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Erdölbranche: 650 Milliarden Euro Investitionen für Klima nötig

Erdölbranche braucht 650 Milliarden Euro für Klima-Investitionen

14.07.2020, 21:0414.07.2020, 21:04

Die europäische Mineralölbranche sieht sich in der Lage, bis 2050 auf klimaneutrale Kraftstoffe umzusteigen. Dafür seien insgesamt rund 650 Milliarden Euro an Investitionen in Europa in verschiedenen Technologiebereichen notwendig, sagte der Generaldirektor der Branchenverbands Fuels Europe, John Cooper, am Dienstag.

Auf der Ebene von Pilotprojekten seien die Technologien alle verfügbar. Nun komme es darauf an, sie in grösserem Massstab einzusetzen. Dafür brauche es nur eine Fortentwicklung und einen «magischen, revolutionären Schritt».

Netto Null bis 2050

Die EU-Staaten haben sich das Ziel gesetzt, bis in 30 Jahren unterm Strich gar keine zusätzlichen Treibhausgase auszustossen. Das bedeutet, dass nur noch so viele Klimagase in die Atmosphäre gelangen dürfen, wie ihr von der Natur und über technische Lösungen auch wieder entzogen werden. Kraftstoffe können aus Biomasse, aber auch mit Hilfe von Strom etwa über Elektrolyse gewonnen werden.

Der Preis für Erdöl ist am Sonntag dramatisch zurückgegangen. (Symbolbild)
Im Jahr 2050 soll Europa ein klimaneutraler Kontinent sein: Der Weg zu Netto Null Emissionen ist aber noch weit, das Erdölzeitalter noch nicht abgeschlossen. (Symbolbild) Bild: EPA

Zwar werde die Kombination aus immer günstigerem Ökostrom und günstiger und leistungsfähiger werdenden Elektroautos eine immer grössere Rolle spielen, sagte Cooper. Die Elektrifizierung habe aber auch Grenzen, es werde auch noch eine bedeutende Nachfrage nach flüssigen Kraftstoffen geben.

Daher müssten diese künftig klimaneutral werden. Abgesehen von der Produktion könne die vorhandene Infrastruktur weiter genutzt werden. Der Verband gehe davon aus, dass 2050 noch 30 bis 50 Prozent des heute nachgefragten Volumens produziert würden.

Der Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbandes Deutschland (MWV), Christian Küchen, sagte, neben dem Schwerlastverkehr und dem Schiffs- und Flugverkehr werde auch im Pkw-Bereich eine Nachfrage nach alternativen Kraftstoffen geben. Die Politik müsse deswegen technologieoffener sein und sicherstellen, dass es auch einen Markt dafür gebe, damit Unternehmen investierten. (sda/awp/dpa)

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