Dieser KI-Song sollte vor Drogen warnen – er macht das Gegenteil
Eine Präventionskampagne des Hongkonger Strafvollzugs sollte junge Menschen vor Drogen warnen. Dafür setzten die Macher auf einen KI-generierten K-Pop-Song. Vier weibliche Bandmitglieder verkörpern dabei die Drogen Kokain, Methamphetamin, Cannabis und Etomidat. Letzteres ist ein Narkosemittel, das in Asien zum Teil in Vape-Flüssigkeit beigemischt und so konsumiert wird.
Die Frauen singen dabei jeweils in freundlichem Ton, wie sie dich in den Rausch versetzen.
Die Message dahinter soll sein, dass Drogen gefährlich sind, egal wie süss sie verpackt sind. Das Problem: Die eigentlich kritischen Botschaften fallen erst nach etwa 50 Sekunden im Clip, bis dahin wirkt das Ganze eher wie ein bunter Drogenwerbespot. Viele kritisierten, dass die meisten das Video wohl gar nicht so lange schauen würden.
Die Behörden reichten also eine angepasste Version nach, bei der sich die Frauen nach kurzer Zeit in alte Männer verwandeln. Doch auch hier ging etwas schief. Die Erzählstimme sagte nämlich fälschlicherweise, dass sowohl der Besitz als auch der Handel mit Drogen NICHT zu Gefängnisstrafen führen. Der Strafvollzug löschte schliesslich auch diesen Clip von allen Kanälen, doch die Katze ist bereits aus dem Sack.
Im Netz bildeten sich sofort eifrige Fangruppen um die KI-Figuren. User machten sich mit Memes über die Kampagne lustig und einige fingen sogar an, mittels KI weitere Songs mit den Figuren zu generieren, die offen für Drogenkonsum werben. Insgesamt bleibt die Präventionswirkung der Kampagne also wohl eher bescheiden. (msh)
