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Apple-Manager lässt Google Aktie absacken

Eddy Cue, Senior Vice President (VP) of Services at Apple, 2023.
Eddy Cue zählt zur obersten Führungsriege des Techkonzerns – und musste nun vor Gericht aussagen.Bild: imago-images.de

Apple setzt neu (auch) auf KI-Suche – Google-Aktie sackt ab

08.05.2025, 07:3808.05.2025, 08:55

Ein ranghoher Apple-Manager hat mit wenigen Sätzen im Gerichtssaal die Aktie des Google-Konzerns Alphabet auf eine steile Talfahrt geschickt. Der bei Apple fürs Dienstleistungsgeschäft zuständige Manager Eddy Cue sagte unter anderem, der iPhone-Konzern wolle künftig die neue KI-Suche zusätzlich zu Google in seinen Web-Browser Safari integrieren. Das Alphabet-Papier ging daraufhin mit einem Minus von 7,51 Prozent aus dem US-Handel.

Zudem gab es laut Cue im April erstmals einen Rückgang bei der klassischen Web-Suche in Safari. Er führte dies darauf zurück, dass die Nutzerinnen und Nutzer statt herkömmlicher Suchmaschinen KI-Chatbots befragten, wie der Finanzdienst Bloomberg aus dem Gerichtssaal berichtete. In dem Prozess geht es um eine Wettbewerbsklage der US-Regierung gegen Google.

So reagiert Google

Der Alphabet-Konzern hat als Reaktion eine schriftliche Stellungnahme veröffentlicht und betont, dass man weiterhin ein allgemeines Wachstum der Suchanfragen über die Suchmaschine beobachte.

Dazu gehört auch ein Anstieg der Suchanfragen von Apple-Geräten und -Plattformen. Ganz allgemein: Mit der Erweiterung der Suche um neue Funktionen erkennen Nutzer, dass die Google-Suche für mehr ihrer Suchanfragen nützlicher ist – und sie nutzen sie für neue Dinge und auf neue Weise, sei es über Browser, die Google-App, per Sprachsteuerung oder Google Lens.

Für Google steht viel auf dem Spiel

Die Frage, ob KI-Chatsysteme wie ChatGPT oder Perplexity die Dominanz von Google bei der Web-Suche sprengen könnten, steht schon länger im Raum. Der Internet-Konzern meldet bisher aber Quartal für Quartal Wachstum in seinem Suchmaschinengeschäft.

Durch Cues Worte sahen sich viele Börsen-Spekulanten nun jedoch in ihren Sorgen bestätigt und stiessen die Alphabet-Aktie ab. Werbung im Umfeld von Suchanfragen ist nach wie vor die wichtigste Geldquelle des Konzerns. Joe Terranova von der Investmentfirma Virtus bezeichnete das Geschäft im US-Sender CNBC als den «Goldesel» von Alphabet.

Unterdessen arbeitet Google auch selbst daran, Antworten auf Suchanfragen mit von Künstlicher Intelligenz erstellten Zusammenfassungen zu ergänzen. Und mit der Software Gemini konkurriert Google direkt mit ChatGPT und anderen KI-Chatbots.

Kein iPhone mehr in zehn Jahren?

Apple hat indes auch ein Interesse am Ausgang des Verfahrens. Ein zentraler Angriffspunkt der Klage sind die Deals, dank denen Apple und der Firefox-Entwickler Mozilla Milliarden von Google dafür bekommen, dass in den Web-Browsern Google als Standard-Suchmaschine voreingestellt wird. Die US-Regierung argumentiert, diese Vereinbarungen zementierten Googles Dominanz und müssten verboten werden.

Die Talfahrt der Google-Aktie drängte eine andere potenziell explosive Äusserung Cues in den Hintergrund. «So verrückt das klingt, könnte man in zehn Jahren kein iPhone mehr brauchen», zitierte Bloomberg den Apple-Manager. Auch hier verwies Cue auf den Technologie-Wandel durch KI.

Das iPhone ist das mit Abstand wichtigste Apple-Produkt und der Treiber für die hohen Milliardengewinne.

(dsc/sda/dpa)

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