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MoneyTalks: Diese neuen Schweizer Indizes solltest du kennen

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Diese neuen Schweizer Indizes solltest du kennen

Bald steht in den Schweizer Indizes ein Wechsel bevor. Grund genug, das Schweizer Index-Universum einmal etwas zu entwirren. Erfahre, was hinter den Kürzeln wie SLI steckt, welche neuen Entwicklungen es gibt, wer bald ein- und aussteigt und welche ETFs du dafür heute schon kaufen kannst.
23.07.2026, 14:0223.07.2026, 14:02
Olga Miler
Olga Miler

Wenn ich in Beratungsgesprächen über Aktien oder ETFs spreche, fallen oft die Kürzel SMI, SPI oder SLI. Schliesslich investieren viele von uns gerne in Schweizer Aktien. Was sich dahinter wirklich verbirgt und wie unterschiedlich sich diese Indizes zusammensetzen, ist für viele (und war es für mich lange auch!) häufig eine Blackbox.

Als Fan von Schweizer Aktien habe ich über Swissness im Portfolio hier ja bereits geschrieben.

Heute etwas vertiefter: was ein Index eigentlich genau ist, wer gerade im SMI ein- und aussteigt, und was die zwei brandneuen Indizes der Schweizer Börse für dich bedeuten. Dazu habe ich mit Danielle Reischuk von der SIX Swiss Exchange gesprochen.

«Die SIX ist das Herz des Schweizer Kapitalmarkts. Sie bringt Unternehmen und Investoren zusammen, ermöglicht die Kapitalaufnahme und sorgt für einen effizienten Handel von Wertschriften.»
Danielle Reischuk Senior ETFs & ETPs Sales Manager, SIX Swiss Exchange

Bei der SIX werden unter anderem die Indizes für Schweizer Aktien geschmiedet. Grund genug, die Gelegenheit unserer Podcastaufnahme zu nutzen und mehr aus erster Hand darüber zu erfahren, was es damit auf sich hat.

Die Schweizer Börse einfach erklärt

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Was ist ein Index eigentlich?

Ein Index ist im Grunde ein Stimmungsbarometer: eine Rechengrösse, die zeigt, wie sich eine Gruppe von z. B. Aktien, wie die grössten Unternehmen eines Landes, im Schnitt entwickelt. Wichtig zu wissen: Ein Index selbst ist kein handelbares Produkt, er ist eine reine Rechengrösse. Investierbar wird er erst über Produkte wie ETFs oder Indexfonds, die den Index abbilden, indem sie z. B. die zugrunde liegenden Aktien nachkaufen. Wie Danielle Reischuk es zusammenfasst:

«Indizes sind Pulsmesser: Sie zeigen, wie sich eine Wirtschaft entwickelt. ETFs machen diese Entwicklung investierbar.»
Danielle Reischuk Senior ETFs & ETPs Sales Manager, SIX Swiss Exchange

Die wichtigsten Schweizer Indizes kurz aufgefrischt

  • SMI (Swiss Market Index): die 20 grössten und liquidesten Schweizer Unternehmen, gewichtet nach Marktkapitalisierung.
  • SPI (Swiss Performance Index): gilt mit rund 200 Titeln als Gesamtmarktindex für den Schweizer Aktienmarkt und enthält nahezu alle an der SIX Swiss Exchange gehandelten Beteiligungspapiere von Gesellschaften mit Sitz in der Schweiz oder im Fürstentum Liechtenstein (Details: SIX).
  • SLI (Swiss Leader Index): die 30 grössten Titel, mit einer Gewichtungsobergrenze von 9 % pro Unternehmen. Der Index besteht aus 20 Titeln des SMI und den 10 grössten Unternehmen des SMIM (Details: SIX).
  • SMIM (Swiss Market Index Mid): die 30 grössten und liquidesten Schweizer Unternehmen, die nicht im Blue-Chip SMI enthalten sind.

Gerade beim Swiss Market Index war und ist bis jetzt die Konzentration ein grosses Thema: Weil die Gewichtung nach Marktkapitalisierung erfolgt, bestimmen wenige Schwergewichte wie Nestlé, Roche oder Novartis einen grossen Teil der Indexentwicklung.

Zusammengestellt werden die Indizes von der SIX Swiss Exchange: Die Indizes werden nach klar definierten Regeln berechnet und regelmässig überprüft. Dabei werden unter anderem Kriterien wie Börsenkapitalisierung, Streubesitz und Handelsvolumen berücksichtigt. Anpassungen werden im Rahmen eines etablierten Governance-Prozesses geprüft und beschlossen. Die Ergebnisse der jährlichen Überprüfung werden publiziert und treten in der Regel im September in Kraft.

Zwei neue Indizes die du kennen solltest

Das Ballungsthema im Swiss Market Index könnte bald der Vergangenheit angehören. Die SIX hat die Indexfamilie um zwei neue Indizes erweitert:

  • SMI Equal Weight: Die gleichen 20 Unternehmen wie im SMI, aber jede Position wird gleich gewichtet mit 5 % pro Titel. Damit zählt im Index z. B. Nestlé gleich viel wie ein Titel mit deutlich tieferer Marktkapitalisierung, das Konzentrationsrisiko ist somit deutlich gemindert.
  • SPI ESG 25: wählt «25 Unternehmen auf der Grundlage der höchsten kombinierten Werte aus Marktkapitalisierung, Orderbuchumsatz und ESG-Impact-Ratings (Environmental, Social und Governance) aus, die von der unabhängigen Schweizer Nachhaltigkeitsratingagentur Inrate bereitgestellt werden». (Quelle SIX)

Beide Indizes bieten so neue, interessante Möglichkeiten, das Ballungsproblem zu umgehen oder die eigene Anlage neu zu gestalten.

Für die neuen Indizes SMI Equal Weight und SPI ESG 25 gibt es aktuell aber noch keine ETFs. Laut Danielle Reischuk ist die ETF-Schmiede dicht auf den Fersen. Wer, anstatt selber Aktien zu kaufen, einfach mit einem ETF investieren will, braucht also aktuell noch etwas Geduld.

Wer wechselt gerade im SMI?

Auch dieses Jahr kommt es zu einer Anpassung des Swiss Market Index welche am 21. September effektiv wird: Der Logistiker Kühne+Nagel und die Swisscom werden entfernt, während der Hautpflegekonzern Galderma und der Generikahersteller Sandoz nachrücken werden.

Die aus dem SMI ausscheidenden Titel wechseln in der Regel in den SMIM (Swiss Market Index Mid). Für ETF-Anleger:innen heisst ein Wechsel auch: Entsprechende ETFs verkaufen die ausscheidenden Titel und kaufen entsprechend die neuen. Du hast dann z. B. keine Swisscom im Portfolio , sondern Galderma.

Ideen wie du in Schweizer ETFs investieren kannst

An welchem Börsenplatz kaufst du deinen ETF?

Wer kennt es nicht? Im Suchfenster hat man mühselig die ISIN Nummer eingegeben, dann poppt ein und derselbe ETF, oft mit verschiedenen Flaggen versehen, auf. Das sind die unterschiedlichen Handelsplätze, da ein und der selbe ETF oft an mehreren Orten gehandelt wird.

Für Schweizer Anleger:innen macht das einen Unterschied.

Wird ein ETF an der SIX in Schweizer Franken (CHF) gehandelt, kann dies den Handel für Anlegerinnen und Anleger vereinfachen, da keine separate Fremdwährung gehalten werden muss. Ob zusätzliche Wechselkosten anfallen, hängt jedoch vom jeweiligen ETF, der gewählten Handelswährung sowie dem Broker ab. Daher lohnt sich ein Blick auf die Gebührenstruktur des jeweiligen Anbieters.

Ein Nebeneffekt, den ich sympathisch finde: Wer Wertschriften an der Schweizer Börse handelt, nutzt die Infrastruktur des Schweizer Kapitalmarkts und trägt zu dessen Liquidität bei.

Ich für meinen Teil kaufe meine ETFs, wenn ich in Franken investiere, wo immer möglich über die Schweizer Börse. Bei der Titelauswahl schaue ich inzwischen bewusst darauf, wie stark ein Index auf einzelne Schwergewichte konzentriert ist, auch wenn das bedeutet, etwas mehr Zeit in die Analyse zu stecken. Eine Kristallkugel, ob gleichgewichtet besser laufen wird, hat natürlich niemand, aber ich bin ein grosser Fan von Schweizer Aktien und werde das ausprobieren.

Wie handhabst du das: Verfolgst du, welche Firmen im SMI ein- und aussteigen, schaust du beim ETF-Kauf genau hin, wo und in welcher Währung du kaufst, oder war dir das bisher gar kein Begriff? 💰

Olga Miler ...
... war über zehn Jahre in verschiedenen Funktionen bei der UBS tätig, unter anderem hat sie dort das Frauenförderungsprogramm und den UBS Gender ETF aufgebaut. Danach gründete sie den unabhängigen Finanzbildner SmartPurse, eine Plattform, auf der sie digitale Kurse und Workshops zum Thema Finanzen anbietet. Seit fünf Jahren schreibt Miler den Blog «MoneyTalks», jüngst erschien ihr erstes Buch «Rich, Richer...Me!», ein humoristischer Finanzratgeber, im Beobachter-Verlag.
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Bild: Evelyn Harlacher
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