Wirtschaft
Credit Suisse

CS-Übernahme: US-Berufungsgericht lehnt Klage gegen Schweiz ab

CS-Übernahme: US-Berufungsgericht lehnt Klage gegen Schweiz ab

28.07.2026, 15:5728.07.2026, 15:57
The logo of the Swiss bank UBS on the former main building of Credit Suisse on Paradeplatz in Zurich, Switzerland, 17 January 2025. The headquarters of Credit Suisse was located at Paradeplatz until i ...
Der ehemalige Credit-Suisse-Sitz am Zürcher Paradeplatz. (Archivbild)Bild: keystone

Die Schweiz hat in einem US-Rechtsstreit um die Wertloserklärung der AT1-Anleihen der Credit Suisse bei der Notübernahme der CS durch die UBS eine weitere Runde für sich entschieden. Ein Gericht in New York hat eine Berufung von CS-Anleihengläubigern gegen ein erstinstanzliches Urteil abgewiesen.

Die Kläger machten in ihrer Zivilklage einen Schaden im Umfang von rund 370 Millionen Dollar geltend. Im Herbst 2025 hatte bereits ein US-Bezirksgericht in New York die Forderung in erster Instanz abgewiesen. Über das jetzt Mitte Juli 2026 erfolgte Urteil des Berufungsgerichts hat am Dienstag zuerst die «Aargauer Zeitung» (online) berichtet.

Das US-Berufungsgericht bestätigte in seinem Urteil die Einschätzung der ersten Instanz, dass die Schweiz bei umstrittenen Abschreibung der ausstehenden AT1-Anleihen nicht als Marktteilnehmerin, sondern in ihrer Eigenschaft als Staatsgewalt gehandelt habe. Entsprechend geniesse die Schweiz «Staatsimmunität» und unterliege nicht ihrer Gerichtsbarkeit.

EFD sieht sich bestätigt

Das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) sei «erfreut über das Urteil» und analysiere es derzeit, sagte eine Sprecherin am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. «Das Gericht hat die Auffassung bestätigt, dass US-Gerichte für die Beurteilung einer solchen Klage nicht zuständig sind.»

Die Kläger hätten nun die Möglichkeit, unter bestimmten Voraussetzungen eine Überprüfung des Urteils durch den «Court of Appeals» oder den Obersten Gerichtshof der USA zu verlangen, bestätigte die Sprecherin. Die Hürden für eine solche Überprüfung seien aber «sehr hoch». Abgesehen davon sei das Klageverfahren in den USA nun abgeschlossen, so das EFD.

Die US-Kanzlei Quinn Emanuel Urquhart & Sullivan als Rechtsvertreterin der Kläger gab sich am Dienstag derweil bedeckt: «Da das Gerichtsverfahren noch läuft, werden wir uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu einzelnen Aspekten des Falls äussern», sagte ein Vertreter der Kanzlei gegenüber der AWP.

Weitere Verfahren laufen

AT1-Anleihen sind nachrangige Anleihen, die im Zuge der Finanzkrise 2008 geschaffen wurden. Die hochverzinsten Anleihen können bei einer schweren Schieflage der Bank für wertlos erklärt werden. Bei der vom Bund orchestrierten Übernahme der CS durch die Konkurrentin UBS im Frühling 2023 bildete die Abschreibung der AT1-Anleihen im Umfang von rund 17,3 Milliarden US-Dollar einen Teil des Rettungspakets.

Der von der Finanzmarktaufsicht Finma verfügte Schritt hat allerdings im In- und Ausland zu diversen Rechtsverfahren geführt. Hierzulande hatte das Bundesverwaltungsgericht im Oktober 2025 nach Beschwerden von rund 3600 betroffenen Investoren die Abschreibung von AT1-Anleihen in einem Teilentscheid aufgehoben.

Die Finma wie auch die Grossbank UBS haben den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts in der Folge ans Bundesgericht weitergezogen. Bis zu einem Entscheid wurden sämtliche weiteren Verfahren bei der Vorinstanz sistiert.

Schiedsverfahren im Ausland

Derweil laufen in dieser Sache im Ausland noch «einzelne Schiedsverfahren» gestützt auf Investitionsschutzabkommen, wie das EFD bestätigt. So hatte etwa eine Gruppe japanischer Investoren Ende 2025 eine Klage gegen die Schweiz beim Internationalen Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (ICSID) eingereicht. (sda/awp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Sabrina Carpenter empört über US-Regierung
1 / 4
Sabrina Carpenter empört über US-Regierung

Popstar Sabrina Carpenter hat sich empört über ein Video des Weissen Hauses geäussert.

Auf Facebook teilenAuf X teilen
CS-Aktionäre packen aus: «Die können noch so schöne Klamotten anziehen»
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
VW-Gewinn bricht um ein Drittel ein
Der Volkswagen-Konzern hat im zweiten Quartal einen erneuten Gewinnrückgang verbucht. In den Monaten April bis Juni ging das Konzernergebnis nach Steuern um 32,9 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro zurück, wie Europas grösster Autobauer in Wolfsburg mitteilte.
Im zweiten Quartal 2025 hatte VW unter dem Strich noch 2,29 Milliarden Euro verdient. Das waren damals bereits 36 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Zur Story