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Hat dieser Mann gerade im Alleingang den Crash im Kryptomarkt gestoppt?

Der Vorsitzende der CFTC, Christopher Giancarlo.
Der Vorsitzende der CFTC, Christopher Giancarlo.bild: youtube

Hat dieser Mann gerade den Crash im Kryptomarkt gestoppt?

07.02.2018, 15:2108.02.2018, 06:49

Die Kryptowelt – und das ist Teil des Faszinosums – ist eine Welt voller Halbwahrheiten, selbstgestrickten Theorien und Vermutungen. Ein Kurssturz wie in den letzten Tagen ist ein Segen für die lauten Twitter-Accounts – und sie liessen sich nicht zweimal bitten:

China killt Krypto, Korea killt Krypto, die Futures killen Krypto, der Schwelbrand rund um Bitfinex und Tether hat eine Feuerwalze ausgelöst – und der killt Krypto. Und, und, und. 

Der Kryptomarkt ist in den letzten Tagen um über 50 Prozent eingebrochen.
Der Kryptomarkt ist in den letzten Tagen um über 50 Prozent eingebrochen.bild: coinmarketcap

Eine beliebte Theorie war aber auch die Angst vor den Senatsanhörungen in den USA vom 6. Februar.

Zu den Anhörungen geladen hatte der für Regulierungsfragen wichtige Bankenausschuss. Er wollte in Erfahrung bringen, wie der Vorsitzende Jay Clayton der US-Börsenaufsicht SEC und der Vorsitzende Christopher Giancarlo der Behörde für Future- und Optionsmärkte CFTC zu Kryptowährungen und ICOs stehen. 

Staatliche Regulierungen schweben wie ein Damoklesschwert über dem Kryptomarkt. Im Fall von China und Südkorea sorgten sie jeweils für Kurseinbrüche (allerdings waren diese nur von kurzer Dauer). Dementsprechend nervös wurden die gestrigen Anhörungen erwartet.

Doch schnell wurde klar: Von Seiten der USA sind keine rigiden Einschränkungen zu erwarten. Und fast noch besser – Krypto hat einen neuen Apostel: Christopher Giancarlo.

In blumigen Worten beschrieb der CFTC-Vorsitzende, wie seine Kinder kein Interesse für Aktien zeigen würden, mit Begeisterung aber von Kryptowährungen sprächen: «Wir sind dieser Generation und ihrem Enthusiasmus für virtuelle Währungen eine durchdachte und ausgewogene Reaktion schuldig – und keine ablehnende.» 

Giancarlo erklärt seine Haltung gegenüber Kryptowährungen.Video: YouTube/Kriss Bacon

So wie Real-Fans einen Treffer von Ronaldo gegen Barça bejubeln, so ähnlich dürfte es gestern den Millionen von Kryptobesitzern ergangen sein. Giancarlo hatte soeben für das Team Krypto getroffen. Und das quasi im Endspiel.

Und wie Ronaldo an einem guten Tag, war auch Giancarlo nicht gleich ausgeschossen. «Ich glaube, die Distributed-Ledger-Technologie hat enormes Potential», sagte er, bevor er dem Ausschuss den Begriff «hodlen» erklärte und seine Nichte als Kryptobesitzerin outete. Im Gegensatz zu seinem SEC-Kollegen Jay Clayton scheint Giancarlo mit der Materie äusserst vertraut.

Giancarlo beschreibt das Potential der Blockchain-Technologie.Video: YouTube/AW

In den einschlägigen Foren wird er seither als Held gefeiert. «I'm loving this bald motherfucker right now», schrieb ein Reddit-User. Und auch auf Twitter erhielt der CFTC-Vorsitzende viel Liebe:

Die kollektive Erleichterung über diese versöhnlichen Worte ist bereits spürbar. Kryptobesitzer dürfen sich wieder über «grüne Kerzen» in den Charts freuen. Der Kurs von Bitcoin, Ether, Litecoin und Co. haben in den letzten 24 Stunden 25 Prozent zugelegt (Stand: 7.2.2018, 14.06 Uhr).

Ob sie nur an Giancarlo liegt und wie nachhaltig die Trendwende auch sein mag – die Kryptowelt hat wieder etwas zu spekulieren. Oh, wie ist das schön! 

«Werdet wach! Zwiebeln sind das Schlimmste, was es gibt!»

Video: watson/Daniel Huber, Emily Engkent
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