Wirtschaft
Digital

Frankreich bittet Internet-Riesen mit neuer Digitalsteuer zur Kasse

FILE - This file combination of 2019-2020 photos shows Amazon CEO Jeff Bezos, Apple CEO Tim Cook, Google CEO Sundar Pichai and Facebook CEO Mark Zuckerberg.
Die Chefs von Amazon, Apple, Alphabet und Facebook.Bild: keystone

Frankreich bittet Internet-Riesen mit neuer Digitalsteuer zur Kasse

25.11.2020, 16:4425.11.2020, 16:45

Frankreich bittet grosse Internetfirmen zur Kasse. Das Finanzministerium in Paris teilte am Mittwoch mit, die betroffenen Unternehmen informiert zu haben, wie viel sie im Dezember im Rahmen der neuen Digitalsteuer abführen müssten.

Die Steuer dürfte vor allem die grossen amerikanischen Unternehmen wie Facebook und Amazon treffen. Sie zapft drei Prozent der Umsätze ab, die mit digitalen Dienstleistungen in Frankreich gemacht werden, wenn Unternehmen dort mehr als 25 Millionen Euro einnehmen und weltweit mindestens 750 Millionen.

Um den Handelsstreit mit den USA nicht zu eskalieren, hatte Frankreich seine Pläne Anfang des Jahres zunächst nicht umgesetzt. Mittlerweile ist US-Präsident Donald Trump, der Frankreich wegen der Digitalsteuer mit Vergeltung gedroht hatte, zwar noch im Amt, aber abgewählt.

Facebook teilte mit, sich immer an die geltenden Steuerregeln in den Ländern zu halten, in denen der Konzern operiere. Andere Internetfirmen äusserte sich ähnlich. Frankreich drängt seit Jahren auf eine weltweite Regelung. Unter dem Dach der Industriestaaten-Organisation OECD haben sich fast 140 Länder zusammengeschlossen, um die Steuergesetze an das Digitalzeitalter anzupassen.

Vorgesehen sind eine globale Mindeststeuer und eine neue Verteilung, welches Land wie stark digitale Dienstleistungen besteuern darf. Wichtige Details sind aber noch offen, sollen bis Mitte 2021 geklärt werden. Sollte es hier eine Verständigung geben, will die Regierung in Paris ihre Digitalsteuer zurückziehen.

Im Haushaltsentwurf für 2021 rechnet Frankreich mit Einnahmen aus der Digitalsteuer von 400 Millionen Euro. Ursprünglich waren 500 Millionen Euro angepeilt gewesen. (sda/awp/reu)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
12 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
FrancoL
25.11.2020 18:26registriert November 2015
Eine koordinierte weltweite Lösung wäre am sinnvollsten, doch diese Lösung könnte noch einige Jahre auf sich warten lassen und so preschen eben einzelne Staaten vor, was eventuell allerdings auch Druck auf die Gemeinschaften machen könnte.
724
Melden
Zum Kommentar
avatar
Gulash Ka None
25.11.2020 18:11registriert März 2017
Mal ein guter Anfang...
511
Melden
Zum Kommentar
12
So weit kommen neue E-Autos im Alltag wirklich
Frührer verfehlten E-Autos ihre versprochene Reichweite meist deutlich. Doch nun übertreffen mehrere aktuelle Modelle die offizielle Herstellerangabe im Alltag. Das zeigt ein Vergleich neuer Modelle in Norwegen.
Wie weit fahren Elektroautos im Alltag tatsächlich? Ein Test des norwegischen Automobilverbandes NAF mit 24 aktuellen Modellen zeigt: Bei mildem Wetter erreichen viele neue Fahrzeuge ihre Laborwerte auch im Alltag, einige übertreffen sie gar. Getestet wurde bei 12 bis 18 Grad auf einer Route aus Stadt, Landstrasse und Autobahn (der gleiche Test wird jeweils auch im Winter bei extremer Kälte durchgeführt.)

Gut zu wissen: Die von den Herstellern angegebene WLTP-Reichweite wird auf dem Rollenprüfstand immer bei einer konstanten Labortemperatur von 23 Grad ermittelt. In der EU ist zudem eine WLTP-Angabe für 14 Grad vorgeschrieben. Die WLTP-Reichweiten beziehen sich also nicht auf europäische Wintertemperaturen, sie ermöglichen aber einen direkten Vergleich zwischen den Herstellern.
Zur Story