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Obduktion von Buckelwal Timmy: Die Erkenntnisse und wie es weitergeht

Obduktion von Timmy beendet: Das sind die Erkenntnisse – und so geht es weiter

05.06.2026, 06:3405.06.2026, 06:34

Über Wochen machte der als «Timmy» bekannte Buckelwal Schlagzeilen, nun sind von dem Tier nur noch Reste übrig. Die mit Spannung erwartete Obduktion des Buckelwals auf dem Strand der dänischen Insel Anholt ist am späten Donnerstagabend beendet worden. Eine Übersicht zu den neusten Entwicklungen.

War Timmy nun ein Männchen oder ein Weibchen?

Als Timmy vor der deutschen Küsten gefunden wurde, ging man davon aus, dass es sich um ein männliches Tier handle. Jetzt ist aber klar, dass der Wal – wie zuletzt vermutet – ein Weibchen ist. Der Uterus wurde demnach entdeckt. Schwanger sei der Wal in den letzten Monaten allerdings nicht gewesen, hiess es.

Timmy Buckelwal Anholt Obduktion
Am Donnerstag wurde Timmy obduziert.Bild: Livestream News5

Was weiss man zur Todesursache?

Eine klare Todesursache konnte das Expertenteam bei den Untersuchungen zunächst nicht feststellen, wie unter anderem die dänische Biologin Charlotte Bie Thøstesen, die bei der Obduktion dabei war, spätabends vor Reportern erklärte. Das sei jedoch nicht ungewöhnlich, es sei oft sehr schwer, bei Kadavern wie diesem eine klare Todesursache festzustellen, sagte auch Veterinärmediziner Tim Jensen von der Universität Kopenhagen.

Etwa eine Verletzung sei nicht zu erkennen gewesen, was jedoch auch an der Verwesung liege. Zwar seien Parasiten festgestellt worden, für den Tod seien diese jedoch nicht verantwortlich.

Bei einem Blick ins Maul und in den Magen des Wals seien zudem keine Netze oder andere Gegenstände festgestellt worden, erklärte Jensen.

KEYPIX - 03.04.2026, Mecklenburg-Vorpommern, Weitendorf-Hof: Einsatzkräfte der Feuerwehr benetzen den Rücken des Wals, der aus dem Wasser ragt. Der vor Wismar gestrandete Buckelwal ist noch am Leben.  ...
Timmy Anfang April in Deutschland: Das Schicksal des Wals sorgte international für Schlagzeilen.Bild: keystone

Wie lief die Obduktion ab?

Ausgestattet mit Schutzanzügen begannen die Experten am Donnerstagnachmittag mit der Obduktion. Zunächst wurde der gelb-bräunliche Kadaver begutachtet und vermessen. Anschliessend wurde er mit einem länglichen Messer aufgeschnitten, um Luft aus dem stark aufgeblähten Tier abzulassen. Danach wurde der Wal geöffnet und zerteilt. Rund um das Tier lagen zeitweise Organe und Eingeweide.

Das Team entnahm wie geplant auch Proben, etwa von den Nieren und der Leber, und untersuchte akribisch das Innere des Wals, das bei dem seit Wochen verwesenden Tier bereits stark in Mitleidenschaft gezogen worden war, wie Bilder zeigten. «Wir haben Gewebeproben entnommen, und die werden nun analysiert», sagte Jensen. Ergebnisse werden jedoch erst in den kommenden Monaten erwartet.

Obduktion von Wal Timmy.
In den nächsten Monaten dürften weitere Ergebnisse der Obduktion folgen.Bild: sc/news5

Ein Bagger hievte im Laufe der Obduktion nach und nach die Teile des Kadavers in die vorbereiten Container. Für das Team ist die Arbeit damit erledigt, die Experten verlassen die Insel am Morgen. In der Dunkelheit wurden nach der Obduktion die letzten Reste des Wals weggeräumt.

Warum führte man überhaupt eine Obduktion durch?

Für das geübte Team sei ein solches Verfahren eine Standardprozedur, die jedoch sehr wertvoll sei, sagte Biologin Thøstesen bereits am Nachmittag. Bei Buckelwalen handelt es sich demnach um Tiere, die nur schwer in ihrem natürlichen Lebensraum im Meer erforscht werden können. «Wenn wir hier also in Dänemark gestrandete Wale finden, nutzen wir sie, um Erkenntnisse über die wildlebenden Tiere zu gewinnen», so Thøstesen.

Was passiert mit Timmys Überresten?

Die Reste des Kadavers warten nun auf ihre Abholung. Die Container sollen voraussichtlich Anfang kommender Woche abtransportiert werden, wie Morten Abildstrøm vom dänischen Amt für Naturverwaltung sagte. Ein Abtransport am Wochenende mache aufgrund eingeschränkter Öffnungszeiten der zuständigen Unternehmen wenig Sinn, hiess es.

Um die Verwertung von Wal-Kadavern kümmert sich in der Regel ein Unternehmen wie Daka Dänemark. In einer Fabrik würden Überreste von Walen in seine Bestandteile getrennt, erklärte ein Sprecher zuletzt. Bislang habe das Unternehmen aber noch keinen Auftrag für die Verwertung des Kadavers erhalten, hiess es am Mittwoch.

Alles wird allerdings nicht entsorgt: Manche Knochen des Tieres kommen laut Thøstesen zumindest teils in die Sammlung des Naturhistorischen Museums in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Dazu gehören etwa Flossenknochen oder Beckenknochen.

(dab/sda/dpa)

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Die beliebtesten Kommentare
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El_Chorche
05.06.2026 06:48registriert März 2021
Die 2. Staffel fängt ja ganz schön morbide an.
474
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Chrisbe
05.06.2026 07:25registriert Oktober 2019
Nur kurz klugscheissen:
Bei Tieren nennt man es nicht Schwangerschaft sondern Trächtigkeit.
Gern geschehen 🤪
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7
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