufhält, deutet das auf jeden Fall auf Schwäche hin. Die helle Färbung des Rückens ist ein Hinweis auf massive Hautprobleme und unterstreicht den Eindruck, den der Wal insgesamt macht. Teilweise wirkt das Tier apathisch.»
Gegenüber dem dänischen Newsportal DR erkärt auch Walexperte Carl Kinze vom Naturhistorischen Museum in Dänemark, dass die helle Rückenhaut auf eine Krankheit hindeutet. Möglich sei etwa ein Pilzbefall. Er betont jedoch, dass der Wal nicht zwangsläufig krank sein muss. Laut Kinze wächst die Buckelwalpopulation im Nordatlantik stetig, weshalb auch mehr Buckelwale in die Region finden als noch vor zehn Jahren. Dies, weil sie neugierig oder auf der Suche nach neuen Fischgründen sind.
Mehrere User haben in den Kommentaren zu Hansens Post berichtet, dass der Wal zuvor nahe Schottland gesichtet worden sei. Die private Initiative «Stranded No More» bestätigt, dass der Wal – den sie Hartwin nennen – in den letzten Monaten mehrfach nahe Grossbritannien, den Niederlanden und bei Dänemark gesichtet worden sei.
Obwohl die Initiative laut eigenen Angaben ein Projekt starten wollte, den Wal aus der Ostsee zu führen, wurde bisher nichts unternommen, ihn auf seinem Weg zu stoppen. Damit könnte sich das Szenario wiederholen, das auch bei Timmy eintraf. Der Salzgehalt in der Ostsee ist tiefer, was für Buckelwale gefährlich ist. Sollte Hartwin also tatsächlich auch noch krank sein, könnte er bald irgendwo stranden. (vro)
