Wirtschaft
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Fiat will keinen VW auf dem eigenen Parkplatz. Screenshot: watson

Fiat geht mit Mitarbeiter-Marketing zu weit

Fiat bestraft seine Angestellten, wenn sie das falsche Auto fahren

Angestellte von Fiat haben momentan nicht gut lachen. Wer auf dem Firmenparkplatz mit einem VW oder Toyota aufkreuzt, muss mit Konsequenzen rechnen. Gewerkschafter kritisieren die Verletzung der Privatsphäre.



Stellen Sie sich vor, sie arbeiten den ganzen Tag für ihre Firma, sind am Ende des Arbeitstags müde und wollen heim. Zum Dank mobbt sie die Firma, indem ihr Auto mit Plastik verhüllt wird. Nicht möglich? Bei Fiat schon.

Vor mehreren Tagen wurden dutzende Autos an mehreren Standorten der Firma, darunter bei Fiat Mirafiore in Turin, verhüllt. Die «Marketing»-Aktion von Fiat diente der Bestrafung. Das Vergehen der «Sünder»: Die Angestellten fahren kein Auto des Fiat-Konzerns. Opfer der Aktion wurden nur Lenker firmenfremder Marken – etwa von VW, Ford oder Toyota. 

Ein übler Scherz, eine Bestrafung der eigenen Mitarbeiter? Fiat dementiert. Laut der Turiner Autoschmiede (Fiat, Alfa Romeo etc.) handelt es sich um Mitarbeiter-Marketing, «um sie zu ermutigen, neue Autos der Firmengruppe zu erwerben». Nach Arbeitsende erwartete die Angestellten ein mit Plastikfolie verschweisstes Auto und ein Karton-Herz. Darauf stand: «Du hast mir das Herz gebrochen. Wir denken trotzdem an dich.» Gleichzeitig tauchten Schauspieler auf und unterbreiteten den Angestellten günstige Angebote für konzerneigene Autos. Die Mitarbeiter reagierten mit sichtlicher Verlegenheit

Öffentliche Blossstellung kritisiert

Chef Sergio Marchionne wird nachgesagt, er wolle, dass die Liebe seiner Beschäftigten zu Fiat auch privat bedingungslos sei. Marchionne regiert den Fiat-Konzern mit eiserner Hand, verschlechtert aus Prinzip Arbeitsbedingungen, ordnet ohne grosse Not regelmässig Kurzarbeit an – auch bei Bürolisten und Designern. Die Verhüllungsaktion passt zu einem Klima der Einschüchterung.

Der Kauf des fahrbaren Untersatzes ist eine private Entscheidung, bei der die Firma nicht mitzureden hat. Sollte man meinen. Kein Wunder kritisieren Gewerkschafter die Aktion aufs Schärfste. Die öffentliche Blossstellung des Arbeiters, «der kein Fiat-Auto besitzt, ist eine Machtdemonstration, die alle Grenzen überschreitet», empört sich Bruno Leraci von der Gewerkschaft FIOM. Die Firmenzentrale habe grosse Kontrolle über ihre Beschäftigten und denke deshalb, sie könne tun, was sie wolle. Mit der Aktion habe Fiat «schlechten Geschmack» bewiesen. 

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