Wirtschaft
International

Saudische Investoren versprechen Taliban Millionen für Suche nach Erdöl

Der Preis für Erdöl ist am Sonntag dramatisch zurückgegangen. (Symbolbild)
In einem Gebiet mit rund 22'000 Quadratkilometern soll nach Öl und Gas gesucht werden.Bild: EPA

Saudische Investoren versprechen Taliban Millionen für Suche nach Erdöl

07.09.2026, 16:2207.09.2026, 16:22

Ein saudischer Investor will 200 Millionen US-Dollar in die Suche nach Erdöl und Erdgas Afghanistans stecken. Bislang schrecken internationale Unternehmen vor Grossprojekten unter den Taliban zurück.

In der Hauptstadt Kabul unterzeichneten Vertreter der privaten Investmentgesellschaft Delta International Energy und der Taliban-Regierung ein Abkommen für 25 Jahre, wie der Staatssender RTA in einer Übertragung zeigte. Die Gruppe mit Sitz in Dschidda will laut Regierungsangaben umgerechnet rund 162 Millionen Franken investieren.

Der frühere US-Sondergesandte für Afghanistan, Zalmay Khalilzad, war bei der Unterzeichnung anwesend. Gemäss seinen Worten zeigt das Abkommen, dass Afghanistan unter den Taliban bereit für Geschäfte mit internationalen Partnern sei. Das Land am Hindukusch könne nach der Erschliessung von Gasfeldern ein potenzieller Versorger für Staaten in Südasien sein.

Taliban hoffen auf Wirtschaftswachstum

Konkret soll in einem Gebiet mit rund 22'000 Quadratkilometern in den Provinzen Herat und Badghis zunächst acht Jahre lang nach Öl und Gas gesucht werden. «Wir hoffen, dass dadurch Arbeitsplätze geschaffen werden und ein Beitrag zum Wirtschaftswachstum Afghanistans geleistet wird», sagte Humajun Afghan, Sprecher des Taliban-Ministeriums für Bergbau und Erdöl, dem Sender Tolonews.

Seit fünf Jahren herrschen die Taliban wieder in Afghanistan. Bislang hat lediglich Russland die Islamisten als legitime Regierung anerkannt. Einige regionale Staaten, darunter China und der Iran, haben einen pragmatischeren Umgang mit der Regierung in Kabul gefunden. Immer noch zögern internationale Unternehmen bei grossen Investitionsprojekten.

Nach Jahrzehnten des Konflikts bleiben Armut und Arbeitslosigkeit in Afghanistan weit verbreitet. Laut dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen fehlt Millionen Familien ein verlässliches Einkommen. (pem/sda/awp/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Taliban-Gesetz in Afghanistan
1 / 4
Taliban-Gesetz in Afghanistan

Frauen dürfen in Afghanistan geschlagen werden, sofern keine offenen Wunden entstehen.

Auf Facebook teilenAuf X teilen
Taliban wollen Frauen zum Schweigen bringen – jetzt singen sie aus Protest
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Holcim setzt die Einkaufstour mit mehreren Übernahmen fort
Holcim hat die Einkaufstour mit mehreren Übernahmen fortgesetzt, die bisher noch nicht bekannt waren. So erwarb der Baustoffkonzern im Geschäft mit Zement und Zuschlagstoffen die Firmen AFC Recycling und Cem'In'Eu Group in Frankreich.
Zur Story